Jugendschutz: USK berücksichtigt Glücksspielelemente für Altersfreigaben

Simuliertes Glücksspiel in Games hat ab sofort offiziell Einfluss auf die Altersfreigabe der USK.

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Prüfsiegel der USK auf einem Computerspiel
Prüfsiegel der USK auf einem Computerspiel (Bild: USK)

Die für Altersfreigaben bei Computerspielen zuständige Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat ihre Leitlinien so geändert, dass nun auch Glücksspielelemente bei den Alterseinstufungen offiziell berücksichtigt werden.

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Gemeint sind etwa simulierte Glücksspiele wie Black Jack oder Ähnliches in Spielen. Bislang wurden solche Inhalte formal nicht bei der klassischen USK-Prüfung, sondern nur bei Onlinespielen einbezogen, bei denen die Alterseinstufung über das sogenannte IARC-System läuft.

Bei den geänderten Regeln geht es nicht um echtes Geld, sondern um simuliertes Glücksspiel mit Ingame-Geld. Nach Angaben der USK sind Ingame-Käufe in Verbindung mit zufallsgenerierten Spielvorteilen (Lootboxen) aus rechtlichen Gründen auch weiterhin kein Teil der Alterseinstufung. Derartige "interaktionsbezogenen Komponenten" würden jedoch in Form von "Zusatzinformationen und Deskriptoren berücksichtigt".

Bei Games, die es im Handel oder auf Onlineportalen für PCs oder Konsolen zu kaufen gibt, konnte die USK bislang trotz besseren Wissens die Glücksspielelemente direkt im Spiel nicht offiziell in ihre Entscheidungen für Altersfreigaben einbeziehen.

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Das führte unter anderem dazu, dass 2019 das Sportspiel NBA 2K20 mit einer USK-Freigabe "ab 0 Jahre" versehen wurde, obwohl es viele Glücksspielelemente gab. Die USK kritisierte das damals in ihrem Blog selbst.

Bei NBA 2K20 blieb das Glückspiel für die Alterseinstufung unberücksichtigt, weil es nicht um echtes Geld ging. Allerdings sind die Jugendschützer der Auffassung, dass auch Elemente wie simulierte Roulettetische oder Einarmige Banditen "die Einstellung zur Teilnahme an Glücksspielen und damit die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen oder gefährden" können.

Falls das für September 2020 geplante NBA 2K21 also ähnliche Elemente wie der Vorgänger enthält, könnte die Altersfreigabe wegen der nun geänderten Leitlinien anders ausfallen.

Zur Orientierung: Im Rahmen des IARC-Verfahrens wurde das umstrittene Coin Master - eine Art virtuelles Casino in Form einer App - bereits auf "USK 16" eingestuft. Das könnte bei NBA 2K21 ähnlich geschehen.

Keine Auswirkungen hat die Änderung der USK-Leitlinien auf echtes Glücksspiel, bei dem es tatsächlich um Geld geht. Das ist in keinem Fall jugendfrei und wird in Deutschland seit jeher nicht durch die Jugendschutzgesetze, sondern durch den Glücksspiel-Staatsvertrag geregelt.

Nachtrag vom 13. August 2020, 15:05 Uhr

In einer ersten Version des Artikels entstand der Eindruck, dass künftig auch Lootboxen einen Einfluss auf die USK-Altersfreigaben haben. Das ist nicht der Fall; wir haben die entsprechenden Stellen überarbeitet.

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