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Joint Venture: United Internet will mit Telekom FTTH für Millionen ausbauen

United Internet kann das Angebot nicht ausschlagen, mit der Telekom einige Milliarden Euro für Glasfaserausbau auszugeben. Doch ein 50:50-Joint-Venture traut sich Ralph Dommermuth denn doch nicht zu.
/ Achim Sawall
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United-Internet-Chef Ralph Dommermuth (Bild: United Internet)
United-Internet-Chef Ralph Dommermuth Bild: United Internet

United Internet begrüßt den Vorschlag des Chefs der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, zum gemeinsamen Ausbau des Glasfasernetzes in verschiedenen Regionen Deutschlands. Das gab das Unternehmen am 14. August 2018 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . United-Internet-Chef Ralph Dommermuth sagte: "Ich begrüße das Angebot von Herrn Höttges, gemeinsam mit uns über 5 Millionen Haushalte mit Glasfaser-Hausanschlüssen zu versorgen und sage unsere Beteiligung zu."

Telekom-Chef Timotheus Höttges hatte United Internet heute aufgefordert , gemeinsam den Glasfaserausbau anzugehen. Höttges sagte: "Ich biete 1&1 verbindlich an, dass wir ab sofort gemeinsam Glasfaserkabel verlegen und bundesweit mehr als fünf Millionen Haushalte an das schnelle Breitbandnetz anschließen."

Er biete an, bis zu 2,5 Millionen Haushalten in Berlin und Potsdam das Glasfaserkabel an der Haustür anzuschließen. Im Ruhrgebiet könnten es ebenfalls bis zu 2,5 Millionen Haushalte sein. In Thüringen könnten gemeinsam 350.000 Haushalte in Erfurt, Jena, Weimar und Eisenach mit Glasfaserkabel ausgebaut werden. Die Kosten, die vor allem durch den Tiefbau entstünden, würden zur Hälfte geteilt. 1&1 solle beweisen, dass sie bereit seien, in Infrastruktur zu investieren.

United Internet: Kräfte der beiden größten deutschen Anbieter bündeln

Es sei richtig, die Kräfte der beiden größten deutschen Anbieter zu bündeln und diese wichtige Zukunftstechnologie gemeinsam zu stemmen. Das von Höttges "vorgeschlagene 50:50-Beteiligungsverhältnis möchte ich allerdings relativieren: Unser DSL-Kundenbestand ist nur ein Drittel so groß wie der der Telekom und daher werden wir die neuen Netze nicht in gleichem Maße auslasten können" , betonte Dommermuth. Aber er beteilige sich gern im fairen Verhältnis des Marktanteils, das führe zu einem 75:25 Joint Venture.

Er wolle Höttges die Sorge nehmen, dass United Internet mit National Roaming auf das neue 5G-Netz der Telekom zugreifen wollen. "Vielmehr können wir auf ein verpflichtendes National Roaming bei künftigen 5G-Netzen verzichten, denn über diese neuen Netze sollen sich ja ab 2020 die Mobilfunknetzbetreiber im Wettbewerb differenzieren" , sagte Dommermuth. Unabdingbar für jeden Neueinsteiger sei aber die Möglichkeit, vorhandene 2G-, 3G-, oder 4G-Infrastrukturen nutzen zu können. "Denn Kunden erwarten heutzutage auch bei einem neuen Mobilfunknetz eine flächendeckende Verfügbarkeit, die aber nicht kurzfristig zu realisieren ist" , erklärte Dommermuth.

"Wir freuen uns, dass durch unsere Initiative Bewegung entstanden ist und erstmalig ein Diensteanbieter relevant in Netze investieren will" erklärte Telekom-Sprecher Stephan Broszio. "Wir sind gespannt auf ein erstes Gespräch." Ob man Netze nach existierenden Marktanteilen aufbauen kann, sei dabei sicher eine Frage. Die Telekom habe keinen Marktanteil von 75 Prozent im Breitbandmarkt. "Wir müssen das Auslastungsrisiko gemeinsam, fair und ausgewogen tragen."


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