Kalq-Tastatur: Neues Tastenlayout zum Schnelltippen auf Touchscreens

Das neue Tastaturlayout heißt Kalq und wurde für Touchscreens entwickelt, um die Eingabegeschwindigkeit zu erhöhen. Kalq ist das Ergebnis einer Arbeit von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken und den Universitäten St. Andrews und Montana Tech.


Kalq erscheint als zweigeteilte Tastatur auf dem Bildschirm eines Tablets. So ist es möglich, ohne Schwierigkeiten mit den beiden Daumen zu arbeiten. Anstelle der gewohnten QWERTZ-Tastatur wurde eine neue Anordnung gewählt, die das Ergebnis eines Modells von Daumenbewegungen und einer computergestützten Optimierung ist, so die Forscher, die dabei automatisiert Millionen von möglichen Layouts ausprobierten. Kalq hat seinen Namen von der Tastenfolge am unteren rechten Rand der Tastatur erhalten.
"Der Schlüssel für eine daumenoptimierte Tastatur liegt darin, längere Eingaben mit nur einem Daumen zu vermeiden. Außerdem möchten wir häufig genutzte Buchstaben zentral und nahe beieinander anordnen" , so Antti Oulasvirta, der das Projekt leitete. "Erfahrene Schreiber bewegen ihre Daumen simultan: Während ein Daumen einen Buchstaben eingibt, befindet sich der andere schon bei der nächsten Taste" , so der Wissenschaftler.
Beim Layout KALQ liegen alle Vokale außer dem "y" so, dass sie der rechte Daumen erreicht. Dem linken Daumen wurden hingegen mehr Buchstaben zugewiesen. Außerdem wurde eine Fehlerkorrektur eingebaut, die sowohl Daumenbewegung als auch die eingegebenen Texte berücksichtigt.
Der Anwender muss sich an die neue Tastenanordnung wie bei allen alternativen Tastaturen erst gewöhnen. Während Benutzer im Test vorher nur ungefähr 20 Wörter pro Minute eingeben konnten, stieg die Zahl auf bis zu 37 Wörter je Minute, wenn die neue Tastenanordnung genutzt wurde.
Die Arbeit soll auf der Veranstaltung CHI 2013(öffnet im neuen Fenster) in Paris am 1. Mai 2013 vorgestellt werden. Ein wissenschaftlicher Aufsatz zu Kalq wurde schon als PDF-Datei(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Kalq(öffnet im neuen Fenster) soll Anfang Mai als freie App für Android zunächst einmal nur für die englische Sprache veröffentlicht werden. Weitere Sprachen sollen noch 2013 folgen.