Jugendschutz: Sicherer Cloudflare DNS filtert zu viel

LGBTQ-Inhalte waren für die Filter von Cloudflare auch nur Pornografie. Das sei "dumm" und ein "Fehler" gewesen und nun behoben.

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Cloudflares gefiltertes DNS hat Seiten der LGBTQ-Community blockiert.
Cloudflares gefiltertes DNS hat Seiten der LGBTQ-Community blockiert. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de)

Der Internetdiensteanbieter Cloudflare hat zwei Jahre nach dem Start seines öffentlichen DNS-Angebots eine gefilterte Variante seines Dienstes vorgestellt. Nutzer sollen damit Malware blockieren können sowie mit dem Dienst "für Familien" auch Erwachseneninhalte wie Pornografie. Dabei ging Cloudflare aber deutlich zu weit und blockierte auch Webseiten der LGBTQ-Community. Der Cloudflare-CEO und -Gründer Matthew Prince bezeichnete das als "Fehler" und auf Twitter als "dumm".

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Inzwischen sei dieses Verhalten abgestellt worden und das Unternehmen habe Maßnahmen ergriffen, damit die betroffenen Seiten künftig nicht wieder von dem Dienst blockiert würden, beteuert Prince in einem ausführlichen Blogpost.

DNS-Filter mit menschlichen Problemen

Öffentlich auf die viel zu weitreichenden Filterregeln hingewiesen hatte unter anderem Sarah Jamie Lewis, die die gemeinnützige Organisation Open Privacy leitet. Als Kommentar auf die Ankündigung von Prince, dass das Verhalten abgestellt werden soll, schreibt Lewis: "Cloudflare beschreibt dies als 'Fehler', aber es ist offensichtlich, dass dies ein systemisches Problem ist - wenn sie irgendjemanden hätten, der auch nur entfernt damit zu tun hat, Ressourcen für marginalisierte Gemeinschaften nicht zu blockieren, wären die Probleme sofort offensichtlich gewesen".

Das Unternehmen Cloudflare ist in den vergangenen Jahren immer wieder dafür kritisiert worden, dass es nur sehr zögerlich Webseiten mit rechtsextremen Inhalten von seinen Diensten ausschloss. Lewis weist nun zudem darauf hin, dass zum Beispiel auch ein bekanntes Neo-Nazi-Forum nicht von dem Familien-Filter blockiert worden sei - im Gegensatz zu den LGBTQ-Inhalten.

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Cloudflare-CEO Prince fordert in seinem Blogpost dazu auf, dass sich Nutzer mit Hinweisen an das Unternehmen wenden könnten, falls diese auf Webseiten stießen, die auch von einem Familienfilter nicht blockiert werden sollten. Lewis schreibt dazu, dass eine Whitelist das Problem aber wohl nicht lösen könne.

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