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Journey to the Savage Planet im Kurztest: Witzigkeit kennt keine galaktischen Grenzen

Zwischen Assassin's Creed und künftigen Großprojekten für Google Stadia war noch Zeit für etwas Kleineres: Das Entwicklerstudio Typhoon hat mit Journey to the Savage Planet ein gelungenes Actionspiel produziert, das vage an No Man's Sky erinnert - aber wesentlich kompakter daherkommt.

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Die Hauptfigur von Journey to the Savage Planet (Fotomodus)
Die Hauptfigur von Journey to the Savage Planet (Fotomodus) (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)

Wem nur das Beste gut genug ist, der sollte nicht mit Kindred Aerospace in die Tiefen des Universums vorstoßen. Kindred Aerospace ist nämlich nur das viertbeste Raumfahrtunternehmen in der Welt von Journey to the Savage Planet, und schickt seine schlecht ausgebildeten Mitarbeiter wegen der angespannten Budgetlage ohne Ausrüstung auf fremde Himmelskörper.

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Das Spiel erinnert mit der kunterbunten Grafik, seinem Humor und seinem Szenario an No Man's Sky, es gibt aber viele Unterschiede. Der wichtigste: Journey ist nicht prozedural generiert, sondern von Hand erstellt und erzählt in seiner rund 15 Stunden langen Kampagne eine Handlung mit Anfang und Ende.

Unsere wichtigste Aufgabe: überleben. Dazu sammeln wir Ressourcen, kämpfen gegen außerirdische Monster und erkunden nach und nach die fremde Welt. Das Actionspiel stammt von einem Entwicklerstudio namens Typhoon. Das wurde 2017 von dem erfahrenen Entwickler Alex Hutchinson zusammen mit Kollegen in Montreal gegründet.

Hutchinson war zuvor bei Ubisoft unter anderem für Assassin's Creed 3 und Far Cry 4 sowie bei EA für Die Sims 2 zuständig. Inzwischen ist es für ihn und das Team schon wieder vorbei mit der Selbstständigkeit: Typhoon wurde im Dezember 2019 von Google gekauft. Künftig soll die Mannschaft neue Games für den Streamingdienst Stadia produzieren.

Im ersten und mutmaßlich auch letzten Werk von Typhoon stehen wir nach einer Bruchlandung ohne Waffen und sonstige Extras allein auf einer kunterbunten Welt namens ARY-26. Wir selbst sind einfach nur ein schnell angeheuerter Abenteurer mit der Personalnummer J75X321. Und dennoch befinden wir uns in einer besonderen Situation, wie uns der Chef von Kindred per Videonachricht verrät: Wir sind nämlich der erste Mitarbeiter, der auf einem Planeten mit möglicherweise intelligentem Leben steht.

Was es damit auf sich hat, müssen wir allein oder im Koop-Onlinemodus mit einem menschlichen Begleiter herausfinden. Das auf der Unreal Engine basierende Spiel erzählt zwar eine tatsächlich recht interessante Handlung, nimmt davon abgesehen aber wenig ernst. In den Videos entpuppt sich unser - von einem echten Schauspieler dargestellter - Boss als übergeschnappter Trottel, der uns mit völlig unglaubwürdigen Motivationsbotschaften anfeuern möchte.

  • Die Grafik von Savage Planet ist bunt und kontrastreich. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • In den vielen schrägen Videoclips sind echte Schauspieler zu sehen. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • Unsere Waffe können wir nach und nach verbessern. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • Das Vierauge ist das erste etwas stärkere Monster. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • Mit freischaltbaren Teleportern können wir Laufwege abkürzen. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • Das blaue "Ding" ist ein unfreundliches Alien. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • So sieht die Welt normerweise aus ... (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • ... und so im Scanner. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • Gescannte Lebewesen und sonstige Extras landen in einer Übersicht. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
  • Die Belegung des Gamepads wirkt durchdacht. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)
Die Grafik von Savage Planet ist bunt und kontrastreich. (Bild: 505 Games/Screenshot: Golem.de)

Immer wieder finden wir andere Videos, in denen wir Werbung für ein aus "Schweinefleisch-Fingernägeln" bestehendes Lebensmittel namens Grob sehen. Wir selbst verwenden das Zeug als Granate oder um niedliche außerirdische Mopsvögel (die heißen so) in tödliche Fallen zu locken.

Die meiste Zeit verbringen wir damit, ARY-26 in der Ich-Perspektive zu erkunden und gegen große und kleine Alienmonster zu kämpfen - was im einzigen verfügbaren Schwierigkeitsgrad durchaus herausfordernd wird. Außerdem müssen wir die Umgebung scannen und den Planeten kennenlernen sowie Ressourcen sammeln. Das tun wir, indem wir Kohlenstoff oder Silizium von erledigten Feinden oder von Kristallen im Level aufnehmen.

Mit dem Material können wir am 3D-Drucker unseres Raumschiffs eine Waffe herstellen und sie im Spielverlauf immer weiter verbessern. Wir können auch weitere Ausrüstungsgegenstände produzieren, etwa Spezialsprungstiefel oder einen Enterhaken, so dass wir dann auch Areale erreichen können, die für uns vorher nicht zugänglich waren.

Journey to the Savage Planet erscheint am 28. Januar 2020 als Download für Playstation 4, Xbox One und Windows-PC (Epic Games Store) und kostet rund 30 Euro. Im Handel ist das Programm für die beiden Konsolen ab dem 30. Januar 2020 erhältlich. Es bietet englische Sprachausgabe plus deutsche Bildschirmtexte und Untertitel; Letztere verwenden eine schwer lesbare und sehr kleine Schrift. Von der USK hat das Programm die Freigabe "ab 12 Jahre" erhalten.

Fazit

Der Einladung auf ARY-26 folgen wir nur zu gerne! Journey to the Savage Planet ist ein sympathisches Abenteuer, das vom ersten Augenblick an Spaß macht. Die Umgebungen sehen interessant und abwechslungsreich aus, es gibt fordernde Kämpfe, viel zu entdecken und die Rahmenhandlung bietet etwas mehr als Klamauk. Am meisten stört uns die manchmal schwierige Orientierung - wir vermissen eine Übersichtskarte.

Nebenbei, und auch wenn es etwas blöde klingt: Eine der Stärken des Programms ist, dass es eine große Sandbox im vergleichsweise kleinen Format bietet. So können wir das, was die meisten Open-World-Epen über viele Dutzend Stunden strecken, mal relativ kompakt erleben. Wer eine offene Welt für Zwischendurch sucht, macht mit Journey to the Savage Planet alles richtig.

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