Jugendschutz: Computerspiele bekommen neue USK-Logos

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die in Deutschland für die Altersfreigaben von Computerspielen zuständig ist, steht Anfang 2023 vor grundlegenden Änderungen. Eine davon betrifft die Logos, die künftig auf den Verpackungen und in Onlineshops zu sehen sind.
Künftig gibt es zwei Logos: Das auf der Vorderseite etwa einer Box bleibt unverändert. Dazu kommt aber ein zweites Logo auf der Rückseite, das mehr Informationen enthält. Dort sind vor allem für Eltern gedachte Hinweise wie "Kriegsthematik" , "In-Game-Käufe" oder "zufällige Objekte" zu finden.
Einige dieser Hinweise sind innerhalb des farblich markierten Bereichs mit der Altersfreigabe zu finden, etwa mit Rot oder Blau hinterlegt. Das bedeutet, dass die aufgeführten Elemente tatsächlich einen Einfluss auf die Altersfreigabe gehabt haben.
Wenn Elemente wie "Chats" im unteren weißen Bereich aufgeführt sind, bedeutet das: Es gibt zwar einen Chat, in dem es möglicherweise auch toxische Inhalt gibt. Der Chat ist aber nicht besonders wichtig für das Spiel, weshalb er nicht besonders für die Altersfreigabe berücksichtigt wurde.
Wenn Spiele etwa ihr Geschäftsmodell grundlegend ändern und etwa anstelle eines Abos auf Mikrotransaktionen setzen, ist unter Umständen eine neue Freigabe nötig.
Wieso nicht einfach "Lootboxen"?
Wer sich über einige der Begriffe wundert – etwa "zufällige Objekte" anstelle von "Lootboxen" : Bei einer Online-Pressekonferenz, an der auch Golem.de teilnahm, erklärte die USK, dass die jeweiligen Ausdrücke auch per Umfrage überprüft wurden.
Speziell mit "Lootboxen" hat außerhalb der Gamer-Community kaum jemand etwas anfangen können. Dabei komme es ja gerade darauf an, Eltern oder andere Verwandte ohne Bezug zu Computerspielen so gut es geht zu informieren. Auf der Webseite der USK gibt es weitergehende Informationen(öffnet im neuen Fenster) .

Viele der genannten Elemente wie eben Lootboxen, Chats oder Standortweitergabe haben bislang keinen Einfluss auf die Alterseinstufungen der USK. Das wird sich aber ändern: Alle Games, die ab 2023 zur Prüfung eingereicht werden, werden unter Einbeziehung solcher Elemente freigebeben.
Nach Einschätzung der USK könnte das durchaus dazu führen, dass vor allem die Alterseinstufungen für die jungen Zielgruppen eher etwas höher ausfallen – eben weil es dann mehr kritische Elemente gibt. Ältere Gamer müssen wohl nicht mit anderen Einstufungen rechnen.