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Joseph Weizenbaum: "Mein Vater hielt mich für einen wertlosen Trottel"

Sein Vater sei sicher gewesen, dass aus ihm nie etwas werden würde, sagte der Informatiker Joseph Weizenbaum. So machte er seinen Sohn zu einem Rebell mit einem Vermächtnis: "Ich habe Ideen hinterlassen."

Artikel veröffentlicht am ,
Informatiker und Gesellschaftskritiker Joseph Weizenbaum
Informatiker und Gesellschaftskritiker Joseph Weizenbaum (Bild: Il Mare)

Der 2008 verstorbene Informatiker Joseph Weizenbaum sah seine Eltern und vor allem seinen Vater als Grund für seine Rebellion. In einem Interview für den Film Weizenbaum. Rebel at work sagte er, sein Vater sei "völlig überzeugt" gewesen, dass er "ein wertloser Trottel" sei, "aus dem nie etwas werden würde".

Inhalt:
  1. Joseph Weizenbaum: "Mein Vater hielt mich für einen wertlosen Trottel"
  2. Weizenbaums Denkanstöße

Die gesellschaftliche und familiäre Prägung sei der Grund für sein späteres Verhalten, sagte Weizenbaum. Genetik oder Astrologie sah er hingegen nicht als entscheidend. Weizenbaum glaubte, auch wenn er etwas anderes studiert hätte, "sagen wir Architektur oder Yoga, oder so etwas, da würde ich einen Weg gefunden haben, mehr oder weniger dieselbe Gesellschaftskritik auszuüben."

"Schreiben macht einen besseren Menschen aus mir"

Der Rebell bei der Arbeit philosophierte im Interview auch über das Schreiben: "Schreiben macht einen besseren Menschen aus mir", sagt Weizenbaum und erklärte, wie er zu dieser ganz privaten Einsicht kam.

Wenn er an einem Buch arbeite oder wenn er einen Brief schreibe, dann würden dabei Fragen auftauchen wie "Stimmt das?" oder "Glaube ich das?","Will ich das wirklich sagen?". Die Langsamkeit des Vorgangs - Weizenbaum schreibt mit Tinte und Füller - rege eine Art "Vertraulichkeit mit dem Begriff Wahrheit" an und in diesem Moment fühle er sich als "ein besserer Mensch".

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Wie immer hat Weizenbaum ein "Aber" parat: Vielleicht sei es auch nur eine Illusion oder Fantasie.

"Ich habe Ideen hinterlassen"

Ungewöhnlich positiv schließt er seine Ausführungen zum Thema Schreiben mit den Worten: "Das Schöne dabei ist: Wenn ich fertig bin, dann glaube ich zu wissen, dass etwas von diesem Gewinn bleibt."

Was sein Vermächtnis angeht, so gibt sich Weizenbaum bescheiden.

"Was bleibt? Ich glaube, ich habe Ideen hinterlassen." Sein wichtigstes Anliegen bleibt die Sicherung des Friedens.

Weizenbaums Denkanstöße 
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Endwickler 20. Mai 2012

Da du golem wohl erst seit wenigen Tagen liest: https://suche.golem.de/search.php?l=10&q...

marsupilami72 18. Mai 2012

"Informatiker" ist in Deutschland afaik keine geschützte Berufsbezeichnung - es kann sich...


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