Juno: Auch Jupitersonde hat Probleme

Die Haupttriebwerke von Juno können wegen eines Ventildefektes vorerst nicht benutzt werden. Jetzt schaltete die Sonde in den Sicherheitsmodus, als sie erste wissenschaftliche Daten aufnehmen sollte.

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Die Jupitersonde Juno in einer künstlerischen Darstellung
Die Jupitersonde Juno in einer künstlerischen Darstellung (Bild: Nasa)

Die Techniker der Nasa kämpfen mit technischen Problemen der Jupitersonde Juno. Schon in der letzten Woche wurde bekannt, dass die Haupttriebwerke der Sonde vorerst nicht eingesetzt werden können. Bei einem Test reagierten die Ventile der Heliumdrucktanks erst mit zwei Minuten Verzögerung. Ohne den Druck gelangt kein Treibstoff in die Brennkammern der Treibwerke. Beim Vorbeiflug am Jupiter sollten die Triebwerke die Umlaufzeit der Sonde um den Jupiter von 53 Tagen auf 14 Tage reduzieren.

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Nachdem das Manöver nicht wie geplant durchgeführt werden konnte, sollte der Vorbeiflug stattdessen für eine erste wissenschaftliche Messkampagne verwendet werden. Wenn die Sonde für den Einsatz der Triebwerke ausgerichtet ist, können nicht gleichzeitig die Messinstrumente benutzt werden. Aber schon Stunden vor dem Vorbeiflug am Jupiter entdeckte der Bordcomputer von Juno ein technisches Problem und schaltete in den Sicherheitsmodus um, wie die Nasa in einer Pressekonferenz bekannt gab.

Bei dem Vorbeiflug wurden damit auch keine weiteren Daten gewonnen. Die Sonde war zum Zeitpunkt der Fehlfunktion noch weit vom Jupiter entfernt. Es gilt deshalb als sicher, dass die Sonde nicht wegen der Strahlungsgürtel um den Jupiter in den Sicherheitsmodus ging. In einer Pressekonferenz gab die Nasa aber noch keine weiteren Details bekannt und sprach lediglich von einem "unerwarteten Zustand". Die Kommunikation mit der Sonde ist sichergestellt. Die Nasa hofft, die Probleme bis zum nächsten Vorbeiflug in etwa 50 Tagen behoben zu haben.

Es gibt erste Bilder und Messdaten der ersten Vorbeiflüge

Es war der dritte nahe Vorbeiflug am Jupiter seit die Sonde am 4. Juli den Planeten erreichte. Beim zweiten Vorbeiflug am 27. August wurden die Messinstrumente kalibriert. Dabei wurden auch Bilder von der Junocam aufgenommen. Die Kamera gehört nicht zu den wissenschaftlichen Messinstrumenten der Sonde, sondern ist Teil des Outreach Programs, der Öffentlichkeitsarbeit der Nasa. Beim Marslander Schiaparelli hatte die Esa auf den Einbau einer Kamera im Lander mit der Begründung verzichtet, dass sie für die wissenschaftliche Arbeit nicht nötig ist.

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Trotz der Probleme mit der noch nicht kalibrierten Belichtungszeit der Junocam, entdeckten Forscher auf den Bildern jetzt schon einen unerwarteten Wirbelsturm. Er hatte einen Durchmesser von 7.000 Kilometern und ragte 85 Kilometer über die restliche Wolkendecke des Gasplaneten heraus. Anders als der Saturn besitzt der Jupiter auch keine sechseckige Wolkenformation auf dem Pol, wie sie von der Saturnsonde Cassini beobachtet wurde. Außerdem konnte das Mikrowellenradiometer erste Messungen bis zu 300km unter den oberen Wolkenschichten machen.

Mission ist bis 2019 begrenzt

Obwohl sich der Sprecher, Scott Bolton, optimistisch gab, schränken die technischen Probleme die wissenschaftliche Arbeit ein. Da die Sonde bei jeder Annäherung an den Jupiter einer sehr intensiven Strahlung ausgesetzt wird, kann die Sonde nur eine begrenzte Zahl von Vorbeiflügen am Jupiter unternehmen, bevor die Messinstrumente zu stark beschädigt werden. Geplant sind 37 Annäherungen bis zum Ende der Mission im Februar 2018. Ohne das Manöver zur Verkürzung der Umlaufzeit können höchstens 20 der geplanten 37 Annäherungen an den Jupiter geflogen werden, denn die Mission kann in ihrem Orbit höchstens bis 2019 verlängert werden.

Juno ist die erste Jupitersonde, die trotz der großen Entfernung von der Sonne vollständig von Solarzellen betrieben wird. Im Jahr 2019 verläuft ein größerer Teil der Umlaufbahn der Sonde im Schatten des Jupiter, was die Stromerzeugung gefährdet. Bisher wurden Jupitersonden ausschließlich durch Radioisotopenbatterien mit Energie versorgt.

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