Jordan Peeles Nope: Ein Titel, der alles sagt

Mit seinen beiden Horrorfilmen hat Autor und Regisseur Jordan Peele für Furore gesorgt. Mit Nope, seinem Ausflug in die Science-Fiction, gelingt das nicht.

Eine Rezension von Peter Osteried veröffentlicht am
Em (Keke Palmer) erschreckt sich.
Em (Keke Palmer) erschreckt sich. (Bild: Trailer/Youtube (Screenshot: Golem.de))

Für sein Skript zum Horrorfilm Get Out erhielt Jordan Peele einen Oscar, auch in den Kategorien "Beste Regie" und "Bester Film" war er nominiert. Danach folgte sein ambitionierter Film Wir, mit dem er einmal mehr nicht nur schwarze Schauspieler in den Fokus rücken, sondern auch eine Botschaft transportieren wollte.

Inhalt:
  1. Jordan Peeles Nope: Ein Titel, der alles sagt
  2. Jede Menge Ballast

Peeles Filme haben etwas zu sagen, sie sind längst nicht einfach nur Horrorfilme. Sie arbeiten mit den Mitteln des Dramas und gelten als das, was man heute elevated horror nennt - also Horror für ein intelligentes Publikum.

Für seinen Science-Fiction-Film Nope gab Universal ihm 60 Millionen US-Dollar. Viele waren gespannt, was Peele auf das Publikum loslassen würde. Wie bei ihm üblich, war vorher nur wenig über die Geschichte bekannt. In den USA startete Nope bereits Ende Juli, in Deutschland kommt er am 11. August ins Kino.

Auffällig ist schon jetzt eine deutliche Diskrepanz zwischen etablierter Kritik und Meinung der Zuschauer. Letztere sind enttäuscht - und das durchaus zu Recht.

Die Ranch mitten im Nirgendwo

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Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Otis (Daniel Kaaluya) und seine Schwester Em (Keke Palmer). Sie haben die Ranch und die Arbeit ihres Vaters übernommen. Er hat Pferde für Hollywood ausgebildet, was aber ein aussterbendes Gewerbe ist, da immer öfter auf CGI-Tiere gesetzt wird. Entsprechend ernst ist die finanzielle Lage, als zudem einige Tiere verschwinden. Otis lässt Überwachungskameras aufbauen und sie zeichnen eine Wolke auf, die sich nie bewegt oder die Form verändert.

Eigentlich ist Otis Pragmatiker. Jemand, der irgendwie alles hinnimmt und, wenn etwas nicht so läuft wie gedacht, das einfach mit einem "Nope" quittiert. Aber nun glaubt er, dass etwas in den Wolken ist. Dass das, was sich darin verbirgt, seine Tiere schnappt. Und dass man, wenn man es nur dokumentieren könnte, damit richtig absahnen könnte.

Der langsame Anfang

Nope hat viele Probleme, die im Grunde alle beim Drehbuch liegen. Wer weiß: Vielleicht hat Jordan Peele früher während der Entstehung einer neuen Geschichte mit anderen darüber gesprochen - und tut das jetzt nicht mehr. Jedenfalls lässt der Film die Kohärenz vermissen, die seine vorherigen Werke hatten.

Hier gibt es zwar gleich zu Anfang ein einigermaßen ungewöhnliches Ereignis, indem Münzen und anderes Material einfach vom Himmel fallen. Danach lässt sich der Film aber 40 Minuten Zeit, um in Gang zu kommen. Nichts, was in diesen 40 Minuten - immerhin ein Drittel des Films - erzählt wird, ist relevant. Es hätte sich auf fünf Minuten kondensieren lassen.

Dieser langsame und vor allem langwierige Anfang saugt dem Film das Leben aus. Als die Handlung endlich etwas vorankommt, ist man als Zuschauer kaum noch interessiert. Aber auch dann reißen die Schwächen von Nope nicht ab. Sie verändern sich nur.

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Jede Menge Ballast 
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