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Jugendschutz: Schluss mit dem Lootbox-Casino für Kinder

Die Spielebranche war gegen das neue Jugendschutzgesetz - aber für Gamer und Eltern könnte es ein Segen sein.
/ Peter Steinlechner
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Lootbox in Overwatch (Bild: Blizzard)
Lootbox in Overwatch Bild: Blizzard

Die Älteren von uns werden sich mit Grauen an die Killerspieldebatten aus den 80er und 90er Jahren erinnern, als einige Politiker pauschal alle Gamer in einem Topf mit Gewaltfanatikern und Psychopathen warfen. Nun gibt es wieder eine Reform der Jugendschutzgesetze und in dem Text ist durchaus ein gewisses Misstrauen gegenüber neuen Technologien zu spüren.

Die gerade verabschiedete Reform könnte im ungünstigsten Fall zu einer Verschärfung der Jugendschutzregeln führen - wobei noch nicht final absehbar ist, wie die praktische Umsetzung ausgestaltet wird. Verbände wie Game und Bitkom waren gegen die Änderungen(öffnet im neuen Fenster) .

Tatsächlich ist auch mein Eindruck, dass wieder mal kein Gesetz aus einem Guss entstanden ist. Bürokratische Doppelstrukturen und unklare Zuständigkeiten bleiben. Teilweise könnte es sogar zu Verschlimmbesserungen kommen, etwa im Hinblick auf die Reform der künftigen Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz.

Anders als in den Debatten um die Killerspiele geht es allerdings nicht - oder so gut wie gar nicht - um die Inhalte der Games beziehungsweise der jeweils betroffenen Medien. Stattdessen beschäftigt sich das Gesetz im Kern mit einigen Elementen, die von der Industrie etwa um Spiele herum gebaut werden.

Die Zielrichtung stimmt

Diese sogenannten Interaktionsrisiken - darunter Chats und Lootboxen - empfinden auch viele Spieler als störend. Richtig problematisch sind solche Elemente in Angeboten für Kinder und Jugendliche. Man muss das gar nicht weiter ausführen: Wer einmal in einem Onlinespiel im öffentlichen Chat mitgelesen hat, kennt mit ziemlicher Sicherheit die dort oft herrschende Verrohung.

Natürlich ist es auch Sache der Eltern, die Sprösslinge vor derartigen Inhalten sowie vor Kostenfallen wie Lootboxen zu schützen. Aber man sollte die Eltern eben auch nicht alleinlassen, sondern sie auf sinnvolle Art unterstützen - auch wenn das so manches Geschäftsmodell der Spielebranche stört.

Mir kommt der Ansatz richtig vor: die Jüngsten vor problematischen Inhalten und Abzocke schützen und den Älteren weiterhin Zugang zu den gewohnten Inhalten ermöglichen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).


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