Jugendschutz: Websperren gegen Pornoseiten rücken näher

Pornoseiten wie Youporn und Pornhub sind offiziell "beanstandet" worden. Verbessern sie nicht die Zugangskontrolle, drohen Netzsperren.

Artikel veröffentlicht am ,
Anbietern wie Pornhub drohen Netzsperren in Deutschland.
Anbietern wie Pornhub drohen Netzsperren in Deutschland. (Bild: Screenshot: Golem.de)

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat drei Pornowebseiten die Verbreitung ihrer Angebote in Deutschland untersagt. "Konkret machen alle drei Angebote pornografische Inhalte frei zugänglich, ohne sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang dazu erhalten", teilte die Kommission zur Begründung mit.

Stellenmarkt
  1. Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik / Nachrichtentechnik
    Amprion GmbH, Pulheim
  2. Product Manager Simulation Energy & Driving w/m/d
    AVL List GmbH, Graz
Detailsuche

Anfang Juni sei über die von der Landesmedienanstalt NRW geführten Fälle entschieden und eine Beanstandung ausgesprochen worden. Es soll sich dabei um Pornhub, Youporn und Mydirtyhobby handeln, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet.

Laut Jugendmedienstaatsvertrag (PDF) sind pornografische Angebote nur dann zulässig, "wenn von Seiten des Anbieters sichergestellt ist, dass sie nur Erwachsenen zugänglich gemacht werden (geschlossene Benutzergruppe)".

Um dies sicherzustellen, sind sogenannte Altersverifikationssysteme (AVS) erforderlich. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat dazu Vorgaben entwickelt (PDF) und derzeit 30 Gesamtkonzepte sowie 20 Module für geeignet erklärt. Hinzu kommen sechs übergreifende Jugendschutzkonzepte mit Verifikationssystemen als Teilelementen.

Forderungen schwer durchsetzbar

Die KJM räumt in ihrer Mitteilung ein, dass die Rechtsdurchsetzung bei Anbietern mit Sitz im Ausland grundsätzlich schwieriger sei. "Wenn es trotz der nun vorliegenden Beschlüsse der KJM weiterhin nicht gelingt, die Anbieter zu einer rechtskonformen Anpassung ihrer Angebote zu bewegen, ist die KJM bereit, den Weg weiterzugehen und alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen", sagte der KJM-Vorsitzende Marc Eumann.

Die Medienanstalten wollten zudem ihre Erfahrungen "in den europäischen Gesetzgebungsprozess für eine effektivere Rechtsdurchsetzung innerhalb der EU einbringen", sagte Tobias Schmid, Direktor der Landesmedienanstalt NRW.

Die betroffenen Anbieter haben ihren europäischen Sitz in Zypern. Schmid hat sich aus diesem Grund bereits mit der zypriotischen Behörde abgesprochen und bereits vor einiger Zeit ein Verfahren gegen vier Anbieter eingeleitet. Sollten die Plattformen oder deren Hostanbieter den Aufforderungen nicht nachkommen, will sich Schmid direkt an Internetanbieter wie Telekom oder Vodafone wenden, um eine Sperrung durchzusetzen.

Solche Sperren sind bislang vor allem gegen Betreiber illegaler Streamingportale wie Kino.tx durchgesetzt worden. Darüber hinaus sind Sperren dieser Art durch VPN-Dienste leicht zu umgehen. Das gilt auch für die Identifizierungsverfahren, wenn diese nur für Nutzer aus Deutschland umgesetzt werden sollen. Laut FAZ müsste die KJM im Sommer oder Herbst noch einmal einen gesonderten Beschluss für die Netzsperren fassen.

Die KJM begründet ihr Vorgehen mit einer geänderten Medienrezeption bei den Jugendlichen. "Kinder und Jugendliche nutzen für den Zugriff auf Apps und Webseiten mittlerweile überwiegend mobile Endgeräte, die die elterliche Kontrolle erschweren und auf denen technische Schutzmaßnahmen noch nicht ausreichend greifen. Damit geht ein deutlich erhöhtes Risiko der Konfrontation mit pornografischen Inhalten einher, deren Anbieter keine Verantwortung für den Jugendschutz übernehmen", hieß es in der Mitteilung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Netflix
Warum so viele Serien nur zwei Staffeln lang laufen

Die Superhelden-Serie Jupiter's Legacy war bei ihrem Start ein Erfolg bei Netflix. Jetzt wurde sie eingestellt. Wie entscheidet Netflix, ob eine Serie verlängert wird?
Von Peter Osteried

Netflix: Warum so viele Serien nur zwei Staffeln lang laufen
Artikel
  1. Livewire One: Erste Details zu Harleys neuem Elektromotorrad
    Livewire One
    Erste Details zu Harleys neuem Elektromotorrad

    Im Mai hat Harley-Davidson eine eigene Elektromarke vorgestellt. Deren erstes Elektromotorrad soll bald kommen.

  2. Model S Plaid: Teslas Knight Rider-Lenkrad könnte ergonomischer Krampf sein
    Model S Plaid
    Teslas Knight Rider-Lenkrad könnte ergonomischer Krampf sein

    Das D-förmige Lenkrad im neuen Tesla Model S sorgt für Kontroversen. Erste Fahrer haben es ausprobiert und sind nicht glücklich damit.

  3. Nach Aukey und Mpow: Amazon verbannt Hersteller Ravpower aus seinem Angebot
    Nach Aukey und Mpow
    Amazon verbannt Hersteller Ravpower aus seinem Angebot

    Amazon verbannt mit Ravpower einen weiteren chinesischen Hersteller von seinem Marktplatz. Grund scheint erneut Betrug mit Fake-Reviews zu sein.

Clown 12. Jun 2020

Ja, sicher. Die Regelungen sind online abrufbar. Die TV-Anstalten haben sich aber schon...

Zinthos 11. Jun 2020

Es geht nicht darum, dass es nicht umgangen werden kann. Jede Sperre kann mit genügend...

DWolf 11. Jun 2020

Musste tatsächlich suchen, aber ich hatte die gleiche Erinnerung wie du. Zumindest...

Schattenwerk 10. Jun 2020

Und dagegen hilft dann ein VPN ins Ausland

DWolf 10. Jun 2020

Ganz genau! (gut ich bin nicht verheiratet oder hab Kinder, aber der Rest passt) Davor...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • PS5 bei o2 mit Mobilfunkvertrag bestellbar • Xbox Series X bei MM bestellbar 499,99€ • Breaking Deals bei MM (u. a. LG 75" Nanocell 8K 2.699€) • Corsair 32GB DDR4-3600 Kit 182,90€ • PCGH Gaming-PC i7 RX 6800 XT 2.500€ • Rabatte auf Geschenkkarten bei Amazon [Werbung]
    •  /