Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Jugendschutz: Zuckerberg verteidigt Meta im Prozess um Suchtpotenzial

Fördern Dienste wie Instagram und Youtube bewusst die Internetsucht von Kindern? Das soll ein Prozess in den USA klären.
/ Friedhelm Greis , dpa
2 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Meta-Chef Mark Zuckerberg verlässt das Gerichtsgebäude nach seiner Aussage. (Bild: Jon Putman/Anadolu/Reuters)
Meta-Chef Mark Zuckerberg verlässt das Gerichtsgebäude nach seiner Aussage. Bild: Jon Putman/Anadolu/Reuters

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in einem potenziell folgenschweren US-Prozess um das Suchtpotenzial sozialer Medien die Vorgehensweise seines Unternehmens verteidigt. So habe Zuckerberg gesagt, dass der Facebook-Konzern Meta keine Ziele für Nutzungszeiten seiner Apps mehr setze, berichtete das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) aus dem Gerichtssaal in Los Angeles.

Der Meta-Chef räumte auch ein, dass auf Dienste des Konzerns wie Instagram zum Teil auch Nutzer unter 13 Jahren zugriffen, obwohl das gegen die Nutzungsbedingungen verstoße. Ihre Accounts würden entfernt, wenn dies auffalle, sagte er dem Fernsehsender CNBC zufolge(öffnet im neuen Fenster) .

Potenziell wegweisender Prozess

In dem Prozess wirft die 20-jährige Klägerin, die nur unter den Initialen KGM auftritt, Onlineplattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Funktion, bei der immer weiter zum nächsten Beitrag gescrollt werden kann. Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen – und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück.

Die Klage richtet sich aktuell gegen Googles Videoplattform Youtube und den Foto- und Videodienst Instagram, der zum von Zuckerberg geführten Konzern Meta gehört. Die Unternehmen hinter den ursprünglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und Tiktok waren durch einen Vergleich dem Prozess entgangen.

Der Ausgang des Verfahrens könnte wegweisende Wirkung für Hunderte weitere Klagen ähnlicher Art haben.

Konzern weist Vorwürfe zurück

Meta wies bereits zu Beginn des Verfahrens jegliche Verantwortung zurück. Die Geschworenen stünden in Los Angeles vor der Frage, ob Instagram ein wesentlicher Faktor für die psychischen Probleme der Klägerin sei, hieß es in einer Stellungnahme des Konzerns. "Das Beweismaterial wird demonstrieren, dass sie schon lange, bevor sie überhaupt soziale Medien nutzte, vor vielen erheblichen und schwierigen Herausforderungen stand" , heißt es darin. Zu Prozessbeginn argumentierten die Meta-Anwälte, die psychischen Probleme der Klägerin gingen auf Misshandlungen und instabile Verhältnisse in der Familie zurück.

Meta verweist auch auf über die Jahre eingeführte Maßnahmen zum Schutz junger Nutzer wie spezielle Accounts für Teenager und Aufsichtsfunktionen für Eltern.

Youtube hält sich nicht für soziales Netzwerk

Zum Prozessauftakt wies auch ein Anwalt der Google-Videoplattform Youtube die Vorwürfe zurück. Die Klägerin sei nicht süchtig nach Youtube und die Plattform gehöre auch nicht zur Kategorie soziale Medien, sondern sei eher ein Streamingdienst wie Disney+ oder Netflix, sagte er Medienberichten zufolge. Auch gebe es keine Hinweise auf exzessiven Konsum von Youtube-Videos durch die Klägerin. Von 2020 bis 2024 habe sie im Schnitt 29 Minuten pro Tag die Plattform genutzt, sagte er der Website Courthouse News Service zufolge.


Relevante Themen