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Jonathan Riddell: Führungsstreit zwischen Ubuntu und Kubuntu

Der Community-Beirat von Ubuntu kündigt seine Zusammenarbeit mit dem führenden Kubuntu-Entwickler Jonathan Riddell auf. Dieser solle seine Ämter ruhen lassen. Die Kubuntu-Führung missbilligt dies und fordert einen offenen Dialog.
/ Sebastian Grüner
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Kubuntu-Entwickler Jonathan Riddell soll von seinen Ämtern zurücktreten. (Bild: KDE)
Kubuntu-Entwickler Jonathan Riddell soll von seinen Ämtern zurücktreten. Bild: KDE

In einer internen E-Mail hat der Community-Beirat von Ubuntu (UCC) dem Kubuntu-Führungsgremium (KC) bekanntgegeben, nicht mehr mit Jonathan Riddell zusammenarbeiten zu wollen. Er wird außerdem aufgefordert, für mindestens zwölf Monate von all seinen Ämtern zurückzutreten - eine Entscheidung, die auch von Mark Shuttleworth gebilligt worden ist. Begründet wird der Ausschluss mit der als sehr schwierig betrachteten Zusammenarbeit mit dem wohl führenden Kubuntu-Projektmitglied. Dies geht aus der von Scott Kitterman im Namen des Kubuntu-Beirats nun veröffentlichten E-Mail-Kommunikation(öffnet im neuen Fenster) hervor.

Riddell gilt als Begründer von Kubuntu und arbeitet hauptberuflich an dem Projekt - zunächst für Canonical, nach deren Rückzug Anfang 2012 dann für Blue Systems , die die KDE-Community und Kubuntu finanziell unterstützen. Ihm wird unter anderem aggressives und streitlustiges Verhalten vorgeworfen und damit die Verletzung der Verhaltensregeln (Code of Conduct) der Ubuntu-Community.

Weiter heißt es, er habe trotz mehrfacher Bitten sein Verhalten nicht gemäßigt, private Kommunikation veröffentlicht, einzelne Community-Mitglieder falsch dargestellt, sich gegenüber dem Ubuntu-Beirat nicht respektvoll verhalten und seine Führungsrolle missbraucht, um die Community zu spalten. Darüber hinaus wird von den Beteiligten betont, dass eventuelle Meinungsverschiedenheiten nicht der Grund für die Aufkündigung der Zusammenarbeit sind.

Kubuntu-Beirat reagiert verärgert

Die Mitglieder des Kubuntu-Beirats, dem auch Riddell angehört, wiederum sind wenig erfreut über diese Situation, was sich auch in der Veröffentlichung der eigentlich privaten Kommunikation zeigt. Es werden eine Aufhebung der Entscheidung sowie eine öffentliche Diskussion gefordert, um alle Interessierten daran teilhaben lassen zu können.

Besonders schwerwiegend in der Debatte sei, dass die Probleme mit Riddell nie Thema bei den gemeinsamen Treffen der beiden Führungsgremien waren, schreibt Valorie Zimmermann(öffnet im neuen Fenster) . Der Ubuntu-Beirat habe niemals um Rücksprache oder Diskussion gebeten.

Trotz des vermeintlich harschen Umgangs sind offenbar beide Seiten mehr oder weniger an einer einvernehmlichen Lösung des Konflikts interessiert, unabhängig von möglichen Spekulationen über den Ausgang. Noch ist allerdings nicht absehbar, wie sich dies in den kommenden Wochen entwickelt.

Jahrelang unbeantwortete Fragen

Auslöser für die immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen zwischen Riddell und dem Ubuntu-Beirat sind die aus Sicht des Entwicklers unzureichenden Antworten des Gremiums auf zwei seit Jahren vorgebrachte Probleme. So sammelte Canonical auf der Webseite von Ubuntu Spenden, die auch der Unterstützung der Ubuntu-Derivate dienen sollten. Riddell möchte wissen(öffnet im neuen Fenster) , wie genau dieses Geld verteilt worden ist. Eine detaillierte Antwort dazu könne aber nur Canonical selbst geben.

Ähnlich äußert sich das Gremium dazu, ob die Markenrechtsrichtlinien von Canonical im Widerspruch zu den Ubuntu-Lizenzen stehen(öffnet im neuen Fenster) oder nicht. Der Ubuntu-Beirat verweist hier auf eine noch zu treffende Einschätzung der Anwälte des Unternehmens sowie des Software Freedom Law Centers (SFLC). Riddell kritisiert diese Zurückhaltung und erwartet wohl deutlichere Aussagen von dem gewählten Beirat.


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