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Besser ausbilden und guten Leuten mehr bieten!

Die meisten Kurse beziehungsweise Lehrgänge zu IT-Themen finden vermutlich in der Berufsschule statt. Eine berufliche Informatikerausbildung besteht in Deutschland aus zwei Teilen: Der Betrieb führt in den beruflichen Alltag ein und vermittelt Praxiswissen, während Berufsschulen die breite Theorie lehren. Da die Klassen meist gemischt sind und damit unter anderem aus ehemaligen Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten bestehen, muss das schulische Niveau entsprechend angepasst sein. Alle Auszubildenden müssen mitgenommen werden und die gleichen Chancen erhalten. Dabei ist die Ausbildung gespickt von so mancher Kuriosität: Der Sportlehrer übernimmt schon mal den Java-Kurs, Quereinsteiger aus der Elektrik lehren Datenbanksysteme oder Active Directory.

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Auch der Unterrichtsstoff ist nur bedingt auf der Höhe der Zeit: Da Informatiker-Azubis in der Berufsschule keine Fachrichtung wählen können (zum Beispiel Datenbanken, Linux oder Windows), werden sie möglichst breit unterrichtet. In der Folge lernen angehende Linux-Systemadministratoren ein Jahr lang die Verwaltung von Active-Directory-Installationen, während angehende Netzwerk-Profis sich monatelang mit relationalen Datenbanksystemen herumschlagen müssen.

Das System der dualen Ausbildung wird viel gelobt und viele Länder wollen das Konzept übernehmen. Berufe in der IT unterliegen allerdings einem starken Wandel, so dass hauptberufliche Lehrkräfte kaum die Chance haben, über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg aktuelles Fachwissen zu vermitteln. Bei der Ausbildung für Bürokaufleute oder Steuerfachanwälte sind die Anforderungen anders, so dass die duale Ausbildung durchaus greift und regelmäßige Weiterbildungen für die Berufsschullehrer ausreichen.

Mehr bieten als nur Arbeit

Angehenden Fachinformatikern wäre besser geholfen, wenn Schulen mit Unterstützung der Wirtschaft mehr Fachrichtungen anbieten könnten. Warum nicht auch Firmen mit ins Boot holen und sie Teile des Unterrichts gestalten lassen? Systemhäuser mit Aufträgen aus der Wirtschaft können sicher Themen lehren, die viele Lehrkräfte nicht mal im Lehrbuch finden werden. Für diesen Lösungsansatz müssten allerdings auch die Firmen bereit sein, ein paar Mal im Jahr eigenes Personal für Fremdunterricht abzustellen. Diese Investition lohnt aber - schließlich wäre jede Unterrichtsstunde auch (nicht ganz unfreiwillige) Eigenwerbung für den Betrieb.

Firmen können Informatikberufe auch schmackhaft machen, indem sie ihren Angestellten mehr bieten als nur Arbeit. Weiterbildungen, Team-Events, ein Home-Office-Angebot zur Vereinbarung von Familie und Beruf oder großzügig ausgelegte Pausenbereiche mit Spielekonsole und Kickertisch können mit dafür ausschlaggebend sein, dass sich die Fachkräfte von morgen für einen Beruf in der IT entscheiden.

Fazit

Das Gejammer um fehlende Fachkräfte ist groß, aber das Problem ist teils hausgemacht. Gerade die Wirtschaft lässt selbst im Jahr 2017 immer noch zahlreiche Möglichkeiten verstreichen, für ihr eigenes Personal zu sorgen oder Frauen für die IT zu begeistern. Wenn Firmen bereit sind, mehr zu investieren und Berufsschulen sich für externe Dozenten öffnen, kann der Fachkräftemangel zumindest abgemildert werden.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

Valentin Höbel arbeitet derzeit als Senior Consultant IT Infrastructure für die open*i GmbH aus Stuttgart. Von 2007 bis 2010 hat er eine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration in München absolviert.

 Jobs: Deutschland kann seinen IT-Fachkräftemangel selbst lösen
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FreakErn 27. Aug 2018

tl:dr IMHO liegt der Fachrkäftemangel in der Tatsache, dass viele Firmen nicht bereit...

Mobilunity 01. Nov 2017

Hallo! Ja, ich stimme voll und ganz dazu. Heutzutage ist Fachkräftemangel deutlich...

Neuro-Chef 01. Mai 2017

Äääh.. mein Beitrag war jedenfalls ironisch und sarkastisch gemeint ;)

tommyyy 30. Apr 2017

fachkräftemangel ist eine perfide lüge kenne so viele IT Leute und Ingenieure ohne jOB...

tommyyy 30. Apr 2017

Einzelschicksale und einzel-Erfolge mal ausblendend sieht die Realität übel aus also...


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