Hoher taktiler Widerstand

77 Gramm sind selbst verglichen mit den Knickfederschaltern aus IBMs Model-M-Tastaturen viel: In unserem Test des Tastaturklassikers hatten wir einen maximalen taktilen Widerstand von 70 Gramm gemessen. Die Box-Navy-Schalter verlangen unseren Fingern entsprechend einiges ab. Besonders gewöhnungsbedürftig finden wir dabei den hohen Anfangswiderstand: Bereits nach 1 mm sind wir bei einem Widerstand von 70 Gramm. Zum Vergleich: Bei Cherrys MX-Blue-Schaltern sind wir nach 1,5 mm noch bei 45 Gramm, der maximale taktile Widerstand liegt dort bei gut 66 Gramm.

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Bei den Box-Navy-Schaltern gibt Kaihua den Auslösepunkt nach einem Hubweg von 1,8 mm an, was sich mit den Messungen des Input Club deckt. Der taktile Widerstand tritt ab ungefähr 0,9 mm ein. Beide Werte sind etwas niedriger als die entsprechenden Pendants bei den Cherry MX Blue. Der Gesamtlaufweg der Box-Navy-Schalter liegt bei gemessenen 3,5 mm, der Hersteller gibt 3,6 mm an. Der Zeitpunkt der Auslösung liegt kurz nach dem Klick, der taktile Widerstand beträgt dann nur noch 40 Gramm. Bis zum Bottom Out, also dem kompletten Durchdrücken des Schalters, steigt der Widerstand wieder auf 67 Gramm an.

Der hohe taktile Widerstand und der schnelle Kraftaufbau bedeuten im Alltag, dass bei ungeübten Tippern die Finger schnell ermüden können. Besonders wenn Nutzer von einer linearen Tastatur mit geringem Widerstand und Hubweg kommen, ist der Umstieg auf die Box-Navy-Switches ungewohnt. Dieser Test ist komplett auf der Tastatur mit den Box-Navy-Switches entstanden, der Autor musste sich auch erst an die Schalter gewöhnen. Hilfreich ist es auf jeden Fall, die Tasten möglichst nicht komplett durchzudrücken; der relativ hohe Bottom-Out-Widerstand fordert den Fingern noch zusätzlichen Kraftaufwand ab.

Gute Schalter für Vieltipper

Der relativ hohe Anfangswiderstand ist jedoch besonders für etwas schlampige Tipper wie den Autor dieses Tests praktisch: Zusammen mit einem Auslösehub von 1,8 mm lösen die Switches nicht gleich aus, wenn wir aus Versehen an eine Taste kommen. Wer beim Tippen ungewollt eine benachbarte Taste berührt, macht nicht zwangsläufig gleich einen Tippfehler. Für Gaming halten wir den Anschlagswiderstand der Box-Navy-Switches allerdings für viel zu hoch.

  • Der Kailh Box Thick Clicks von Kaihua auseinandergenommen: Die Kontakte sind durch einen Deckel geschützt; die hier ausgebaute Feder ist nur für das Klickgeräusch und den Widerstand zuständig. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gehäuse des Schalters sieht wie das eines MX-Switches aus. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Box-Schalter in der Mitte hat einen wesentlich prägnanteren Klick als Kaihuas Kailh-KS-Schalter rechts. Cherrys MX Blue klingt im Vergleich zum Box-Schalter kaum noch nach Klickschalter. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die in unserer Testtastatur verbauten Box-Schalter (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Der Box-Schalter in der Mitte hat einen wesentlich prägnanteren Klick als Kaihuas Kailh-KS-Schalter rechts. Cherrys MX Blue klingt im Vergleich zum Box-Schalter kaum noch nach Klickschalter. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
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Den taktilen Klick der Switches empfinden wir als sehr angenehm, da er sauber und klar ist. Kaihua hat bereits mit dem KS-Switch einen Clicky-Switch vorgestellt, der weitaus sauberer klickt als Cherrys MX Blue. Auch das Rasseln ist bei den KS-Switches geringer. Die Box-Navy-Schalter sind diesbezüglich noch besser: Im Inneren der Switches rasselt nichts, der Laufweg ist sehr geschmeidig und der Klick sehr pointiert. Dank der separat abgedeckten Kontakte und der Box-Konstruktion des Stempels wird zudem Staub ferngehalten, was der Laufruhe und der Lebensdauer zugutekommt. Kaihua gibt eine Lebensdauer von 80 Millionen Klicks für die Schalter an.

Für das Umfeld sind die Schalter aber möglicherweise schwer zu ertragen: Der Klick ist verglichen mit anderen Klickschaltern sehr laut, zudem klicken die Switches bei jedem kompletten Auslösevorgang gleich zwei Mal - auf dem Hin- und auf dem Rückweg. Wer die Schalter beispielsweise in einem Büro verwenden möchte, sollte geduldige Kollegen haben oder zumindest welche mit Noise-Cancelling-Kopfhörern. Unsere Testtastatur hat eine offene Konstruktion, was zumindest verhindert, dass der Ton noch durch das Gehäuse verstärkt wird; in einer geschlossenen Tastatur dürften die Schalter noch lauter sein.

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 Kailh-Box-Switches im Test: Besser und lauter geht ein klickender Switch kaumVerfügbarkeit und Fazit 
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Wackernagel 14. Dez 2020

Soso, du mobbst also einen Scharzgurtträger. Dann pass auf deine Zähne auf.

Wackernagel 14. Dez 2020

Ich habe seit ein paar Tagen zwei Hexgears Tastaturen mit weißen Kailh box switchtes. Sie...

nf1n1ty 16. Jan 2020

Ich war bei schon fast davon überzeugt, dass er ein Fan sein muss. ;-) Ich teste...

tux. 13. Jan 2020

Soso... Getippt auf meiner IBM Model F. Im Büro. ;-)



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