JoltandBleed: Oracle veröffentlicht Notfallpatch für Universitäts-Software

Eine Software zur Verwaltung von Noten, Zahlungen und anderen Studentendaten ist genauso betroffen wie weitere Oracle-Produkte: Die Sicherheitslücke JoltandBleed ermöglicht ähnliche Angriffe wie einst Heartbleed. Oracle hat Patches bereitgestellt.

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Oracle hat mehrere Schwachstellen gepatcht.
Oracle hat mehrere Schwachstellen gepatcht. (Bild: Pixabay/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

Oracle hat außerhalb des eigenen Patchzyklus eine Reihe von Patches für den Tuxedo 2-Server veröffentlicht, die einen Angriff auf den Server ähnlich wie bei Heartbleed ermöglichen. Die von den Entdeckern JoltandBleed genannte Lücke ermöglicht das Auslesen von Speicherbereichen, die für Angreifer eigentlich nicht zugänglich sein sollten.

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Die Sichehreitslücke wurde von Forschern der Sicherheitsfirma ERPScan gefunden und auf der Sicherheitskonferenz Deepsec in Wien präsentiert. Sie befindet sich in allen Oracle-Produkten, die den Tuxedo 2 Applikations-Server benutzen. Nach Angaben von ERPScan betreiben rund 1.000 Unternehmen verwundbare Server mit direktem Zugang zum Internet.

Oracle nutzt Tuxedo 2 für verschiedene eigene Angebote, etwa die Peoplesoft Campus Solutions, ein von Universitäten zur Verwaltung von Studentendaten verwendetes System. Weitere Lösungen mit Tuxedo 2 sind die Anwendungen Human Capital Management, Financial Management und Supply Chain Management.

Die Schwachstelle findet sich konkret in Oracles proprietärem Jolt-Protokoll. Senden Angreifer bestimmte HTTP-Pakete an den von Jolt genutzten Port, so antwortet dieser unter Umständen mit Daten aus dem Speicher des Servers. Dazu können Session-Informationen, Nutzernamen oder Plaintext-Passwörter gehören.

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Der Fehler ist in der Entwicklung der Software begründet, offenbar verwechselten die Entwickler die Funktionen jtohi und htoji. Dadurch wurden anstatt der erwarteten Paketlänge von 0X40 Byte 0x40000000 Byte zurückgegeben - mit deutlich mehr Informationen als vorgesehen und eben möglicherweise vertraulichen Informationen. Initiieren Angreifer zahlreiche Verbindungen mit dem Server, könnten sie unter Umständen Zugangsdaten ausspähen, wenn Nutzer sich zum gegebenen Zeitpunkt einloggen.

Die Software enthält weitere Speicherfehler, darunter Heap- und Stack-Overflows, außerdem die Möglichkeit des Bruteforcing von Passwörtern.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung der Deepsec-Veranstalter an der Konferenz in Wien teilgenommen. Die Reisekosten wurden von den Veranstaltern übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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