Kameras: Über 400 Falschparker in Frankfurt von Bussen aufgezeichnet
In Frankfurt am Main wurden seit Februar 2026 insgesamt 421 Falschparker von Kameras erfasst, die in der Frontscheibe von Bussen eingebaut sind. Das meldet(öffnet im neuen Fenster) die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, die das Kamerasystem zusammen mit dem Mobilitätsdezernat und dem Ordnungsamt in einem Probebetrieb getestet hat.
Die Kamera hinter der Frontscheibe zeigt nach vorn und ist dafür gedacht, unberechtigt im Haltestellenbereich und auf Busspuren parkende Fahrzeuge zu fotografieren. Falschparker, die etwa ohne Parkschein ihr Auto abgestellt haben, werden nicht erfasst – auch hierzu gibt es allerdings in Deutschland Pilotprojekte.
Die Busfahrer können auf Knopfdruck eine Serie von Fotos auslösen. Die Bilder sollen nur aufgenommen werden, wenn der Betriebsablauf gestört wird – also ein Bus etwa warten muss, was zu Verspätungen führt. Die Fotos werden zusammen mit Positions- und Zeitdaten an einen Dienstleister übermittelt; nach Unkenntlichmachung von umstehenden Personen und Fahrzeugen werden die Bilder an ein spezielles Portal des Ordnungsamtes weitergeleitet.
Acht gemeldete Vorgänge pro Tag
Die Bußgeldstelle hat insgesamt 325 Bußgeldbescheide und 75 Verwarngeldbescheide verschickt. Durchschnittlich übermitteln die Busse acht Vorgänge pro Tag an die Bußgeldstelle. Zum Start wurden insgesamt zehn Busse mit Kameras ausgestattet, demnächst sollen zehn weitere hinzukommen. Außerdem sollen auch fünf Straßenbahnen Kameras bekommen. Anders als Busse wirken sich Falschparker bei Straßenbahnen stärker auf den Ablauf aus, da sie nicht ausweichen können.
Bisher stehen Busse im Viertel Alt-Sachsenhausen im Fokus, wo es viele Busspurparker geben soll, sowie die Farbenstraße in Sindlingen, wo viele Autos an Haltestellen parken.
"Blockiert eine Autofahrerin oder ein Autofahrer eine Busspur, behindert sie oder er viele Fahrgäste gleichzeitig, die ihren Anschluss verpassen, zu spät zur Schule, zum Arzt oder nach Hause kommen", sagt der Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. "Die neuen Frontkameras helfen, solche Verstöße konsequenter nachzuverfolgen, um sie so nachhaltig zu reduzieren."
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