Jolla: "Die Zukunft von Jolla steht auf dem Spiel"

Mit einem offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) hat sich Jolla-Chef Antti Saarnio an die Öffentlichkeit gewandt: In seinem Blogbeitrag versucht er zu erklären, wie es um das finnische Unternehmen steht – und wird dabei sehr deutlich. "Jolla kämpft jetzt um sein Überleben" , fasst Saarnio die aktuelle Situation zusammen.
Geplatzte Finanzierungsrunde bringt Jolla in ernste Schwierigkeiten
Kürzlich wurde klar, dass die Auslieferung des vor einem Jahr angekündigten und per Crowdfunding finanzierten Jolla Tablets nicht erfolgen wird . Dem Unternehmen fehlt schlicht das Geld, um die Produktion weiter zu finanzieren. Der Grund dafür ist, dass sich einer der Hauptgeldgeber im letzten Moment aus der aktuellen Finanzierungsrunde zurückgezogen hat, die daraufhin gescheitert ist – und damit auch Investitionen in Höhe von 10 Millionen Euro.
Dieses Geld fehlt jetzt, um die Produktion der Tablets zu beenden. Saarnio ist sich bewusst, dass sich viele Unterstützer des Tablet-Projekts jetzt fragen werden, wo das zuvor gesammelte Geld abgeblieben ist. Saarnio zufolge ging ein Großteil des Geldes in die Softwareentwicklung, die zusammen mit den Materialkosten den überwiegenden Teil der Kosten des Tablet-Projekts ausmachen.
Neue Finanzierungsrunde soll noch im Dezember abgeschlossen werden
Die eigentliche Produktion ist letztlich nicht mehr so kostenintensiv – dennoch fehlt aufgrund der weggefallenen Investitionen jetzt das Geld dafür. Die dreimonatige Verzögerung aufgrund von Problemen mit Teilen der Hardware des Tablets hat Saarnio zufolge zusätzlich zur schlechten finanziellen Situation beigetragen.
Jolla versucht aktuell, noch im Dezember 2015 eine Finanzierungsrunde abzuschließen, um den Bau des Tablets finanzieren zu können. Gleichzeitig sei man auf der Suche nach alternativen Lösungen, um im Ernstfall die Unterstützer entschädigen zu können. Solange bitte Saarnio die Unterstützer um Geduld.
Jolla sucht nach Freiwilligen für den Umzug
Wie ernst es um Jolla nach den angekündigten Entlassungen steht, zeigt unter anderem ein Posting(öffnet im neuen Fenster) von Jollas Community Chief Carol Chen in der Facebook-Fan-Gruppe Jolla Pioneer Fans: Sie bittet darin alle Nutzer, die sich aktuell in Helsinki aufhalten, um Hilfe beim Umzug der Firmenzentrale. Als Entschädigung kann Chen neben der Dankbarkeit des Unternehmens aktuell nur einen Umtrunk mit den Mitarbeitern nach dem Umzug anbieten. Chen selbst gehört zu den Mitarbeitern, denen aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens gekündigt wurde.