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In einem Urteil stellte das Landgericht Saarbrücken bereits 2011 zu Gladiatus fest, dass kostenlose Online-Spiele ohne Altersverifikation im Sinne guter Sitten problematisch seien, wenn Zusatzleistungen über die Telefonrechnung abgerechnet würden. Die Bezahlung über 0900-Nummern ist bei Gladiatus aber auch weiterhin noch möglich.

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Tanja Weerts, Sprecherin von Gameforge, sagt Golem.de: "Es ist uns nach jetzigem Kenntnisstand nicht möglich, Kinder von der Bezahlung auszuschließen, da das Erheben, Speichern und Verarbeiten personenbezogener Daten, wie eben das Alter, nur für bestimmte Fälle im Datenschutzrecht vorgesehen ist. Eltern haben jedoch die Möglichkeit, 0900-Nummern an ihrem Anschluss direkt sperren zu lassen und somit ungewollte Zahlungen durch ihre Kinder zu vermeiden." Gameforge habe als erster Online-Spielanbieter für alle seine Spiele das Prüfsiegel der USK erhalten, weiterhin weise man auf der Website Eltern darauf hin, dass sie bei ihrem Telefonanbieter 0900-Nummern entsprechend sperren lassen könnten.

"Sie können mit einem Kind und Jugendlichen unter 18 Jahren keinen wirksamen Vertrag bei unbaren Bezahlungen abschließen", erklärt Sebastian Wolff-Marting, Fachanwalt für IT-Recht. "Deswegen verlieren die Spiele-Betreiber in solchen Fällen, falls die Eltern ihren Aufsichtspflichten nachgekommen sind." Die Aufsichtspflichten hängen vom Alter des Kindes und dessen üblichem Verhalten ab. Wolff-Marting: "Die Tendenz der Gerichte geht dazu, diese Klagen abzulehnen." Manche Gerichte aber lassen sie zu, wenn die Eltern 0900-Nummern nicht haben sperren lassen. Sie sehen dies als Verletzung ihrer Aufsichtspflicht.

Sebastian Wolff-Marting glaubt allerdings, dass Interaktionsrisiken nicht im JMStV, sondern auf Bundesebene geregelt werden sollten: "Das ist eine Bundeskompetenz und ist im BGB bereits restriktiv geregelt." Die Frage sei nur, ob man dies an digitale Bedingungen anpasse. Ein Jugendlicher könnte so das Recht bekommen, in einem bestimmten Umfang auch Online-Verträge einzugehen. Wolff-Marting: "Das würde verhindern, dass junge Erwachsene sich schnell verschulden, weil sie mit den Risiken zuvor nicht umgehen mussten."

Chats als Kommunikationsrisiko für Kinder

Ein weiteres Risiko stellen Chat-Funktionen in Spielen dar. Rüdiger: "Es gibt bereits Fälle, in denen Spiele als Anbahnungsplattformen für sexuelle Belästigungen von Kindern genutzt wurden. Teilweise versuchen Cybergroomer die Kinder von den Spielen auf andere Plattformen wie etwa den KIK-Messenger, Skype oder Instagram zu locken, um sie zu sexuellen Aktivitäten zu bewegen." Erst kürzlich wurde ein Fall bekannt, bei der eine 10-Jährige über die App Quizduell sexuell belästigt wurde.

Rüdiger hofft, dass die Selbstkontroll-Organisation für Unterhaltungssoftware USK freiwillig aktiv werde und die Interaktionsrisiken schon bei den Alterskennzeichnungen berücksichtige, damit diese die Eltern tatsächlich über die Onlinerisiken informierten.

USK hält sich bislang nur an gesetzliche Vorgaben

USK-Geschäftsführer Felix Falk verweist allerdings auf das Jugendschutzgesetz, das Basis für die die USK-Alterskennzeichnungen ist und in der Kompetenz des Bundes liegt. Das Jugendschutzgesetz bezieht sich im Moment auf das reine Spiel und nicht auf zusätzliche Inhalte, die nicht der Hersteller, sondern die Nutzer hinzufügen. Sieht das Spiel Kommunikationsmöglichkeiten wie einen Chat vor, werden diese Inhalte von den Prüfgremien deshalb nicht berücksichtigt.

Wenn der Anbieter jedoch erfährt, dass es in einem Forum oder in einem Chat zu Jugendschutzverstößen kommt, muss er nach dem JMStV tätig werden und Maßnahmen ergreifen. In diesem Zusammenhang vergibt die USK noch mal ein gesondertes Gütesiegel Jugendschutz. Die Kriterien thematisieren auch die Aspekte User-generated Content und Bezahlsysteme. Die USK prüft dabei, ob die Angebote den rechtlichen Vorgaben des JMStV entsprechen und beispielsweise problematische Inhalte entfernt werden, sobald das Unternehmen davon erfährt. So kommt es, dass auch der Betreiber von Gladiatus über ein solches Gütesiegel verfügt.

Internationale Lösung für Online-Spiele und Apps geplant

Gleichwohl sieht auch die USK im Bereich der Online-Spiele Handlungsbedarf. Auf internationaler Ebene arbeitet die USK derzeit mit anderen nationalen Selbstkontrollen daran, ein globales System zur Kennzeichnung von reinen Online-Spielen zu etablieren. Dabei ist geplant, zusätzlich zu dem Alterskennzeichen auch Informationen zu der Möglichkeit von Online-Interaktion zwischen Nutzern anzugeben. Im Laufe der nächsten Monate sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden.

 Jugendschutzvertrag und USK: Chats in Online-Spielen bleiben unberücksichtigt
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Prinzeumel 28. Mär 2014

Deswegen hat lego ja auch mit einer whitelist gearbeitet. Was in anbetracht des...

Lord Gamma 28. Mär 2014

Andererseits kann man bei Sandbox-Spielen wie Terraria oder Minecraft, die dedizierte...


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