Abo
  • Services:
Anzeige
Die Jupitersonde Juno in einer künstlerischen Darstellung
Die Jupitersonde Juno in einer künstlerischen Darstellung (Bild: Nasa)

Juno: Auch Jupitersonde hat Probleme

Die Jupitersonde Juno in einer künstlerischen Darstellung
Die Jupitersonde Juno in einer künstlerischen Darstellung (Bild: Nasa)

Die Haupttriebwerke von Juno können wegen eines Ventildefektes vorerst nicht benutzt werden. Jetzt schaltete die Sonde in den Sicherheitsmodus, als sie erste wissenschaftliche Daten aufnehmen sollte.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Die Techniker der Nasa kämpfen mit technischen Problemen der Jupitersonde Juno. Schon in der letzten Woche wurde bekannt, dass die Haupttriebwerke der Sonde vorerst nicht eingesetzt werden können. Bei einem Test reagierten die Ventile der Heliumdrucktanks erst mit zwei Minuten Verzögerung. Ohne den Druck gelangt kein Treibstoff in die Brennkammern der Treibwerke. Beim Vorbeiflug am Jupiter sollten die Triebwerke die Umlaufzeit der Sonde um den Jupiter von 53 Tagen auf 14 Tage reduzieren.

Anzeige

Nachdem das Manöver nicht wie geplant durchgeführt werden konnte, sollte der Vorbeiflug stattdessen für eine erste wissenschaftliche Messkampagne verwendet werden. Wenn die Sonde für den Einsatz der Triebwerke ausgerichtet ist, können nicht gleichzeitig die Messinstrumente benutzt werden. Aber schon Stunden vor dem Vorbeiflug am Jupiter entdeckte der Bordcomputer von Juno ein technisches Problem und schaltete in den Sicherheitsmodus um, wie die Nasa in einer Pressekonferenz bekannt gab.

Bei dem Vorbeiflug wurden damit auch keine weiteren Daten gewonnen. Die Sonde war zum Zeitpunkt der Fehlfunktion noch weit vom Jupiter entfernt. Es gilt deshalb als sicher, dass die Sonde nicht wegen der Strahlungsgürtel um den Jupiter in den Sicherheitsmodus ging. In einer Pressekonferenz gab die Nasa aber noch keine weiteren Details bekannt und sprach lediglich von einem "unerwarteten Zustand". Die Kommunikation mit der Sonde ist sichergestellt. Die Nasa hofft, die Probleme bis zum nächsten Vorbeiflug in etwa 50 Tagen behoben zu haben.

Es gibt erste Bilder und Messdaten der ersten Vorbeiflüge

Es war der dritte nahe Vorbeiflug am Jupiter seit die Sonde am 4. Juli den Planeten erreichte. Beim zweiten Vorbeiflug am 27. August wurden die Messinstrumente kalibriert. Dabei wurden auch Bilder von der Junocam aufgenommen. Die Kamera gehört nicht zu den wissenschaftlichen Messinstrumenten der Sonde, sondern ist Teil des Outreach Programs, der Öffentlichkeitsarbeit der Nasa. Beim Marslander Schiaparelli hatte die Esa auf den Einbau einer Kamera im Lander mit der Begründung verzichtet, dass sie für die wissenschaftliche Arbeit nicht nötig ist.

Trotz der Probleme mit der noch nicht kalibrierten Belichtungszeit der Junocam, entdeckten Forscher auf den Bildern jetzt schon einen unerwarteten Wirbelsturm. Er hatte einen Durchmesser von 7.000 Kilometern und ragte 85 Kilometer über die restliche Wolkendecke des Gasplaneten heraus. Anders als der Saturn besitzt der Jupiter auch keine sechseckige Wolkenformation auf dem Pol, wie sie von der Saturnsonde Cassini beobachtet wurde. Außerdem konnte das Mikrowellenradiometer erste Messungen bis zu 300km unter den oberen Wolkenschichten machen.

Mission ist bis 2019 begrenzt

Obwohl sich der Sprecher, Scott Bolton, optimistisch gab, schränken die technischen Probleme die wissenschaftliche Arbeit ein. Da die Sonde bei jeder Annäherung an den Jupiter einer sehr intensiven Strahlung ausgesetzt wird, kann die Sonde nur eine begrenzte Zahl von Vorbeiflügen am Jupiter unternehmen, bevor die Messinstrumente zu stark beschädigt werden. Geplant sind 37 Annäherungen bis zum Ende der Mission im Februar 2018. Ohne das Manöver zur Verkürzung der Umlaufzeit können höchstens 20 der geplanten 37 Annäherungen an den Jupiter geflogen werden, denn die Mission kann in ihrem Orbit höchstens bis 2019 verlängert werden.

Juno ist die erste Jupitersonde, die trotz der großen Entfernung von der Sonne vollständig von Solarzellen betrieben wird. Im Jahr 2019 verläuft ein größerer Teil der Umlaufbahn der Sonde im Schatten des Jupiter, was die Stromerzeugung gefährdet. Bisher wurden Jupitersonden ausschließlich durch Radioisotopenbatterien mit Energie versorgt.


eye home zur Startseite
Prinzeumel 23. Okt 2016

Für mich gibt es nur 2 gründe dort Kolonien zu errichten. Entweder Forschung oder aber...

gbo (Golem.de) 20. Okt 2016

Haben wir korrigiert, Danke für den Hinweis



Anzeige

Stellenmarkt
  1. BMF Media Information Technology GmbH, Augsburg
  2. DHL Home Delivery GmbH, Bonn
  3. über Hays AG, Region Karlsruhe
  4. T-Systems International GmbH, verschiedene Standorte


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 6,99€
  2. 22,99€
  3. 19,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Royal Navy

    Hubschrauber mit USB-Stick sucht Netzwerkanschluss

  2. Class-Action-Lawsuit

    Hunderte Ex-Mitarbeiter verklagen Blackberry

  3. Rivatuner Statistics Server

    Afterburner unterstützt Vulkan und bald die UWP

  4. Onlinewerbung

    Youtube will nervige 30-Sekunden-Spots stoppen

  5. SpaceX

    Start von Trägerrakete Falcon 9 verschoben

  6. Hawkeye

    ZTE bricht Crowdfunding-Kampagne ab

  7. FTTH per NG-PON2

    10 GBit/s für Endnutzer in Neuseeland erfolgreich getestet

  8. Smartphones

    FCC-Chef fordert Aktivierung ungenutzter UKW-Radios

  9. Die Woche im Video

    Die Selbstzerstörungssequenz ist aktiviert

  10. Merkels NSA-Vernehmung

    Die unerträgliche Uninformiertheit der Kanzlerin



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mobile-Games-Auslese: Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler

München: Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
München
Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
  1. US-Präsident Zuck it, Trump!
  2. Begnadigung Danke, Chelsea Manning!
  3. Glasfaser Nun hängt die Kabel doch endlich auf!

Pure Audio: Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische
Pure Audio
Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische

  1. Re: hmmm

    Prinzeumel | 12:49

  2. Re: Ham se sich bei einem großen deutschen...

    ThorstenMUC | 12:42

  3. Re: Die 30 sek spots...

    TwoPlayer | 12:41

  4. Re: Zerstörung erfolgt mit Hammer

    Kirschkuchen | 12:40

  5. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Rulf | 12:39


  1. 12:11

  2. 11:29

  3. 11:09

  4. 10:47

  5. 18:28

  6. 14:58

  7. 14:16

  8. 12:49


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel