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Jugendschutz: Australien verdoppelt Strafen für Social-Media-Unternehmen

Das Social-Media-Verbot in Australien funktioniert nicht – die Regierung setzt nun auf höhere Strafen und mehr Kontrollmöglichkeiten.
/ Tobias Költzsch
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Soziale Netzwerke wie Instagram sollen in Australien Jugendlichen unter 16 Jahren eigentlich nicht mehr zur Verfügung stehen. (Bild: Pexels)
Soziale Netzwerke wie Instagram sollen in Australien Jugendlichen unter 16 Jahren eigentlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Bild: Pexels / Pexels-Lizenz

Die australische Regierung hat die Strafen für Social-Media-Unternehmen bei Verstößen gegen das Nutzungsverbot für Kinder unter 16 Jahren verdoppelt. Ab sofort werden bei systematischen Zuwiderhandlungen 99 Millionen Australische Dollar fällig, das sind umgerechnet knapp 60 Millionen Euro.

Gleichzeitig sollen dem eSafety-Beauftragten mehr Kontrollmöglichkeiten eingeräumt werden, wie der australische Premierminister Anthony Albanese in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) erklärt. So sollen Social-Media-Unternehmen gezwungen werden können, Beweise zu präsentieren, dass Jugendliche unter 16 Jahren keine Konten eröffnen können.

Der eSafety-Beauftragte kann auch Informationen von Dritten einholen, um die Befolgung der Regeln zu kontrollieren. Dazu zählen Altersverifikationsanbieter oder auch App-Marktplatz-Anbieter. Die Änderungen sollen dem Beauftragten bessere Mittel zur Verfügung stellen, um die Einhaltung des Social-Media-Verbotes zu kontrollieren.

Dieses scheint nämlich nicht zu funktionieren: Einer jüngsten Umfrage zufolge zeigt das Verbot kaum Wirkung. Bei den 12- bis 13-Jährigen stellt die Untersuchung des British Medical Journal keine nennenswerte Veränderung bei der Nutzung fest. In der Altersgruppe der 14- bis 15-Jährigen gab es nur einen leichten Rückgang.

Die Maßnahmen, die den Zugang von Unter-16-Jährigen verhindern sollen, werden umgangen: Die Alterskontrolle gilt als die wesentliche Ursache für die Wirkungslosigkeit. Zwei Drittel der Befragten geben zwar an, die Altersverifikation durchlaufen zu haben. Allerdings werden bei den Anmeldungen offenbar nur in wenigen Fällen tatsächlich Ausweisdokumente angefordert. Viele Jugendliche verwenden ein ausgedachtes Profil oder nutzen das einer älteren Person.

Der Golem-Blick

Experten hatten vor Problemen mit der Durchsetzung eines Social-Media-Verbotes in Australien gewarnt. Die Schwierigkeit, den Zugang wirksam zu kontrollieren und zu verhindern, sollte anderen Ländern eine Warnung sein. Auch in Deutschland wird mittlerweile an einem Social-Media-Verbot gearbeitet, allerdings in einer weniger strikten Version.


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