Toll abgestimmter Sound mit flexiblen Switches
Die K5 Pro TMR Compact kann mit nur einem Typ Switch bestellt werden. Es handelt sich um den MK Crystal Magnetic, einen linearen Switch mit einer Anfangsdruckkraft von angenehm leichten 25 cN. Cherry schmiert die Switches zudem ab Werk. Sie tippen sich dadurch besonders leicht und geschmeidig. Da liegt Cherry auf einem Niveau mit Marken wie Gateron oder Kailh.
Die Cystal-Magnetic-Switches unterscheiden sich zudem von vielen anderen magnetischen Switches, da sie auf tunnelmagnetische Resonanz, kurz TMR, setzen. Dabei wird der elektrische Widerstand durch Änderungen der angelegten Spannung verändert und gemessen, was laut Cherry präziser funktionieren soll als etwa bei der verbreiteten Hall-Effekt-Technik oder induktiven Schaltern wie bei der Ducky One X. Der Hersteller gibt in Bezug auf den Schaltweg eine Genauigkeit von 0,01 mm an.
TMR soll nicht nur präzise, sondern im Vergleich zu Hall-Effekt-Switches auch energiesparender arbeiten. Die Cherry-Tastatur kann trotzdem nur kabelgebunden genutzt werden. Zudem sind die Hot-Swap-Sockel auf der Switchplate nur mit anderen TMR-Schaltern wie Gateron Jades kompatibel. Das schränkt die Auswahl auf einige wenige Optionen ein, wobei Cherry selbst bisher nur eine Art von TMR-Switches im Angebot hat. Mechanische Switches oder Gateron-Magnetic-Rail-Schalter passen entweder nicht auf das Board oder werden nicht erkannt.
Software unfertig
Wie bei den meisten anderen magnetischen Tastaturen kann auch die K5 Pro mittels Software so programmiert werden, dass wir für jede einzelne Taste unterschiedliche Auslösewege einstellen können. Wir haben etwa einen sehr geringen Schaltweg für die meisten Tasten eingestellt und nur bei Tasten wie Escape oder der Feststelltaste mehr Spielraum zugelassen. Dadurch lösen diese Schalter nicht sofort aus, wenn wir mit dem Finger dann doch einmal dagegen tippen.
Auch einige in Games interessante Funktionen wie Rapid Trigger lassen sich mit den Crystal-Magnetic-Switches umsetzen. Dazu kommen zahlreiche mehr oder weniger unsinnige Funktionen. So können wir Tasten etwa doppelt belegen. Je nachdem, wie tief wir eine Taste drücken, kann ein jeweils anderes Symbol an den Computer gesendet werden. Einen wirklichen Use-Case haben wir dafür nicht gefunden.
Wir sollten zudem beachten: Innerhalb der Treibersoftware können wir zwar unterschiedliche Schaltwege konfigurieren. Allerdings lassen sich die Tasten nicht in analoge Switches umwandeln, wie es etwa bei induktiven Tastaturen möglich ist. Eine Art Joystick-Ersatz für Rennspiele und Flugsimulationen bekommen wir hier also nicht.
Generell erscheint uns die Software unfertig. Zwar lassen sich die meisten Dinge mit etwas Fummelei finden, Optionen sind aber in Menüs verschachtelt und teilweise so konfus benannt, dass wir ihre Funktion erst bei mehrmaligem Überlegen oder durch Ausprobieren begreifen. Hier macht Cherry eine eher stümperhafte Figur. Zumindest ist die Software nicht aufgebläht wie ein Corsair iCUe oder Razer Synapse. Der Hersteller sollte nur an einer übersichtlicheren GUI arbeiten.
Tolles Tippgeräusch
Haben wir unsere Tastatur erst einmal eingestellt, brauchen wir die Software aber auch nicht mehr, da Profile direkt auf dem Controller gespeichert werden. Dann können wir uns am wohligen Klang erfreuen. Vor allem überzeugen uns die gut geschmierten Stabilisatoren der großen Tasten wie Space und Backspace. Cherry hat es ab Werk geschafft, ein nerviges Pingen und Rasseln zu vermeiden.
Generell fühlt sich das Tippen auch straff an. Das liegt an der Aluminium-Switchplate, die eines der wenigen Metallteile an der Tastatur ist. Zudem verzichtet Cherry auf Gaskets, also Gummipuffer zwischen Switchplate und Gehäuse. Stattdessen wird das Tastenfeld direkt in die Schale als sogenanntes Tray-Mount eingesetzt.
Die Unterseite der Tastatur ist darüber hinaus mit weißem Schaum ausgekleidet. Das verleiht dem Tippgeräusch einen zufriedenstellenden dumpfen Klang (Thock). Weitere Modifikationen wie etwa mehr Schaum würden das sicherlich noch verfeinern. Das halten wir aber nicht für notwendig. Einzig die Stabilisatoren der großen Return-Taste sind bei unserem Exemplar etwas zu stark geschmiert. Dadurch wird die Taste im Vergleich zu anderen Tasten schwergängiger.
Insgesamt bietet Cherry aber ein gut klingendes Gesamtpaket, das kaum weiterer Arbeit bedarf.
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