Juno: Jupiter hat zwei magnetische Südpole
Von der Erde wissen wir, dass Südpol nicht gleich Südpol ist und unser Planet zwei hat: einen geografischen und einen magnetischen. Mit einem so konventionellen Magnetfeld gibt sich der größte Planet unsere Sonnensystems nicht zufrieden: Der Jupiter hat zwei magnetische Südpole.
Das Magnetfeld des Jupiters zu erforschen, war eine der Aufgaben der Sonde Juno, die die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) 2011 auf die Reise geschickt hatte. Im Juni 2016 erreichte sie den Planeten und überflog seine Wolkendecke zwei Monate später in nur 4.200 Kilometern Höhe.
Als die Juno-Forscher um Kimberly Moore die Daten auswerteten, stellten sie fest, dass das Magnetfeld des Jupiters zwei magnetische Südpole aufweist. Einer ist dort, wo er zu erwarten war: in der Nähe des geographischen Südpols. Der andere befindet sich in der Nähe des Äquators, wie die Forscher in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Nature(öffnet im neuen Fenster) schreiben.

"Wir waren perplex, denn das, was uns Juno zeigte, war überhaupt nicht das, was wir erwartet hatten", sagte Moore, Planetologin von der Harvard Universität, dem US-Wissenschaftsmagazin Popular Science(öffnet im neuen Fenster). Erwartet hatten die Forscher, die die Daten von Juno auswerteten, ein Magnetfeld, das dem der Erde oder des Saturn ähnelt.
Das Magnetfeld eines Planeten entsteht durch elektrisch leitfähige Flüssigkeiten in seinem Innern. Einige planetarische Magnetfelder verhalten sich wie das eines Stabmagneten – dazu gehören Erde und Saturn. Eine andere Variante ist ein chaotisches Magnetfeld, wie es Uranus und Neptun haben.
Wie sieht es im Innern von Jupiter aus?
Eine mögliche Erklärung für das Jupiter-Magnetfeld könnte der Aufbau des Planeten sein. Die Erde hat einen festen inneren und einen flüssigen äußeren Kern, in dem das Magnetfeld entsteht. Beim Jupiter hingegen könnte sich der Kern aufgelöst und mit der inneren Hälfte des Planeten vermischt haben. Diese Vermischung der Schichten könnte für das merkwürdige Magnetfeld verantwortlich sein.
Eine andere Erklärungsmöglichkeit könnten schwere Regenschauer aus Helium sein: Sie könnten leitfähige Schichten unter den Wolken aufwirbeln und so das Magnetfeld verändern. Mit mehr Daten von Juno werde sich das Phänomen klären lassen, hofft Moore.
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