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Kabinenkonzept: Boeing plant Rückzugsorte für Videocalls im Flugzeug

Wenn Flugzeuge online bleiben, entstehen neue Konflikte an Bord. Das will Boeing künftig mit einem neuen Kabinenkonzept verhindern.
/ Przemyslaw Szymanski
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Boeings Konzept zeigt zwei Arbeitsbereiche für die Flugzeugkabine: einen zum Sitzen und einen für die Nutzung im Stehen. (Bild: Boeing)
Boeings Konzept zeigt zwei Arbeitsbereiche für die Flugzeugkabine: einen zum Sitzen und einen für die Nutzung im Stehen. Bild: Boeing

Boeing will einem möglichen Problem stärker vernetzter Flugzeuge zuvorkommen: Je einfacher Telefonate und Videokonferenzen an Bord werden, desto schneller könnte die Kabine zur Störzone werden. Auf der Aircraft Interiors Expo 2026 in Hamburg zeigte der Hersteller deshalb ein Konzept für kleine Arbeitskabinen, in die sich Passagiere für vertrauliche Gespräche oder konzentrierte Aufgaben zurückziehen sollen.

Wie diese Kabinen aussehen könnten, zeigen unter anderem Bilder, die der Reise-Influencer Arda İsmail Yalçın Say auf Linkedin veröffentlichte(öffnet im neuen Fenster). Das Konzept erinnert optisch an eine Telefonzelle, setzt aber auf sichtbare transparente Flächen und wirkt dadurch weniger abgeschottet. Schalldämpfende Materialien sollen die Module vom Kabinenlärm isolieren, ohne den Betrieb an Bord zu stören.

Boeing kombiniert zwei unterschiedliche Nutzungskonzepte in einem Modul: einen Bereich für konzentriertes Arbeiten im Sitzen und einen zweiten für flexiblere Nutzung im Stehen. Die Grundausstattung ist in beiden Varianten ähnlich.

Dazu zählen laut Executive Traveller(öffnet im neuen Fenster) Beleuchtung, Ladeanschlüsse und Stauraum für persönliche Gegenstände. Unterscheiden dürfte sich vor allem die Höhe der Ablage- beziehungsweise Arbeitsfläche.

Telefonate an Bord oftmals verboten

Ungewiss ist bislang, wann erste Flugzeuge mit dem neuen Konzept ausgestattet werden könnten. Auch ist offen, ob es bereits Fluggesellschaften gibt, die konkret Interesse an den Arbeitskabinen gezeigt haben. Ein naheliegender Einsatzbereich wären Langstreckenflüge, auf denen Reisende mehrere Stunden an Bord verbringen und schnelles Internet besonders intensiv nutzen könnten.

Eine längere Nutzung kann für Airlines zum Problem werden, etwa durch laute Telefonate oder Videokonferenzen am Platz. Einige Anbieter ziehen deshalb bereits klare Grenzen.

United Airlines untersagt VoIP-Anrufe in seinen WLAN-Bedingungen ausdrücklich, Hawaiian Airlines verbietet Sprach- und Videoanrufe über sein Starlink-WLAN. Qatar Airways bewirbt Starlink an Bord dagegen auch für Zoom-Anrufe.

Auch in Deutschland wird die Frage bald relevanter. Die Lufthansa-Gruppe will ab der zweiten Jahreshälfte 2026 ihre Flotte mit Starlink ausstatten, darunter Maschinen von Lufthansa, Eurowings und Discover Airlines.

Offen bleibt, wie die einzelnen Airlines der Gruppe mit Telefonaten oder Videokonferenzen über das Bord-WLAN umgehen. Boeings Konzept könnte deshalb einen Mittelweg zeigen: Gespräche und Videocalls müssten nicht pauschal verboten, sondern könnten in eigene Bereiche verlagert werden.


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