Junge Nutzer nicht geschützt: Meta zu 375 Millionen US-Dollar Geldstrafe verurteilt
Gegen Meta ist eine Geldstrafe von 375 Millionen US-Dollar verhängt worden, weil das Facebook-Unternehmen nach Überzeugung einer US-Jury wider besseres Wissen nicht genug für den Schutz junger Nutzer getan hat. Damit wurde der gesetzlich zulässige Höchstbetrag für eine Strafe ausgereizt.
Die Geschworenen sahen den Vorwurf bestätigt, dass das Unternehmen Profite über die Sicherheit der Nutzer gestellt und jungen Nutzern sowie deren Eltern die Risiken der Nutzung verschwiegen habe.
Meta habe damit gegen zwei Gesetze zum Verbraucherschutz des Bundesstaates New Mexico verstoßen, entschieden die Geschworenen eines Gerichts in Santa Fe, wie unter unter anderem Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) und Reuters(öffnet im neuen Fenster) berichteten.
Interne Dokumente belasten Meta
Meta will Berufung gegen das Urteil einlegen(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und arbeite hart daran, die Nutzer zu schützen, sagte ein Unternehmenssprecher. "Wir werden uns weiterhin energisch verteidigen und sind nach wie vor zuversichtlich, was unsere Erfolgsbilanz beim Schutz von Jugendlichen im Internet angeht."
Während des Prozesses wurden den Geschworenen zahlreiche interne Dokumente aus der gesamten Unternehmensgeschichte Metas vorgelegt. Dazu gehörten die Ergebnisse von Untersuchungen zu psychischen Problemen bei Jugendlichen sowie E-Mail-Korrespondenz, in der Meta-Führungskräfte Sicherheitsprobleme wie Sextortion, Inhalte zur Selbstverletzung und Grooming diskutierten.
Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die Dokumente belegten, Meta habe gewusst, dass Kindern in seinen Apps Schaden zugefügt worden sei, obwohl das Unternehmen öffentlich erklärt hatte, der Sicherheit oberste Priorität einzuräumen.
Serie von Klagen gegen Meta und Co.
Die Gerichtsentscheidung in New Mexico ist das erste Urteil zu einer Serie von Klagen gegen Meta und andere Onlineplattformen. In Los Angeles beraten die Geschworenen gerade in einem Prozess, in dem eine junge Frau Meta und der Google-Tochter Youtube vorwirft, ihre Dienste seien bewusst so gestaltet, dass sie Nutzer süchtig machten.
Die Klage in New Mexico war 2023 vom Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, Raúl Torrez, eingebracht worden. Sie ging zum Teil auf Ermittlungen zurück, bei denen Torrez' Angestellte sich auf Facebook und Metas Foto- und Videoplattform Instagram als Kinder ausgaben und belästigt wurden.
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