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K5 Pro Compact im Test: Cherry hat tolle Switches und schlechte Qualitätskontrolle

Die K5 Pro Compact tut sich anfangs schwer, eine gute Figur abzugeben. Die neuen Cherry-TMR-Schalter sind aber vielversprechend.
/ Oliver Nickel
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Die K5 Pro ist kompakt. (Bild: Oliver Nickel/Golem)
Die K5 Pro ist kompakt. Bild: Oliver Nickel/Golem
Inhalt
  1. K5 Pro Compact im Test: Cherry hat tolle Switches und schlechte Qualitätskontrolle
  2. Toll abgestimmter Sound mit flexiblen Switches
  3. Cherry Xtrfy K5 Pro Compact – Verfügbarkeit und Fazit

Cherry steckt seit einiger Zeit in einer mehr oder weniger großen Krise. Ende 2025 wurde bekannt, dass das Unternehmen Assets verkaufen und Teile der Produktion nach China verlagern musste. Auch war das deutsche Unternehmen, das durch mechanische Tastaturen groß geworden ist und lange Zeit den Standard definierte, recht spät mit neuen Innovationen wie induktiven und TMR-Switches.

Anfang 2026 brachte das Unternehmen dann doch erste eigene Tastaturen mit TMR-Technik. Wir haben vom Hersteller ein Exemplar der K5 Pro Compact erhalten. Hier trüben Qualitätsmängel und die Wahl der Materialien das Bild, so dass der Konzern nicht den besten Ersteindruck abliefert. Allerdings stellt sie sich auf den zweiten Blick als solide Tastatur mit TMR-Switches und ein gelungener Einstieg für Cherry heraus.

Erst einmal fällt allerdings die Tastatur selbst auf: Sie sitzt in einem eher aggressiv anmutenden Gehäuse mit Gaming-Optik. Die orangefarbenen Akzente und die mit RGB beleuchteten Cherry-MX-Tastenkappen mit Gaming-Font hinterlassen einen für uns eher unerwachsenen Eindruck. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Keycaps sind ziemlich schlecht

Unbestreitbar ist allerdings, dass Cherry hier Tastenkappen mit eher unterdurchschnittlicher Qualität verbaut. Die ABS-Keycaps werden mit einer schwarzen Farbe auf transparentes ABS transferbedruckt. Erfahrungsgemäß reibt sich so aufgetragene Farbe nach einigen Jahren Nutzung ab, so dass Symbole nicht mehr so gut erkannt werden. Auch sind die Bedruckungen nur mit eingeschalteter Beleuchtung lesbar.

Cherry Xtrfy K5 Pro Tipptest (ohne Gehäuseverkleidung)
Cherry Xtrfy K5 Pro Tipptest (ohne Gehäuseverkleidung) (00:44)

Bei unserem Testmuster hat sich zudem ein Produktionsfehler eingeschlichen. Die Farbe der Taste B stand am unteren Rand der Tastenkappe ab. Dieser Rest klemmte sich zwischen zwei Tasten ein. Das Resultat: Immer, wenn wir die Taste N drückten, wurde die B-Taste gleich mit ausgelöst. Wir konnten das Problem mit einer Schere und dem beigelegten Keycap-Zieher aber beheben.

Dazu kommt der generelle Gesamteindruck beim Auspacken. Die K5 Pro Compact besteht fast vollständig aus Kunststoff und wirkt dadurch im Vergleich zu vielen anderen Custom-Keyboards eher minderwertig. Auch ist die Tastatur durch ihre kompakte Größe sehr leicht. Die kleinen Gummifüße schaffen es auf unserem Schreibtisch mit großer Deskmat nicht, sie vom Hin- und Herrutschen abzuhalten. Das ist für uns anfangs eher unangenehm, vor allem, wenn wir uns den hohen Preis von 150 Euro anschauen.

Wir verstehen dabei nicht, warum Cherry wie viele andere Unternehmen so sehr auf das 65-Prozent-Layout fokussiert. Wir vermissen die F-Tastenreihe bereits, nachdem wir eine Partie Star Citizen oder etwa ein Strategiespiel mit vielen Tastenbelegungen starten wollen, oder noch einfacher: wenn wir eine Webseite mit F5 aktualisieren möchten. Zumindest müssen wir nicht auf die Pfeiltasten verzichten.

65-Prozent-Layout muss man mögen

Das 75-Prozent-Layout ist nicht umsonst unter Custom-Keyboard-Fans beliebt. Für wenig mehr vertikalen Platz auf dem Schreibtisch bekommen wir ein in fast allen Situationen voll nutzbares Keyboard, während wir bei 60- oder 65-Prozent stets Kompromisse eingehen müssen.

Zumindest bietet Cherry auch eine TKL-Variante als MX 8.2 Pro TMR an, die F-Tasten zurückbringt, aber nach rechts hin durch den Sondertastenblock mehr Platz wegnimmt. Die kostet aber noch mehr Geld.

Am Ende soll die K5 Pro TMR aber auch eine gute Vorführplattform für Cherrys ersten magnetischen TMR-Switch sein. Und das ist die Tastatur definitiv: Sobald wir mit dem Tippen beginnen, haben wir viel Freude.


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