John Goodenough wird 100: Der Mann, der ein Stück unserer Zukunft erfunden hat

John Goodenough hat grundlegend an Brennstoffzellen, Lithium- und Natrium-Ionen-Akkus geforscht - und auch mit 100 Jahren noch ein ansteckendes Lachen.

Artikel von veröffentlicht am
John B. Goodenough 2019 nach der Nobelpreis-Verleihung
John B. Goodenough 2019 nach der Nobelpreis-Verleihung (Bild: Peter Summers / Getty Images)

John Goodenough hat ein Jahrhundert erlebt und dabei geholfen, die Welt, in der er lebte, zu verändern - und das schon lange vor seiner Arbeit an Akkus. 2019 wurde er im Alter von 97 Jahren zum bisher ältesten Nobelpreisträger. Goodenough ist bekannt für seine Arbeiten zur Entwicklung der Lithium-Ionen-Akkus, seinen positiven Einfluss auf die Menschen, mit denen er zusammengearbeitet hat, und sein lautes Lachen.

Inhalt:
  1. John Goodenough wird 100: Der Mann, der ein Stück unserer Zukunft erfunden hat
  2. Forschung an Magneten liefert die Grundlagen für die Akkus
  3. Neue Akkutechnologien bis ins hohe Alter

Sharon Wood, Dekanin der Universität Texas, in der Goodenough bis heute forscht, lobte auf einem Symposion anlässlich seines 100. Geburtstages, den er am Montag feierte, seine einzigartige Perspektive auf das Leben und seinen Willen, mit seiner Arbeit die Zukunft der Menschheit zu verbessern.

Nachdem er im Zweiten Weltkrieg für das Militär in der Meteorologie gearbeitet hatte, studierte Goodenough Festkörperphysik. Er lernte Quantenmechanik und Kernphysik in Kursen von Enrico Fermi. Sein Doktorvater war Clarence Melvin Zener, der für die Entdeckung des nach ihm benannten Effekts und die Entwicklung der Zener-Diode bekannt wurde.

Die Erfindung des Magnetkernspeichers

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Seine erste Aufgabe nach dem Studium bekam Goodenough 1952 am Lincoln Laboratory des MIT. Dessen Digitalcomputer benutzte einen elektrostatischen Speicher. Das ist eine Kathodenstrahlröhre ähnlich einer Bildröhre. Der Elektronenstrahl wird verwendet, um Felder auf der Bildröhre elektrisch aufzuladen und dann mit Hilfe einer positiven Spannung wieder auszulesen. Von den erhofften 4.096 Bit konnten aber nur 256 Bit realisiert werden. Stattdessen sollten magnetische Speicherkerne verwendet werden.

Das Prinzip ist einfach. Ferromagnetische Stoffe können in eine beliebige Richtung magnetisiert werden, wenn ein ausreichend starkes magnetisches Feld angelegt wird. Aber kein verfügbares magnetisches Material konnte schnell und sauber genug umschalten, um als Arbeitsspeicher zu dienen. Innerhalb von drei Jahren entwickelte Goodenough das Material für die Ferritkerne, die noch bis in die Ära des Spaceshuttles in Digitalcomputern verwendet wurden.

20 Jahre lang leitete Goodenough sein eigenes Labor zur weiteren Untersuchung der magnetischen Eigenschaften von kristallinen, keramischen Stoffen. Bis die Ölkrise Anfang der 1970er Jahre und Umbrüche in der US-amerikanischen Gesellschaft mehr angewandte Forschung nötig machten. Goodenough beschloss, Beiträge für die anstehende Energiewende zu liefern und versuchte, die Hochtemperatur-Natrium-Schwefel-Akkus zu verbessern, deren Entwicklung schon in den 1960er Jahren von der Ford Motor Company finanziert wurde.

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Forschung an Magneten liefert die Grundlagen für die Akkus 
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superdachs 31. Jul 2022 / Themenstart

Ist er auch der Nobelpreisträger mit dem schönsten, im Kontext witzigen, Namen. John B...

Garius 27. Jul 2022 / Themenstart

Lol..... Backofen.........hö hö..... ......den check ich net....

Garius 27. Jul 2022 / Themenstart

Bin mir sicher, Mr. Good_enough hätte darüber gelächelt.

FerdiGro 26. Jul 2022 / Themenstart

Mit seinem Schaffen einen Mehrwert für die Gesellschaft bringen und dabei verdammt gut...

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