Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Kabel getrennt: Erneute Sabotageaktion gegen Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn wurde erneut Opfer von Sabotageaktionen: Die Täter durchtrennten in mehreren Schaltkästen gezielt wichtige Kabel für Bahnübergänge.
/ Michael Linden
46 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Bahnübergang (Symbolbild) (Bild: Deutsche Bahn)
Bahnübergang (Symbolbild) Bild: Deutsche Bahn

Das Streckennetz der Deutschen Bahn wurde erneut angegriffen. Am vergangenen Sonntag trennten Unbekannte an einer Bahnstrecke in Essen-Dellwig in mehreren Schaltkästen wichtige Kabel durch, wodurch die Strecke für den Zugverkehr gesperrt werden musste, wie der Spiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Erst am Vortag war die Strecke nach einjähriger Bauzeit wiedereröffnet worden und wird ausschließlich von Güterzügen befahren. Der Personenverkehr wurde demnach nicht beeinträchtigt. Reparaturarbeiten waren zunächst nicht möglich, mittlerweile können jedoch wieder Güterzüge auf der Strecke fahren, da die betroffenen Bahnübergänge mit Batterie betrieben werden, heißt es in dem Spiegel-Bericht.

Der polizeiliche Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf und versucht herauszufinden, ob es eine Verbindung zu ähnlichen Sabotageaktionen im Herbst 2022 gibt, bei denen in Herne und Berlin Glasfaserkabel des bahninternen Mobilfunknetzes durchtrennt wurden.

In diesen Fällen ermittelt die Karlsruher Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der "verfassungsfeindlichen Sabotage" . Derzeit wird nicht vermutet, dass es bei dem neuen Sabotageakt eine Verbindung zu den Angriffen im Herbst gibt.

Der Anschlag auf Glasfaserstrecken der Deutschen Bahn war nur mit Insiderwissen möglich. Das sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsbundestagsfraktion, Thorsten Frei (CDU), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Der Anschlag bei der Bahn hat eine neue Qualität. Dass an zwei unterschiedlichen Stellen in Deutschland nahezu zeitgleich ein Anschlag auf die kritische Infrastruktur verübt wird, der ein hohes Maß an Insiderwissen voraussetzt, weist auf einen Organisationsgrad der Angreifer hin, mit dem wir bislang in dieser Form noch nicht konfrontiert waren" , erklärte Frei Mitte Oktober 2022.

Der Spiegel berichtet, dass der aktuelle Vorfall informierten Bahnkreisen zufolge anders aussehe, also nicht die gleiche Handschrift trage.


Relevante Themen