Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Kabelnetz: Monopolkommission für Fusion von Vodafone und Unitymedia

Der Chef der Monopolkommission hält das Zusammengehen von Vodafone und Unitymedia für positiv für den Breitbandausbau in Deutschland. Für die Fernsehsender sind Fragen offen.
/ Achim Sawall
35 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Vodafone-Werbung (Bild: Vodafone)
Vodafone-Werbung Bild: Vodafone

Achim Wambach, Vorsitzender der Monopolkommission, sieht durch die Fusion von Vodafone und Unitymedia Vorteile für den Ausbau des schnellen Internets in Deutschland. "Die Fusion von Unitymedia und Vodafone schafft einen großen neuen Spieler auf dem Breitbandmarkt, was den Wettbewerb dort beleben wird. Das wird eine positive Wirkung auf den Breitbandausbau haben" , sagte er dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .

Vodafone hatte in dieser Woche mitgeteilt(öffnet im neuen Fenster) , die Kabelnetze von Unitymedia in Deutschland, der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien für einen Preis von 18,4 Milliarden Euro von Liberty Global zu übernehmen. Der Zusammenschluss steht unter Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden.

"Probleme für den Wettbewerb könnte es auf dem Kabelmarkt geben, also bei der Übertragung von TV-Programmen über das Kabel" , sagte Wambach. "Es kommt jetzt darauf an, wie schwer für die zuständige Wettbewerbsbehörde die Vorteile auf dem Breitbandmarkt gegenüber den möglichen Nachteilen auf dem Kabelmarkt wiegen."

N-TV: Keine gute Nachricht

Hans Demmel, Vorstandsvorsitzender des Verbands Privater Rundfunk- und Telemedien (VPRT) und Geschäftsführer von N-TV sagte(öffnet im neuen Fenster) : "Für die deutschen Sender ist dies keine gute Nachricht. Letztlich sehen sie sich mit einer massiven Verschiebung der Verhandlungspositionen konfrontiert." Mit der geplanten Fusion entstünde ein Kabelgigant, der den deutschen TV-Markt dominieren würde. Ohne eine Einigung mit dem neuen Betreiber sei kein bisher im Kabel verbreitetes Programm überlebensfähig. Hinzu komme, dass auch in den neuen Märkten, also bei der OTT- (Over-the-Top) und Mobile-Verbreitung aufkeimender Wettbewerb auch außerhalb der Kabelgebiete schwieriger werde.

Vodafone-Rechtsvorstand Christoph Clément erklärte(öffnet im neuen Fenster) , dass sich die Kabelnetze von Vodafone und Unitymedia nirgendwo überlappen, daher werde der Wettbewerb nicht reduziert. "Mit 46 Prozent ist Satellit seit langem die meistverbreitete Infrastruktur. Vodafone und Unitymedia kämen mit einem vereinten Kabelnetz auf einen Marktanteil von 37 Prozent. Bereits in den letzten Jahren hat sich der Markt stark verändert; und die Anteile werden sich weiter verschieben, weil mit Netflix, Amazon und anderen IPTV Angeboten wie T-Entertain andere starke Wettbewerber den Markt mitgestalten." Zudem hätten die Kabelnetzbetreiber erst vor kurzem mit ARD und ZDF langfristige Vereinbarungen unterzeichnet. Dies biete man auch allen Free-TV-Sendern an, inklusive den lokalen und regionalen.


Relevante Themen