JSFuck: Esoterischer Javascript-Stil ermöglicht XSS bei Ebay

Die XSS-Filter von Ebay lassen sich mit Hilfe eines zu Lernzwecken erstellten Javascript-Stils überlisten, um fremden Code auszuführen. Ebay will den Fehler nur halbherzig beheben. Der Entwickler von JSFuck zeigte sich im Gespräch mit Golem.de überrascht von dem Szenario.

Artikel von veröffentlicht am
Mit Hilfe von maskiertem Javascript-Code könnten Angreifer Phishing-Angriffe auf Ebay-Nutzer durchführen.
Mit Hilfe von maskiertem Javascript-Code könnten Angreifer Phishing-Angriffe auf Ebay-Nutzer durchführen. (Bild: Checkpoint)

Die Sicherheitsfirma Checkpoint hat heute, Dienstag, ein Angriffsszenario vorgestellt, mit dem Händler auf Ebay ihren Kunden bösartigen Javascript-Code unterschieben könnten, um damit Phishing-Angriffe oder andere Aktionen auszuführen. Das Problem liegt in der Art und Weise, wie Ebay aktive Code-Elemente prüft - und in einem esoterischen Programmierstil für Javascript.

Stellenmarkt
  1. IT Service Manager Infrastruktur (m/w/d)
    Hays AG, Villingen-Schwenningen
  2. Senior Technical Consultant (w/m/d) ServiceNow
    HanseVision GmbH, Bielefeld, Hamburg, Karlsruhe, Neckarsulm
Detailsuche

"Mit dem Ebay-Angriff können Cyberkriminelle Nutzer auf einfache Art ins Visier nehmen: Sie führen den Angriff aus, indem sie einen Link zu einem hochattraktiven Produkt senden. Die hauptsächliche Bedrohung sind die Verbreitung von Malware und das illegale Kopieren persönlicher Informationen", sagte Oded Vanunu, Leiter der Sicherheitsforschungsgruppe bei Checkpoint, im Gespräch mit Golem.de.

Die Sicherheitsforscher von Checkpoint haben für ihren theoretischen Angriff JSFuck benutzt. Mit JSFuck können Javascript-Befehle mit Hilfe von nur sechs verschiedenen Symbolen dargestellt werden. Diese sind !, [, ], +, (, und ). Das False-Kommando wird zu ![], die Ziffer 10 zu [+!+[]]+[+[]]. Eine vollständige Liste findet sich bei Github. Auf der Webseite von JSFuck kann bestehender Code mit Hilfe eines Tools einfach umgewandelt werden. Mit diesem umgewandelten Code konnten die Forscher dann bösartigen Javascript-Code von einem von ihnen kontrollierten Server laden - und könnten damit zum Beispiel Phishing-Angriffe mit Overlay-Fenstern durchführen. Der Angriff soll auf dem Desktop, aber auch in den Ebay-Apps für Android und iOS funktionieren.

JSFuck war nur als Hobbyprojekt gedacht

Das Projekt wird auf der Webseite als esoterischer Programmierstil bezeichnet, der nur zu Schulungszwecken und aus Spaß am Herumprobieren entwickelt wurde. Initiator Martin Kleppe sagte im Gespräch mit Golem.de: "Mit JSFuck wollte ich eigentlich nur zeigen, dass Javascript mit nur sehr wenigen unterschiedlichen Zeichen geschrieben werden kann." Kleppe zeigte sich überrascht darüber, dass mit JSFuck konvertierter Javascript-Code jetzt eingesetzt wurde, um die Entdeckung aktiver Elemente durch XSS-Filter zu umgehen.
Mit Hilfe von JSFuck haben die Sicherheitsforscher von Checkpoint nach eigenen Angaben Javascript-Code erzeugt, der von Ebays Filtermechanismen nicht entdeckt wird. Normalerweise zeigt der Online-Händler eine Fehlermeldung an, wenn Javascript-Elemente im HTML-Code der Händlerseite eingefügt werden. Checkpoint gibt an, Ebay bereits im Dezember auf die Untersuchungsergebnisse hingewiesen zu haben. Die beschrieben Sicherheitslücke wurde gefixt, eine generelle Abkehr von "aktive Inhalte" soll es jedoch nicht geben. Nach Veröffentlichung des Blogposts habe Ebay aber nun die zu Testzwecken angelegten Testkonten gesperrt, sagte ein Checkpoint-Vertreter im Gespräch mit Golem.de.

Nachtrag vom 4. Februar 2016, 9:26 Uhr

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    14.–18. Februar 2022, virtuell
  2. Cloud Transformation Roadmap: Strategien, Roadmap, Governance: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    7.–8. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ebay hat sich mittlerweile zu dem Vorfall geäußert. In einem von Ars Technica veröffentlichten Statement schreibt das Unternehmen: "Wir waren mit den Forschern in Kontakt und haben verschiedene, auf ihren Untersuchungsergebnissen basierende Filter installiert, die diesen Exploit entdecken würden." Nicht näher spezifizierten "aktiven Content" solle es aber auch weiterhin auf Ebay geben - Sicherheitsvorfälle damit würde es äußerst selten geben, schreibt das Unternehmen. Wir haben den Text an die neue Sachlage angepasst.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


My1 15. Feb 2016

rainbow table ist durchaus schön aber wenn man 4 zufällige worte aus einer bekannten 2048...

My1 15. Feb 2016

JSFuck basiert auf der sehr laxen automatischen Typenumwandlung was es halt erlaubt das...

cpt.dirk 12. Feb 2016

Dazu ist niemand verpflichtet, es können sehr einfach Skripte je externer Domain separat...

crazypsycho 05. Feb 2016

Das script-Tag rauszufiltern ist technisch auf Serverseite überhaupt kein Problem. PHP...

crazypsycho 03. Feb 2016

Das mit bgcolor könnte man ja noch mit abwärtskompatiblität zu Uralt-Browser erklären...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Framework Laptop im Hardware-Test
Schrauber aller Länder, vereinigt euch!

Der modulare Framework Laptop ist ein wahrgewordener Basteltraum. Und unsere Begeisterung für das, was damit alles möglich ist, lässt sich nur schwer bändigen.
Ein Test von Oliver Nickel und Sebastian Grüner

Framework Laptop im Hardware-Test: Schrauber aller Länder, vereinigt euch!
Artikel
  1. FTTH: Liberty Network startet noch mal in Deutschland
    FTTH
    Liberty Network startet noch mal in Deutschland

    Das erste FTTH-Projekt ist gescheitert. Jetzt wandert Liberty von Brandenburg nach Bayern an den Starnberger See.

  2. 5.000 Dollar Belohnung: Elon Musk wollte Twitter-Konto von 19-Jährigem stilllegen
    5.000 Dollar Belohnung
    Elon Musk wollte Twitter-Konto von 19-Jährigem stilllegen

    Tesla-Chef Elon Musk bot einem US-Teenager jüngst angeblich 5.000 US-Dollar, damit der seinen auf Twitter betriebenen Flight-Tracker einstellt.

  3. Let's Encrypt: Was Admins heute tun müssen
    Let's Encrypt
    Was Admins heute tun müssen

    Heute um 17 Uhr werden bei Let's Encrypt Zertifikate zurückgezogen. Wir beschreiben, wie Admins prüfen können, ob sie betroffen sind.
    Eine Anleitung von Hanno Böck

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 12GB 1.499€ • iPhone 13 Pro 512GB 1.349€ • DXRacer Gaming-Stuhl 159€ • LG OLED 55 Zoll 1.149€ • PS5 Digital mit o2-Vertrag bestellbar • Prime-Filme für je 0,99€ leihen • One Plus Nord 2 335€ • Intel i7 3,6Ghz 399€ • Alternate: u.a. Sennheiser Gaming-Headset 169,90€ [Werbung]
    •  /