Whatsapp am beliebtesten
Weitere Bildschirmzeit ergibt sich durch Fernsehen und vor allem bei Jungen durch Spielekonsolen. Ab einem gewissen Alter kommen bei vielen Kindern noch soziale Medien wie Youtube, Instagram oder Tiktok hinzu. Sie verschaffen einen Einblick in die fabelhafte Welt der Influencer.
Einer aktuellen Jugendstudie der Landesmedienanstalt Baden-Württemberg zufolge(öffnet im neuen Fenster) bleibt Whatsapp mit 84 Prozent die wichtigste Anwendung für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren. Es folgen Instagram (33 Prozent) vor Snapchat (24 Prozent), Tiktok (23 Prozent) und Youtube (20 Prozent).
Kindern fehlt die erforderliche Selbstregulierung
Das Problem an den letztgenannten Angeboten: Sie sind so programmiert, dass die Nutzer möglichst lange in dem Dienst gehalten werden sollen. Das ist schon für viele Erwachsene ein Problem, wie am Beispiel von Elon Musk zu erkennen ist. Doch Kinder sind häufig nicht in der Lage, ihren Konsum selbst zu regulieren.
"Grundschulkinder sind den auf den persönlichen Geschmack abgestimmten vertikalen Kurzvideos bei Youtube, Tiktok, Instagram oder Snapchat völlig ausgeliefert. Denn die Logik dieser im Addictive Design, also einem süchtig machenden Design, entwickelten Apps zielt ja gerade darauf, dass man immer weiterwischt, dabei nebenher immer mehr Werbung ansehen muss – und die Konzerne so immer mehr Geld verdienen" , sagt der Pädagoge und Digitaltrainer Daniel Wolff(öffnet im neuen Fenster) .
Wie Berge von Kokain
Die Stanford-Psychiaterin Anna Lembke erläutert die Abhängigkeit mit dem Belohnungssystem des Gehirns. "Tiktok-Videos gehen ja nicht aus. Ist eins zu Ende, kommt schon das nächste, zack, neuer Dopamin-Kick, man kann unendlich lang scrollen. Stellen Sie sich mal eine Welt vor, in der Kokain niemals ausginge! Selbst wenn wir gerade nicht aktiv auf Instagram oder Tiktok sind, bekommen wir Benachrichtigungen, die uns zurückholen" , sagte sie der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall).
Problematischer Konsum bei vielen Kindern
Laut einer Studie der Postbank(öffnet im neuen Fenster) verbringen Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren in Deutschland durchschnittlich 65,5 Stunden pro Woche mit verschiedenen Endgeräten von Handy bis Spielekonsole im Internet – also durchschnittlich 9,4 Stunden pro Tag. Auf das Smartphone entfallen dabei 37,5 Stunden, was 5,4 Stunden täglich entspricht.
Einer Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge(öffnet im neuen Fenster) nutzen Kinder und Jugendliche an einem normalen Wochentag 2,7 Stunden Social Media, am Wochenende 3,3 Stunden. Dabei wird bei einem Viertel die Nutzung als riskant oder sogar krankhaft eingestuft. Im Herbst 2025 wiesen demnach 21,5 Prozent eine riskante Nutzung sozialer Medien auf – nach 21,1 Prozent im September/Oktober 2024. Onlinevideos konsumierten dabei 21,4 Prozent riskant viel, nach 13,4 Prozent im Jahr zuvor. Als suchtkranke Nutzer gelten 6,6 Prozent bei Social Media und 4 Prozent bei Videos.
Den IT-Konzernen ist das Wohlbefinden der Nutzer genauso egal wie der Tabakindustrie die Gesundheit der Raucher (und Passivraucher) oder den Ölkonzernen der Klimaschutz. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, ob die Kinder altersgerechte oder eher ungeeignete Inhalte zu sehen bekommen. Denn die Apps sind ein weiterer Faktor, die Bildschirmzeit der Kinder hochzutreiben.
Doch leider kommt hinzu, dass viele Inhalte für Kinder nicht zu empfehlen sind.
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