Kabelnetz: Vodafone verschiebt höhere Datenraten für die Kunden

Vodafone konzentriert sich derzeit nicht auf die Erhöhung der Datenraten im Upload und im Download für die Kunden. Ein Ausbau des Netzes in dem Bereich wird auf "später" verschoben. Das sagte Unternehmenssprecher Helge Buchheister Golem.de auf Anfrage. Die Konzentration liege derzeit auf dem Abschluss des Docsis-3.1-Ausbaus im gesamten Netz und den Netzsegmentierungen, also der Verkleinerung der Anzahl der Kunden, die sich einen Netzknoten teilen müssen.
"Wir konzentrieren uns zurzeit auf zwei Vorhaben. Zum einen wollen wir die Gigabit-Aufrüstung im Kabel-Glasfasernetz schnellstmöglich vollenden" , erklärte Buchheister. "Zum anderen bringen wir im Rahmen unserer Netzsegmentierungen mehr Glasfaser in den koaxialen Bereich des Netzes, um das Netz zu stärken und die Leistungsfähigkeit weiter zu steigern. Alles andere folgt später." Im Januar hatte ein Vodafone-Manager in Kürze höhere Datenraten angekündigt. Bei einer Veranstaltung im Juni sollte mehr bekanntgegeben werden.
Im Upload ist bei 50 MBit/s bisher Schluss
Vodafone stattet seine Netz-Infrastruktur seit Herbst 2018 mit Docsis 3.1 und den zugehörigen gigabitfähigen Netz-Elementen aus. Damit können Kabel-Haushalte im Upload bis zu 50 MBit/s und im Download maximal 1 GBit/s nutzen. Zuletzt wurden im August weitere 500.000 Anschlüsse mit dem neuen Kabelnetzstandard ausgebaut.
Wenn es erforderlich ist, wird bei einer Segmentierung Koaxial- gegen Glasfaserkabel ausgetauscht. An den Übergabepunkten (Schaltkästen) an den Straßenecken werden aktive Bauteile getauscht, um die mit Docsis 3.1 möglichen höheren Bandbreiten zu übertragen. Netz-Chef Guido Weissbrich sagte im April 2020, künftig solle der Glasfaseranteil vor allem im Nahbereich beim Kunden weiter steigen, um das Netz leistungsfähiger und verlässlicher zu machen. Zuletzt hatte Vodafone Segmentierungen für 4.800 Haushalte in Wilhelmshaven(öffnet im neuen Fenster) vorgenommen, weil die Bereiche überlastet waren.