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Kabelinternet: 1&1 und Tele Columbus verbinden ihre Netze

1&1 schliesst sein Glasfasernetz mit dem Kabelnetz von Tele Columbus zusammen. Man will Festnetzzuggänge bis 1 GBit/s vermarkten.
/ Achim Sawall
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Ein geringerer Teil des Netzes von Tele Columbus besteht aus FTTB/H. (Bild: Tele Columbus/Markus Altmann)
Ein geringerer Teil des Netzes von Tele Columbus besteht aus FTTB/H. Bild: Tele Columbus/Markus Altmann

Das bundesweite Transportnetz von 1&1 Versatel wird mit den regionalen Stadtnetzen des Kabelnetztreibers Tele Columbus verbunden. Das gaben die Partner am 21. November 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Durch eine Wholesale-Rahmenvereinbarung will 1&1 ab April 2023 Internetanschlüsse auch für Haushalte anbieten, die über einen Kabel- oder Glasfaseranschluss von Tele Columbus verfügen.

Das Internetsignal von 1&1 werde an "zahlreichen Netzpunkten von Tele Columbus eingespeist und unmittelbar in die Haushalte geleitet" . 1&1 (United Internet) kann damit in rund zwei Millionen Haushalten Zugänge anbieten. Beschränkungen bei der Datenübertragungsrate gibt es keine, die Zugänge haben eine Datenrate bis 1 GBit/s. Tele Columbus profitiert von einer höheren Netzauslastung. "Nach Telefónica ist es unsere zweite Netzöffnung" , erklärte Rüdiger Schmidt, Chief Sales Officer für Housing Industry & Infrastructure bei Tele Columbus.

1&1 bietet rund vier Millionen Festnetzkunden meist in fremden Netzen seine Dienste an. United Internet ist gemeinsam mit Morgan Stanley Infrastructure Partners zu 40 Prozent an Kublai beteiligt, dem Mehrheitsaktionär von Tele Columbus.

In fremden Mobilfunknetzen endet die Rolle von 1&1 als Discounter

Nur im Festnetz der Konkurrenten wie Deutsche Telekom und Tele Columbus darf United Internet künftig weiter als Discounter auftreten. In Mobilfunknetzen ist damit bald Schluss: Die Bundesnetzagentur legte Ende Oktober den Termin fest, bis zu dem 1&1 Mobilfunk als MVNO (Mobile Virtual Network Operator) auftreten darf. Spätestens bis Ende des Jahres 2023 muss der Vertrieb beendet werden. "Jedwede Geschäftstätigkeit als Diensteanbieter" sei ab Ende des Jahres 2025 einzustellen, erklärte die Behörde.

1&1 Mobilfunk wurde bei der Frequenzauktion im Jahr 2019 übergangsweise eine Doppelstellung zugestanden. 1&1 hat mehr als elf Millionen Mobilfunkkunden, die die Netze von O2 und zum Teil auch Vodafone nutzen.

1&1 Versatel richtet sich an Firmenkunden und bietet Daten-, Internet- und Sprachdienste in Deutschland an. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der börsennotierten United Internet. 1&1 Versatel betreibt nach Angaben aus dem Jahr 2020 ein rund 50.000 Kilometer langes Glasfasernetz und ist in rund 300 Städten verfügbar. Versatel entstand aus einem Zusammenschluss von 21 Stadtnetzbetreibern.


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