Abo
  • Services:

Besser ausbilden und guten Leuten mehr bieten!

Die meisten Kurse beziehungsweise Lehrgänge zu IT-Themen finden vermutlich in der Berufsschule statt. Eine berufliche Informatikerausbildung besteht in Deutschland aus zwei Teilen: Der Betrieb führt in den beruflichen Alltag ein und vermittelt Praxiswissen, während Berufsschulen die breite Theorie lehren. Da die Klassen meist gemischt sind und damit unter anderem aus ehemaligen Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten bestehen, muss das schulische Niveau entsprechend angepasst sein. Alle Auszubildenden müssen mitgenommen werden und die gleichen Chancen erhalten. Dabei ist die Ausbildung gespickt von so mancher Kuriosität: Der Sportlehrer übernimmt schon mal den Java-Kurs, Quereinsteiger aus der Elektrik lehren Datenbanksysteme oder Active Directory.

Stellenmarkt
  1. H&H Datenverarbeitungs- und Beratungsgesellschaft, Berlin
  2. Bosch Gruppe, Reutlingen

Auch der Unterrichtsstoff ist nur bedingt auf der Höhe der Zeit: Da Informatiker-Azubis in der Berufsschule keine Fachrichtung wählen können (zum Beispiel Datenbanken, Linux oder Windows), werden sie möglichst breit unterrichtet. In der Folge lernen angehende Linux-Systemadministratoren ein Jahr lang die Verwaltung von Active-Directory-Installationen, während angehende Netzwerk-Profis sich monatelang mit relationalen Datenbanksystemen herumschlagen müssen.

Das System der dualen Ausbildung wird viel gelobt und viele Länder wollen das Konzept übernehmen. Berufe in der IT unterliegen allerdings einem starken Wandel, so dass hauptberufliche Lehrkräfte kaum die Chance haben, über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg aktuelles Fachwissen zu vermitteln. Bei der Ausbildung für Bürokaufleute oder Steuerfachanwälte sind die Anforderungen anders, so dass die duale Ausbildung durchaus greift und regelmäßige Weiterbildungen für die Berufsschullehrer ausreichen.

Mehr bieten als nur Arbeit

Angehenden Fachinformatikern wäre besser geholfen, wenn Schulen mit Unterstützung der Wirtschaft mehr Fachrichtungen anbieten könnten. Warum nicht auch Firmen mit ins Boot holen und sie Teile des Unterrichts gestalten lassen? Systemhäuser mit Aufträgen aus der Wirtschaft können sicher Themen lehren, die viele Lehrkräfte nicht mal im Lehrbuch finden werden. Für diesen Lösungsansatz müssten allerdings auch die Firmen bereit sein, ein paar Mal im Jahr eigenes Personal für Fremdunterricht abzustellen. Diese Investition lohnt aber - schließlich wäre jede Unterrichtsstunde auch (nicht ganz unfreiwillige) Eigenwerbung für den Betrieb.

Firmen können Informatikberufe auch schmackhaft machen, indem sie ihren Angestellten mehr bieten als nur Arbeit. Weiterbildungen, Team-Events, ein Home-Office-Angebot zur Vereinbarung von Familie und Beruf oder großzügig ausgelegte Pausenbereiche mit Spielekonsole und Kickertisch können mit dafür ausschlaggebend sein, dass sich die Fachkräfte von morgen für einen Beruf in der IT entscheiden.

Fazit

Das Gejammer um fehlende Fachkräfte ist groß, aber das Problem ist teils hausgemacht. Gerade die Wirtschaft lässt selbst im Jahr 2017 immer noch zahlreiche Möglichkeiten verstreichen, für ihr eigenes Personal zu sorgen oder Frauen für die IT zu begeistern. Wenn Firmen bereit sind, mehr zu investieren und Berufsschulen sich für externe Dozenten öffnen, kann der Fachkräftemangel zumindest abgemildert werden.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

Valentin Höbel arbeitet derzeit als Senior Consultant IT Infrastructure für die open*i GmbH aus Stuttgart. Von 2007 bis 2010 hat er eine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration in München absolviert.

 Jobs: Deutschland kann seinen IT-Fachkräftemangel selbst lösen
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Top-Angebote
  1. 219,90€ + Versand (Vergleichspreis ca. 245€)
  2. (u. a. Define R6 für 94,90€ + Versand und mit Sichtfenster für 109,90€ + Versand)
  3. (u. a. RT-AC88U + Black Ops 4 für 223,20€ + Versand statt 259,99€ im Vergleich, RT-AC5300...
  4. (u. a. NZXT Kraken X72 360 mm für 149,90€ + Versand statt ca. 200€ im Vergleich und Creative...

FreakErn 27. Aug 2018

tl:dr IMHO liegt der Fachrkäftemangel in der Tatsache, dass viele Firmen nicht bereit...

Mobilunity 01. Nov 2017

Hallo! Ja, ich stimme voll und ganz dazu. Heutzutage ist Fachkräftemangel deutlich...

Neuro-Chef 01. Mai 2017

Äääh.. mein Beitrag war jedenfalls ironisch und sarkastisch gemeint ;)

tommyyy 30. Apr 2017

fachkräftemangel ist eine perfide lüge kenne so viele IT Leute und Ingenieure ohne jOB...

tommyyy 30. Apr 2017

Einzelschicksale und einzel-Erfolge mal ausblendend sieht die Realität übel aus also...


Folgen Sie uns
       


Google Home Max im Test

Der Home Max ist Googles teuerster smarter Lautsprecher. Mit einem Preis von 400 Euro gehört er zu den teuersten smarten Lautsprechern am Markt. Der Home Max kann wahlweise im Hoch- oder Querformat verwendet werden und liefert einen guten Klang, schafft es aber nicht, sich den Rang der Klangreferenz zu erkämpfen. Dafür liegt der Home Max bei der Mikrofonleistung ganz vorne und gehört damit zu den besten Google-Assistant-Lautsprechern am Markt.

Google Home Max im Test Video aufrufen
iPhone Xs, Xs Max und Xr: Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?
iPhone Xs, Xs Max und Xr
Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?

Apples neue iPhones haben neben dem Nano-SIM-Slot eine eingebaute eSIM, womit der Konzern erstmals eine Dual-SIM-Lösung in seinen Smartphones realisiert. Die Auswahl an Netzanbietern, die eSIMs unterstützen, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber eingeschränkt - ein Überblick.
Von Tobias Költzsch

  1. Apple Das iPhone Xr macht's billiger und bunter
  2. Apple iPhones sollen Stiftunterstützung erhalten
  3. XMM 7560 Intel startet Serienfertigung für iPhone-Modem

Apple: iPhone Xs und iPhone Xs Max sind bierdicht
Apple
iPhone Xs und iPhone Xs Max sind bierdicht

Apple verdoppelt das iPhone X. Das Modell iPhone Xs mit 5,8 Zoll großem Display ist der Nachfolger des iPhone X und das iPhone Xs Max ist ein Plus-Modell mit 6,5 Zoll großem Display. Die Gehäuse sind sogar salzwasserfest und überstehen auch Bäder in anderen Flüssigkeiten.

  1. Apple iPhone 3GS wird in Südkorea wieder verkauft
  2. Drosselung beim iPhone Apple zahlt Kunden Geld für Akkutausch zurück
  3. NFC Yubikeys arbeiten ab sofort mit dem iPhone zusammen

Network Slicing: 5G gefährdet die Netzneutralität - oder etwa nicht?
Network Slicing
5G gefährdet die Netzneutralität - oder etwa nicht?

Ein Digitalexperte warnt vor einem "deutlichen Spannungsverhältnis" zwischen der technischen Basis des kommenden Mobilfunkstandards 5G und dem Prinzip des offenen Internets. Die Bundesnetzagentur gibt dagegen vorläufig Entwarnung.
Ein Bericht von Stefan Krempl

  1. T-Mobile US Deutsche Telekom gibt 3,5 Milliarden US-Dollar für 5G aus
  2. Ericsson Swisscom errichtet standardisiertes 5G-Netz in Burgdorf
  3. Masterplan Digitalisierung Niedersachsen will flächendeckende Glasfaserinfrastruktur

    •  /