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Kabelnetz: Wenn alle 1 GBit/s bestellen, würde es erst einmal eng

Zu viele Gigabit-Kunden wären gefährlich für Unitymedia in Bochum. Doch nur für einige Monate. Der Kabelnetzbetreiber hat seine Cluster in Bochum verkleinert. Perspektivisch legt man Glasfaser bis ins Haus.
/ Achim Sawall
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Unitymedia-Chef Lutz Schüler (zweiter von rechts) (Bild: Unitymedia)
Unitymedia-Chef Lutz Schüler (zweiter von rechts) Bild: Unitymedia

Das TV-Kabelnetz bleibt auch in der Gigabit-Ausbaustufe ein shared Medium. Unitymedia-Chef Lutz Schüler sagte beim Docsis-3.1-Start am 7. Mai 2018 in Bochum offen: "Wenn die Kapazität der Zelle erschöpft ist, haben alle Haushalte weniger Kapazität. Wenn morgen alle Bochumer das Gigabit kaufen würden, hätten wir ein Problem." Dann bräuchte Unitymedia sechs Monate, um den Bedarf zu decken.

Unitymedia habe seine CMTS in der Stadt auf Docsis 3.1 überführt. "Wir haben unsere Cluster verkleinert, um mehr Kontrolle zu kriegen" , erklärte der Firmenchef. Für den Netzausbau in den vergangenen Jahren habe man in der Stadt Bochum 20 Millionen Euro ausgegeben. Unitymedia stecke ein Viertel seines Umsatzes in den Netzausbau. "Das machen unsere Mitbewerber nicht" , behauptete Schüler.

Seit dem Start von Docsis 3.1 habe der Kabelnetzbetreiber 800 Neukunden in Bochum gewonnen, ohne dafür zu werben. Schüler: "Das Gigabit wird nicht die Masse kaufen. Unser Hauptziel ist nicht, möglichst viele Gigabit-Kunden zu gewinnen." Es gehe um das Image: "Wer schnelles Internet will, geht zu Unitymedia."

Unitymedia: Künftig FTTB/H

Der Koaxialkabelnetzbetreiber sieht aber auch in die Zukunft. Vice President Key Account Management bei Unitymedia, Andreas Fuchs, erklärte Vertretern der Wohnungswirtschaft: "Die Migration der Netze hin zu Glas auch ins Haus ist perspektivisch unser Angebot."

Die Vereinbarung zwischen Unitymedia und der Stadt sei eindeutig gewesen, sagte Thomas Eiskirch, Oberbürgermeister der Stadt Bochum: "Sie bauen überall da aus, wo das Kabel liegt, das war die Vereinbarung, nicht Rosinenpickerei." Es gebe in Bochum weiterhin 3,8 Prozent weiße Flecken, die zur Versorgung ausgeschrieben seien. Hier soll noch in diesem Jahr eine Vergabeentscheidung fallen.


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