John Riccitiello: EA steckt 80 Millionen US-Dollar in Next-Gen-Konsolenspiele

Electronic Arts(öffnet im neuen Fenster) setzt viel Geld auf die nächste Konsolengeneration: "Im Geschäftsjahr 2013 wollen wir 80 Millionen US-Dollar in die Entwicklung von Spielen für die vierte Generation von Konsolen investieren" , sagte Firmenchef John Riccitiello bei der Bekanntgabe von Geschäftsergebnissen. Er sagte ausdrücklich, er glaube daran, dass die Konsolen wieder zu alter Stärke zurückkehren würden. Auf welchen Plattformen er das Geld konkret ausgeben möchte, verriet Riccitiello nicht. Bislang hat nur Nintendo seine Wii U vorgestellt. Derzeit verdichten sich allerdings die Gerüchte, dass auf der Spielemesse E3 2012 , die Anfang Juni in Los Angeles stattfindet, trotz Dementis von Microsoft und Sony doch neue Geräte vorgestellt werden.
Cliff Bleszinski, Chefdesigner bei Epic Games(öffnet im neuen Fenster) , hat die Ankündigung von EA per Twitter kommentiert(öffnet im neuen Fenster) : "Wir haben die richtige Engine für ihn" . Epic hatte Anfang März 2012 auf der GDC in San Francisco hinter verschlossenen Türen seine Unreal Engine 4 vorgestellt, die dezidiert auf die nächste Konsolengeneration ausgelegt sein soll.
Enttäuschung bei Analysten löste die Tatsache aus, dass die Abonnentenzahlen von Star Wars: The Old Republic stark rückläufig sind. Rund 1,3 Millionen sind es derzeit weltweit - im März 2012 hatte das Onlinerollenspiel noch rund 1,7 Millionen Mitglieder. Ein Sprecher von EA sagte, dass diese Entwicklung innerhalb der Erwartungen liege. Man wolle darauf mit mehr Inhalten für High-Level-Spieler, neuen Gildenfunktionen, Verbesserungen beim PvP und weiteren Upgrades reagieren. Außerdem sollen noch im aktuellen Quartal zwei kostenlose Erweiterungen mit den Namen Legacy und Allies erscheinen.
Aus dem Geschäftsbericht geht außerdem hervor, dass EA bis März 2013 ein viertes Spiel in der Survival-Horror-Serie Dead Space veröffentlichen möchte, und auch ein weiteres Need for Speed ist in der Mache. Gerüchte gibt es außerdem über ein Sim City auf Facebook.
Bei all den Ankündigungen verkommen die eigentlich Geschäftszahlen fast zur Nebensache. Im gesamten Geschäftsjahr hat EA einen Umsatz in Höhe von 4,14 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet - deutlich mehr als im Vorjahr, als der Umsatz bei 3,59 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Dabei fiel unter dem Strich ein Gewinn in Höhe von 76 Millionen US-Dollar an - im Vorjahr musste die Firma einen Verlust von 276 Millionen US-Dollar verbuchen. Der Quartalsumsatz stieg auf 1,37 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 1,09), der Quartalsgewinn auf 400 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 151). Grund für den Erfolg sind vor allem die starken Verkaufszahlen für klassische Big-Budget-Produktionen, etwa von Fifa 12, Mass Effect 3 und Battlefield 3. Für das nächste Geschäftsjahr erwartet EA allerdings wieder Verluste - auch wegen der hohen Investitionen in neue Plattformen.



