Abo
  • Services:

Jugendschutzvertrag und USK: Chats in Online-Spielen bleiben unberücksichtigt

Online-Spiele sollen genauso geprüft und bewertet werden wie Spiele auf Datenträgern. Das sieht ein Entwurf für einen neuen Jugendschutzvertrag vor. Online-relevante Risiken wie beispielsweise bei Chats zwischen Kindern und Erwachsenen spielen dabei keine Rolle.

Artikel veröffentlicht am , Christiane Schulzki-Haddouti
Alterskennzeichen der USK
Alterskennzeichen der USK (Bild: USK)

Online-Spiele sollen dasselbe Kennzeichnungsverfahren nach dem Jugendschutzgesetz durchlaufen wie Spiele auf DVDs, CDs und anderen Datenträgern. Das sieht ein am Montag vorgestellter Entwurf für einen neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) vor. Diese Alterskennzeichen betreffen jedoch keine Chats zwischen realen Personen, die nur online möglich sind. Auch die Risiken durch Bezahlangebote bleiben außen vor.

Kommunikationsrisiken werden nicht berücksichtigt

Inhalt:
  1. Jugendschutzvertrag und USK: Chats in Online-Spielen bleiben unberücksichtigt
  2. Kostenlos gleich sittenlos?

Der Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger zeigte sich darüber enttäuscht: "Inzwischen gab es schon etliche Gerichtsurteile zu Kommunikationsrisiken in Spielen. Der Gesetzgeber hätte hier durchaus Handlungsbedarf." Auch Alvar Freude vom AK Zensur vermisst eine Antwort des Gesetzgebers zu den Fragen: "Wie soll man dem Internet als Kommunikationsmedium gerecht werden? Was kann und soll der Gesetzgeber im Jugendschutz bei Mobbing, Abzocke und Datenschutz leisten?"

Freude schreibt in einem längeren Kommentar im AK-Zensur-Blog: "Die für die Jugendlichen tatsächlich relevanten Risiken sind kommunikationsbezogen: Mobbing, Stalking, sexuelle Belästigung gehören ebenso dazu wie Abzocke und Selbstgefährdung, etwa durch Preisgabe von privaten Daten. Dafür bietet der bisherige Entwurf keine gesetzlichen Konzepte, keine Ideen, keine Fragen."

Während der AK Zensur vornehmlich auf medienpädagogische Lösungsansätze setzt und Alterskennzeichnungen als Bestandteil von Jugendschutzfiltern generell ablehnt, sieht Rüdiger zwar die Eltern primär in der Pflicht, sich mit der Medienwirklichkeit der Kinder zu beschäftigen. Er gibt aber zu bedenken, dass die Alterskennzeichnungen, als Anhaltspunkt oder Empfehlung für die Eltern, noch weiterentwickelt werden müssten.

Lösungen für Bezahlrisiken

Stellenmarkt
  1. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Nürnberg
  2. next.motion OHG, Leipzig, Gera

Rüdiger: "Alterskennzeichen sollen auch bei Online-Spielen und Chatplattformen, die sich explizit durch ihre Gestaltung an Kinder richten, Kommunikationsrisiken berücksichtigen. Ein Betreiber, der für sein Spiel eine geringe Alterseinstufung wünscht, müsste dann entsprechende Schutzmechanismen vorweisen können." An Eltern, die sich an den Alterskennzeichen nach wie vor orientieren, gehe anderenfalls eine falsche Botschaft, was zu einer geringeren Sensibilität führen könnte. Als Beispiel führt er das Online-Spiel Gladiatus an, das von der USK im Rahmen einer freiwilligen Alterskennzeichnung "ab 0 Jahre" freigegeben wurde.

Die Alterskennzeichnung beim Gameforge-Spiel Gladiatus sei deshalb irreführend, erklärt Rüdiger, weil es einen Chat und ein telefonisches Bezahlmodell beinhalte. Da dieses so gut wie keine Authentifizierungsmöglichkeit vorsehe, sei es möglich, dass Spieler ohne Rücksprache mit den Eltern kostenpflichtige Spieloptionen aktivieren könnten. Ein 13-jähriger Spieler habe so rund 2.800 Euro ausgegeben.

Kostenlos gleich sittenlos? 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (-88%) 2,49€
  2. (-77%) 11,49€
  3. 55,11€ (Bestpreis!)
  4. 299€ + 4,99€ Versand oder Abholung im Markt

Prinzeumel 28. Mär 2014

Deswegen hat lego ja auch mit einer whitelist gearbeitet. Was in anbetracht des...

Lord Gamma 28. Mär 2014

Andererseits kann man bei Sandbox-Spielen wie Terraria oder Minecraft, die dedizierte...


Folgen Sie uns
       


Razer-Nommo-Chroma-Boxen - Test

Haartrockner oder doch Lautsprecher? Wir testen Razers Nommo-Chroma-Boxen und tendieren zu Ersterem.

Razer-Nommo-Chroma-Boxen - Test Video aufrufen
Thermalright ARO-M14 ausprobiert: Der den Ryzen kühlt
Thermalright ARO-M14 ausprobiert
Der den Ryzen kühlt

Mit dem ARO-M14 bringt Thermalright eine Ryzen-Version des populären HR-02 Macho Rev B. Der in zwei Farben erhältliche CPU-Kühler leistet viel und ist leise, zudem hat Thermalright die Montage etwas verbessert.
Ein Hands on von Marc Sauter


    Dell XPS 13 (9370) im Test: Sehr gut ist nicht besser
    Dell XPS 13 (9370) im Test
    Sehr gut ist nicht besser

    Mit dem XPS 13 (9370) hat Dell sein bisher exzellentes Ultrabook in nahezu allen Bereichen überarbeitet - und es teilweise verschlechtert. Der Akku etwa ist kleiner, das spiegelnde Display nervt. Dafür überzeugen die USB-C-Ports, die Kühlung sowie die Tastatur, und die Webcam wurde sinnvoller.
    Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

    1. Ultrabook Dell hat das XPS 13 ruiniert
    2. XPS 13 (9370) Dells Ultrabook wird dünner und läuft kürzer
    3. Ultrabook Dell aktualisiert XPS 13 mit Quadcore-Chip

    God of War im Test: Der Super Nanny
    God of War im Test
    Der Super Nanny

    Ein Kriegsgott als Erziehungsberechtigter: Das neue God of War macht nahezu alles anders als seine Vorgänger. Neben Action bietet das nur für die Playstation 4 erhältliche Spiel eine wunderbar erzählte Handlung um Kratos und seinen Sohn Atreus.
    Von Peter Steinlechner

    1. God of War Papa Kratos kämpft ab April 2018

      •  /