Kabelfernsehen: Schwarzsehen noch immer möglich

Nachdem das Nebenkostenprivileg vor rund 1,5 Jahren abgeschafft wurde, sind noch immer Kabelfernsehanschlüsse nutzbar, auch wenn Mieter dafür keinen neuen Kabelfernsehvertrag abgeschlossen haben. Das geht aus einer aktuellen Erhebung der AGF Videoforschung(öffnet im neuen Fenster) hervor.
Gemäß der aktuellen Umfrage haben derzeit 74,4 Prozent der Haushalte einen neuen Vertrag für den Empfang von Kabelfernsehen abgeschlossen. Vor einem halben Jahr lag der Anteil bei 72,4 Prozent – das Wachstum in diesem Bereich ist also sehr gering.
Im Zuge dessen haben Anbieter von Kabelfernsehen deutlich mehr Anschlüsse abgeschaltet, wenn für diese kein neuer Vertrag abgeschlossen wurde. 25,6 Prozent der Haushalte haben keinen neuen Vertrag für den Empfang von Kabelfernsehen abgeschlossen, davon können derzeit noch 33,4 Prozent das Fernsehsignal weiterhin empfangen.
Schwarzseher haben es schwerer
Vor einem halben Jahr lag der Anteil der Haushalte ohne Neuvertrag bei 27,6 Prozent und davon waren 45,9 Prozent der Haushalte weiterhin in der Lage, Kabelfernsehen zu schauen, obwohl sie keinen Vertrag mit einem Anbieter hatten. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 68 Prozent der Haushalte, die Kabelfernsehen auch ohne Vertragsabschluss sehen konnten.
Deutliche Zuwächse gibt es bei den Haushalten, die sich für eine andere Empfangsart des TV-Signals entschieden haben: Vor einem halben Jahr lag der Anteil bei 12,6 Prozent, nun sind es 15,9 Prozent. Vielfach hätten sich Kunden für einen IPTV-Anbieter entschieden und empfangen das TV-Signal über das Internet.
Im Sommer 2024 endete das Nebenkostenprivileg, wonach Vermieter die Kosten für den Kabelanschluss als Teil der Betriebskosten auf die Miete umlegen durften. Das führte dazu, dass Mieter auch dann für einen Kabelanschluss zahlen mussten, wenn sie ihn gar nicht nutzten.
Seit dem Sommer 2024 müssen sich Mieter selbst um einen Vertrag für Kabelfernsehen kümmern, wenn sie diesen Empfangsweg weiterhin nutzen wollen. Aber auch wenn Mieter keinen neuen Vertrag abgeschlossen haben, blieben die Anschlussdosen meist in Betrieb. Denn für die Betreiber ist der Aufwand oft vergleichsweise hoch, diese Anschlüsse abzuklemmen, denn dafür muss Personal vor Ort eingesetzt werden.