Jugendschutz: Bundeskanzler Merz offen für Social-Media-Verbot
Bundeskanzler Friedrich Merz befürwortet ein Social-Media-Verbot für Minderjährige. "Wenn Kinder heute im Alter von 14 Jahren bis zu fünf Stunden und mehr Bildschirmzeit haben am Tag, wenn die gesamte Sozialisation nur noch über dieses Medium stattfindet, dann brauchen wir uns über Persönlichkeitsdefizite und Probleme im Sozialverhalten von jungen Menschen nicht zu wundern" , sagte der CDU-Vorsitzende im Politik-Podcast Machtwechsel(öffnet im neuen Fenster) den Journalisten Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander.
Für den am 20. Februar 2026 beginnenden CDU-Parteitag liegt ein Antrag(öffnet im neuen Fenster) (PDF) aus dem Landesverband Schleswig-Holstein vor. Dieser empfiehlt, das Mindestalter für die Nutzung "offener Plattformen" wie Instagram, Tiktok und Facebook auf 16 Jahre festzusetzen, "flankiert durch verpflichtende Altersverifikation" .
Merz mit Sympathien für Ideen aus CDU und SPD
Der CDU-Chef sagte, er hege viel Sympathien für den Vorschlag und auch für jenen aus der SPD. Führende Sozialdemokraten hatten ein Papier mit konkreten Vorschlägen zur Umsetzung eines Verbots vorgelegt . Kern ist ein nach Altersgrenzen abgestuftes Modell, das ein vollständiges Verbot für Kinder unter 14 Jahren umfasst.
Eigentlich sei er bei Verboten sehr zurückhaltend, sagte Merz und fügte hinzu: "Im Vordergrund muss stehen, wie schütze ich die Kinder in einem Alter, in dem sie auch Zeit haben müssen zu spielen, zu lernen, sich in der Schule zu konzentrieren" . Er sei zwar der Meinung, Kinder sollten in der Schule den Umgang mit elektronischen Medien lernen: "Aber das Argument, man muss Kinder heranführen, damit sie es können, trägt ehrlich gesagt nicht" , sagte Merz und argumentierte weiter: "Dann müssten Sie auch Alkohol schon in der Grundschule ausgeben, damit sie sich daran gewöhnen."
Kanzleramtschef: "Das Thema treibt uns um"
Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) rechnet auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart mit einer breiten Diskussion über ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche. "Das Thema treibt uns um. Wir müssen eine gesunde Balance finden, um auf der einen Seite Heranwachsende vor Hass, Desinformation und psychischen Belastungen zu schützen, und ihnen auf der anderen Seite die Möglichkeit bieten, die Medienkompetenz zu stärken und digitale Chancen zu nutzen" , sagte Frei der Rheinischen Post.
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