Jugendschutz: Österreich plant Social-Media-Verbot unter 14 Jahren
In Österreich sollen Jugendliche soziale Medien künftig erst ab 14 Jahren nutzen dürfen. Die Regierung kündigte ein entsprechendes Verbot für jüngere Kinder an. "Wir schauen nicht mehr dabei zu, wie diese Plattformen unsere Kinder süchtig und oftmals auch krank machen" , sagte Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler von der sozialdemokratischen SPÖ.
Nach Angaben der Regierung soll die Regelung ohne eine Verbotsliste für einzelne Plattformen umgesetzt werden. Stattdessen soll die Altersbeschränkung allgemein für Angebote mit bestimmten Eigenschaften gelten, wie der Vizekanzler ankündigte. Dazu zählen etwa Algorithmen, die süchtig machen oder die Online-Nutzungsdauer erhöhen, sowie Anwendungen, die Kinder sexualisierter Gewalt aussetzen.
Für die konkrete Umsetzung des Social-Media-Verbots soll eine zweistufige Online-Alterskontrolle eingeführt werden, bei der keine persönlichen Daten weitergegeben werden. Die Regierung will einen Gesetzesentwurf für die geplanten Maßnahmen bis Ende Juni ausarbeiten.
Zusätzlich kündigte die Regierung an, den Unterricht in den Bereichen Online-Medienkompetenz und künstliche Intelligenz an Schulen auszubauen. Im Gegenzug sollen Unterrichtsstunden für Latein und Fremdsprachen etwas gekürzt werden.
EU arbeitet an ähnlichen Regeln
Auch auf EU-Ebene gibt es ähnliche Überlegungen zu Altersgrenzen für soziale Medien. Die Staats- und Regierungschefs der EU bekräftigten am 19. März 2026, dass sie strengere Regeln für Onlineplattformen wie Tiktok, Instagram und Co. vorantreiben wollen.
Die Mitgliedsländer forderten die EU-Kommission auf(öffnet im neuen Fenster) , das Gesetz über digitale Dienste und die dazugehörigen Leitlinien für den Schutz Minderjähriger konsequent umzusetzen. Die Leitlinien gelten als wahrscheinlichster Weg, um eine wirksame Altersgrenze für Plattformen einzuführen.
Die österreichische Regierung unterstützt dieses Ziel grundsätzlich, rechnet jedoch damit, dass eine europaweite Regelung noch Zeit braucht. Deshalb wolle seine Regierung zunächst eigene Maßnahmen umsetzen, sagte Vizekanzler Babler zur Begründung für das geplante nationale Social-Media-Verbot.
Auch in Deutschland wird über strengere Regeln für soziale Medien diskutiert. Familienministerin Karin Prien (CDU) erwartet schon für die nächsten Monate entsprechende neue EU-Vorschriften. Sollte es nicht schnell genug gehen, behält sie sich eigene Maßnahmen in Deutschland vor.
Die Bundes-CDU befürwortete im Februar ein Mindestalter von 14 Jahren. Auch die SPD sprach sich für feste Altersgrenzen aus und legte ein abgestuftes Modell vor.
Australien als Vorreiter
Deutlich weiter ist Australien : Dort wurde im Dezember 2024 ein Gesetz beschlossen, das Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung sozialer Medien verbietet.
Nach einer Übergangsphase trat die Regelung inzwischen in Kraft. Plattformbetreiber sind verpflichtet, das Alter ihrer Nutzerinnen und Nutzer zu überprüfen und Minderjährige entsprechend zu sperren. Bei Verstößen drohen den Unternehmen hohe Geldstrafen.
- Anzeige Hier geht es zum Gimbal DJI OM 4 bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.