John Riccitiello: Unity-Chef beschimpft Entwickler ohne Finanzinteresse

Der Chef eines auf Spieleentwickler angewiesenen Engine-Herstellers beschimpft einen Teil seiner Kunden: Unity-CEO John Riccitiello bezeichnete in einem Interview mit Pocket Gamer(öffnet im neuen Fenster) bestimmte Typen von Entwicklern als "fucking Idiots" .
Konkret meint er jene Spielemacher, die in Mobile Games auf die Auswertung von Metriken über die Monetarisierung verzichteten. "Das sind die Leute, mit denen ich mich in der ganzen Welt am liebsten anlege" , sagt Riccitiello.
"Sie haben den schönsten Geist und sind rein und brillant, aber sie sind eben auch die schlimmsten fucking Idiots."
Hintergrund seines Kommentars ist die gerade bekanntgewordene Übernahme (offiziell als Zusammenschluss bezeichnet) einer Firma namens Ironsource durch Unity .
Riccitiello sagt, dass mit den Tools von Ironsource Entwickler besonders mächtige Analysewerkzeuge bekämen, wodurch bei der Entwicklung von Mobile Games die Einnahmen maximiert werden könnten.
Die Übernahme, deren Wert bei rund 4,4 Milliarden US-Dollar liegt, führte zu viel Kritik von Spieleentwicklern. Ironsource steckt auch hinter Malware wie Installcore - ein Programm, das sich als Erweiterung für Browser auf den Rechner schmuggelt, ungewollte Werbung anzeigt und nur mit viel Aufwand wieder entfernt werden kann.
Aktienkurs im Tiefflug
Unity musste sich wegen Ironsource viel Kritik von Entwicklern anhören, die jüngsten Äußerungen von Riccitiello kommen in der Community ebenfalls schlecht an ( etwa auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) ). Der Aktienkurs des aus San Francisco stammenden Unternehmen fiel in den vergangenen Tagen um rund 25 Prozent.
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Schon in den Tagen davor gab es Negativschlagzeilen: Unity gab Ende Juni 2022 die Entlassung von Mitarbeitern bekannt. Nur zwei Wochen zuvor soll Firmenchef Riccitiello ausdrücklich gesagt haben, dass keine Kündigungen geplant seien.