Julian Assange: Gericht bestätigt Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer

Auch in zweiter Instanz hat ein schwedisches Gericht es abgelehnt, den Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange aufzuheben. Nun könnte der Fall vor das oberste Gericht kommen.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Seit mehr als zwei Jahren lebt Assange in der Botschaft von Ecuador in London.
Seit mehr als zwei Jahren lebt Assange in der Botschaft von Ecuador in London. (Bild: Reuters/Chris Helgren)

Ein schwedisches Berufungsgericht habe die Aufhebung des Haftbefehls gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange abgelehnt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Der Verdacht gegen ihn bleibe bestehen, die Vorwürfe beträfen "Verbrechen relativ ernster Natur", begründeten die Stockholmer Richter am Donnerstag ihre Entscheidung. Zudem bestehe erhebliche Fluchtgefahr. Die Anwälte des Australiers hatten die Aufhebung des schwedischen Haftbefehls gefordert. Sie wollen nun auf Assanges Willen hin vor das oberste Gericht des Landes ziehen.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler (m/w/d) für Wäge- und Automatisierungs-Systeme
    SysTec Systemtechnik und Industrieautomation GmbH, Bergheim bei Köln
  2. Mitarbeiter (m/w/d) für den IT First Level Support
    Diakonie Hasenbergl e.V., München
Detailsuche

Die Schweden wollen Assange zu Vorwürfen sexueller Vergehen an zwei Frauen im Jahr 2010 befragen. Weil er sich geweigert hatte, zu Verhören von Großbritannien nach Schweden zu reisen, erließen sie 2010 Haftbefehl. Assange bestreitet die Vorwürfe und hält sich seit mehr als zwei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, um einer Auslieferung erstens nach Schweden und zweitens in die USA wegen der Wikileaks-Enthüllungen zu entgehen. Wie Arstechnica hervorhebt, ist Assange bisher nicht offiziell für ein Verbrechen angeklagt worden.

Assange will weiter kämpfen

Assange könne die Zeit in der Botschaft Ecuadors nicht als eine Art Arrest geltend machen, "weil er selbst entscheiden kann, seinen Aufenthalt dort zu beenden", argumentierten die Richter. Der Wikileaks-Gründer wollte in der Botschaft befragt werden, die schwedischen Strafverfolger hielten dies aber für nicht effektiv, weil ein Prozess auch in Schweden stattfinden müsse. Im August hatte Assange angekündigt, er wolle die ecuadorianische Botschaft bald verlassen.

"Ich bin enttäuscht, aber ich weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir uns durchsetzen werden", sagte Assanges Anwalt Per E. Samuelson nach der Entscheidung des Gerichts in Stockholm. Einen kleinen Erfolg konnte Assange dennoch verbuchen. In der Erklärung zum Urteil habe das Gericht auch die Staatsanwaltschaft gerügt. Sie habe es verpasst, "alternative Verhörmethoden zu prüfen", beispielsweise ein Verhör in der ecuadorianischen Botschaft.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


ChMu 22. Nov 2014

Bis jetzt haben die Schweden soweit ich weiss niemanden ausgeliefert. Sie "verlieren...

ChMu 22. Nov 2014

Darum geht es aber nicht. Assange hat keine Anklage, die Schweden haben keine Anklage...

Trollversteher 21. Nov 2014

Naja, immer noch besser Teil-Bewusst konsumieren als bei allem "Scheiss-egal...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Amtlicher Energiekostenvergleich  
Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom

Vom 1. Oktober an müssen große Tankstellen einen Energiekostenvergleich aushängen. Dabei schneiden Elektroautos derzeit am besten ab.

Amtlicher Energiekostenvergleich: Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom
Artikel
  1. Bundesregierung: Erst 11 Prozent der Glasfaserförderung wurde ausgezahlt
    Bundesregierung
    Erst 11 Prozent der Glasfaserförderung wurde ausgezahlt

    Städte- und Gemeindebund verlangt, den Förder-Dschungel für Glasfaser zu beseitigen. Versuche gab es viele.

  2. Foundation bei Apple TV+: Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt
    Foundation bei Apple TV+
    Die unverfilmbare Asimov-Trilogie grandios verfilmt

    Gegen die Welt von Asimovs Foundation-Trilogie wirkt Game of Thrones überschaubar. Apple hat mit einem enormen Budget eine enorme Science-Fiction-Serie geschaffen.
    Eine Rezension von Peter Osteried

  3. ProMotion: iPhone 13 Pro kommt bei Drittanbieter-Apps nicht auf 120 Hz
    ProMotion
    iPhone 13 Pro kommt bei Drittanbieter-Apps nicht auf 120 Hz

    Ein Fehler im Betriebssystem verhindert, dass Apps von Drittanbietern die 120- Hz-Funktion des iPhone 13 Pro nutzen können.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Alternate (u. a. DeepCool Matrexx 55 V3 ADD-RGB WH 49,98€) • Thunder X3 TC5 145,89€ • Toshiba Canvio Desktop 6 TB ab 99€ • Samsung 970 EVO Plus 2 TB 208,48€ • Lenovo-Laptops zu Bestpreisen • 19% auf Sony-TVs bei MM • WISO Steuer-Start 2021 10,39€ • Samsung Odyssey G7 499€ [Werbung]
    •  /