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Jugendliche süchtig gemacht: Meta zahlt rund 18 Milliarden US-Dollar in Vergleich

Meta hat den laufenden Prozess um süchtigmachende Praktiken gegen Jugendliche bei Instagram und Facebook schnell beendet.
/ Achim Sawall
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Generalstaatsanwalt Rob Bonta (Bild: Generalstaatsanwaltschaft Kalifornien)
Generalstaatsanwalt Rob Bonta Bild: Generalstaatsanwaltschaft Kalifornien

Meta Platforms hat mit mehreren US-Bundesstaaten einen Vergleich über den Vorwurf erzielt, die Öffentlichkeit über die schädlichen Auswirkungen von Instagram und Facebook auf junge Menschen getäuscht zu haben. Wie der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta erklärte(öffnet im neuen Fenster), erklärte sich Meta Platforms zur Zahlung von bis zu 16,68 Milliarden US-Dollar bereit. Damit sollen Klagen von US-Bundesstaaten beigelegt werden.

Meta nannte in einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) einen Betrag in Höhe von 18 Milliarden US-Dollar, der jedoch in zwei Tranchen aufgeteilt werden solle. Die Bundesstaaten erhalten demnach im Laufe von zehn Jahren rund 70 Prozent (etwa 12,7 Milliarden US-Dollar) der vorgesehenen Summe.

Die verbleibenden 30 Prozent (etwa 5,3 Milliarden US-Dollar) würden erst freigegeben, nachdem zwei bestimmte Bedingungen erfüllt seien: "Youtube und Tiktok setzen ein einstündiges Tageszeitlimit, einen Nachtmodus und Maßnahmen zur Alterssicherung ein. Youtube und Tiktok zahlen jeweils zur Hälfte einen Betrag in Höhe des genannten 30-Prozent-Anteils."

Ursprüngliche Forderung deutlich höher

Die Einigung wurde während eines vor einem Bundesgericht in Kalifornien geführten Prozesses erzielt, in dem 29 Bundesstaaten Klage erhoben. Damit wurde eine der bislang prominentesten gerichtlichen Auseinandersetzungen über den Vorwurf beendet, Social-Media-Unternehmen hätten jungen Nutzern geschadet.

In dem am 18. August 2026 begonnenen Prozess betrug die Forderung ursprünglich über eine Billion US-Dollar.

In der Klage wurde Meta Platforms auch vorgeworfen, gegen den Children's Online Privacy Protection Act verstoßen zu haben, indem das Unternehmen ohne Zustimmung der Eltern personenbezogene Daten von Minderjährigen gesammelt und diese für Machine Learning- und generative KI-Modelle verwendet habe.

Social-Media-Sucht keine anerkannte psychiatrische Erkrankung

Meta wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, dass Social-Media-Sucht keine anerkannte psychiatrische Erkrankung sei.

Die Aktien von Meta Platforms tendierten am 26. August 2026 im vorbörslichen Handel höher.

Die Einigung beendet auch das Bundesverfahren am Gericht in Oakland (Kalifornien). Neben der Geldzahlung verpflichtete sich Meta zu veränderten Jugendschutzfunktionen auf Facebook und Instagram wie nächtliche Sperren und einstellbare Tageslimits für Minderjährige.

Alexandra Geese, Europaabgeordnete und Digitalexpertin der Grünen/EFA-Fraktion sagte: "Meta zahlt in den USA eine Rekordsumme von 17 Milliarden, um den Prozess zu stoppen, der Licht auf die Schäden wirft, die Meta Kindern und Jugendlichen zufügt. Daran sieht man: Meta hat Angst. Das ist ein Ansporn für die EU, auch in der Europäischen Union endlich strengere Regeln für Social-Media-Plattformen durchzusetzen."

Während zeitliche Limits, das Ausblenden von Likes und das Verbot von Beauty-Filtern wichtige Maßnahmen seien, blieben die Manipulation durch undurchsichtige Algorithmen und die Nutzung hochprivater Daten in den USA weiterhin erlaubt. "In Europa sollten Nutzerinnen und Nutzer unabhängig vom Alter ihre Inhalte selbst auswählen können. Mark Zuckerberg hat immer wieder gezeigt, dass er die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dem Profit opfert", sagte Geese.

Nachtrag vom 26. August 2026, 16:45 Uhr

Wir haben die Darstellung Metas zu der Einigung ergänzt.


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