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Jugendschutz: Bundesdigitalminister will Social-Media-Sperre für Kinder

Digitalminister Karsten Wildberger findet, dass es für Kinder striktere Grenzen beim Zugang zu Instagram & Co. geben sollte.
/ Peter Steinlechner , dpa
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Digitalminister Karsten Wildberger (Bild: Omer Messinger/Getty Images)
Digitalminister Karsten Wildberger Bild: Omer Messinger/Getty Images

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) zeigt sich offen für ein Social-Media-Verbot für Kinder, wie es am 10. Dezember in Australien in Kraft getreten ist. "Ich kann dem eine Menge abgewinnen. Ich halte die Frage nach einer Altersbeschränkung für mehr als berechtigt" , sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Aus Studien, Schilderungen und Beobachtungen wisse man, wie tiefgreifend soziale Medien in die Entwicklung junger Menschen eingriffen.

"Da ist jetzt mal die Frage zu stellen: Wie ermöglichen wir ihnen eine gesunde Entwicklung, so, wie sie frühere Generationen ohne soziale Medien auch hatten. Was das richtige Alter ist, muss gut diskutiert werden" , fügte er hinzu und verwies auf eine von der Bundesregierung eingesetzte "Expertenkommission für Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" .

Das Gremium aus Wissenschaftlern und Praktikern, unter anderem aus Medizin und Jugendschutz, nahm im Herbst 2025 seine Arbeit auf und soll bis zum kommenden Sommer Empfehlungen erarbeiten. Dabei geht es unter anderem um mögliche Altersgrenzen sowie um das viel diskutierte Thema Handyverbot an Schulen.

Auch in dieser Angelegenheit spricht sich der Bundesdigitalminister für einen eher strikten Kurs aus: "Dass man sich mal ein, zwei Stunden hinsetzt, aufmerksam ist und nicht durch Dinge abgelenkt ist, ist eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung. Insofern finde ich, ist das nicht nur zumutbar, sondern wir schulden das den Kindern auch, dass sie diese Möglichkeit haben" , sagte Wildberger.

Mehr auf die Lehrer hören!

Auszeit gehöre dazu. Bei solchen Debatten sei es wichtig, auf diejenigen zu hören, die damit täglich zu tun hätten – und das seien die Lehrer.

Wildberger ist Deutschlands erster Bundesdigitalminister. Er ist auch für Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau zuständig. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den früheren Mediamarktsaturn-Chef aus der Wirtschaft in sein Kabinett berufen.

Seit dem 10. Dezember dürfen in Australien Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keine eigenen Konten mehr auf vielen großen Social-Media-Plattformen besitzen ( Details über die Sicherheitstechnik ). Die Regierung will junge Menschen so vor Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten schützen.


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