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Jupiter-Supercomputer: Planung zu Europas erstem Exascale-Computer abgeschlossen

ARM und Nvidia können sich freuen, AMDs x86-CPUs bleiben dafür draußen. Ungewöhnlich für ARM-CPUs: Intel war an der Entwicklung beteiligt.

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Jupiter soll der schnellste Supercomputer in Europa werden. (Bild: FZ-Jülich)

Das European High-Performance Computing Joint Undertaking (EuroHPC JU) hat die Designphase des Jupiter-Supercomputers abgeschlossen. Der Rechner soll seinen Standort am Forschungszentrum Jülich haben und als erster europäischer Exascale-Computer die Rechenleistung der bisherigen europäischen Spitzenreiter deutlich übertreffen.

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Zum Einsatz kommen Rhea-Prozessoren vom deutsch-französischen Hersteller Sipearl, der auf ARM-Neoverse-V1-Kerne setzt. Ursprünglich waren für die CPUs 72 Kerne und HBM2E-Stapelspeicher mit vier Stacks geplant. Die Speicherbandbreite soll mindestens 2 TByte/s betragen.

Hergestellt werden die Prozessoren im TSMC-N6-Node mit EUV-Belichtung. Ob an dieser Konfiguration zwischenzeitlich Änderungen vorgenommen wurden, ist nicht bekannt.

Als Rechenbeschleuniger sollen sogenannte Booster-Module von Nvidia genutzt werden. Sie beinhalten Nvidia-GPUs und Mellanox-Netzwerkhardware zur Verbindung der Komponenten untereinander. Die aktuellen Module nutzen noch Nvidias A100-GPUs, Jupiter kann aber in Zukunft auch mit Nvidia-H100-GPUs ausgestattet werden.

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AMD und Intel bleiben eine Option für Erweiterungen

Intel liefert zwar keine Prozessoren, war aber an der Entwicklung beteiligt und könnte zu einem späteren Zeitpunkt als Lieferant von GPUs oder sogar CPUs hinzukommen. Intel und Sipearl sollen eng zusammengearbeitet haben, um One-API-Unterstützung für Ponte-Vecchio-GPUs möglich zu machen. Auch mit AMD wurden ähnliche Bemühungen unternommen, um Kompatibilität zu Instinct-GPUs zu erreichen.

Der Rechner ist daher zukünftig je nach Bedarf und Verfügbarkeit von Komponenten in verschiedene Richtungen erweiterbar. Nach aktueller Planung soll die Rechenleistung im Exaflops-Bereich die beiden schnellsten europäischen Rechner Lumi (309 Petaflops, Finnland) und Leonardo (239 Petaflops, Italien) klar schlagen. Weitere Details sollen auf der SC23-Konferenz im November bekannt gegeben werden.