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Jugendschutz: Australiens Social-Media-Verbot zeigt kaum Wirkung

Das Social-Media-Verbot für Jugendliche in Australien zeigt laut einer Studie im British Medical Journal bisher kaum einen Effekt.
/ Nils Matthiesen
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Social-Media-Verbot in Australien scheitert. (Symbolbild) (Bild: cottonbro Studio / Pexels)
Social-Media-Verbot in Australien scheitert. (Symbolbild) Bild: cottonbro Studio / Pexels

Das weltweit erste flächendeckende Verbot von Social Media für Jugendliche unter 16 Jahren zeigt in Australien bisher kaum Auswirkungen auf das Nutzungsverhalten. Eine im British Medical Journal veröffentlichte Untersuchung(öffnet im neuen Fenster) von australischen Forschern liefert keine hinreichenden Belege für nennenswerte Effekte auf Plattformen wie Instagram, Facebook und Tiktok. Die Wissenschaftler stellten lediglich in Aussicht, dass künftige Generationen von Nutzern einen größeren Effekt zeigen könnten.

Für die Erhebung befragten die Forscher über 400 junge Social-Media-Nutzer unmittelbar vor dem Inkrafttreten der gesetzlichen Beschränkungen im vergangenen Dezember. Eine Folgebefragung drei Monate später dokumentierte das Nutzungsverhalten der Heranwachsenden. Bei den 12- bis 13-Jährigen stellten die Autoren kaum Veränderungen fest. In der Altersgruppe der 14- bis 15-Jährigen gab es einen leichten Rückgang, während die Nutzung bei Jugendlichen ab 16 Jahren anstieg.

Mangelhafte Kontrollen und Auswege

Als wesentliche Ursache für die geringe Wirksamkeit gilt die Alterskontrolle. Zwar gaben zwei Drittel der Befragten an, eine entsprechende Überprüfung durchlaufen zu haben. Allerdings forderten die Betreiber nur fünf Prozent der 12- und 13-Jährigen sowie elf Prozent der 14- und 15-Jährigen auf, ein offizielles Dokument mit Foto vorzuweisen.

Zudem nutzen die Minderjährigen verschiedene Methoden, um die Sperren zu umgehen. Zwischen 15 und 19 Prozent der Jugendlichen verwendeten für den Zugang ein ausgedachtes Profil. Andere erstellten Fake-Accounts oder nutzten Konten, die auf ältere Personen registriert sind.

Deutscher Expertenrat gegen Pauschalverbot

Während Australien als weltweiter Vorreiter agiert und andere Staaten bereits ähnliche Gesetze erließen, diskutiert auch Deutschland über entsprechende Maßnahmen. Eine vom Familienministerium eingesetzte Expertenkommission legte Handlungsempfehlungen für den Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt vor. Das Gremium rät von einem strengen pauschalen Verbot ab. Die Experten schlagen stattdessen eine Mindestaltersgrenze von 13 Jahren oder gezielte Beschränkungen für einzelne Social-Media-Angebote vor.


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