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Der IT-Produktmanager muss Kompromisse finden

Diese Dolmetschertätigkeit ist deshalb so wichtig, damit nicht durch Missverständnisse und falsche Kommunikation unnötig Geld und Nerven vergeudet werden. Moderne Methoden wie Service Design Thinking helfen dabei, technische wie auch fachliche Sichtweisen zu vereinen und ein gemeinsames Verständnis über Problemstellung und Lösungsansatz zu erzielen.

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Bei Ansprechpartnern mit unterschiedlichen Interessen ist klar, dass Produktmanager häufig zwischen gegensätzlichen Zielen vermitteln müssen. Schließlich hat der Vertrieb andere Interessen als die Entwicklung oder der Kunde.

"Ich muss dann Kompromisse finden", sagt Siegl. Oft hilft dabei, die fachlichen Argumente der einen Seite der anderen nachvollziehbar zu erklären. Mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun zu haben, aus verschiedenen Interessen mit viel Input und eigener Kreativität ein Produkt auf den Markt zu bringen und es dort über seinen gesamten Lebenszyklus erfolgreich zu halten, das gefällt Siegl an seinem Job als IT-Produktmanager.

An der Fakultät Informatik an der Hochschule Furtwangen gibt es dafür sogar einen entsprechenden Studiengang. Professor Steffen Thiel ist der Studiendekan des Bachelor-Studiengangs IT-Produktmanagement, der in den Vertiefungsrichtungen Softwareprozesse und Sozioinformatik angeboten wird. "In der Sozioinformatik geht es darum, wie Produkte die Gesellschaft verändern und umgekehrt, zum Beispiel Onlinebanking", sagt Thiel.

Sozioinformatik: Überdurchschnittlich viele Frauen

Etwa 65 Absolventen schließen jährlich ihre Ausbildung in Furtwangen ab, ein Viertel davon sind Frauen. "Das ist ein hoher Wert in der Informatik und liegt wohl an den vielschichtigen Ausbildungsinhalten", meint der Professor. Die wenigen Absolventen reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf an IT-Produktmanagern zu decken. Viele entwickeln sich in die Funktion hinein, vom Entwickler zum Projektleiter und daraufhin zum Manager eines IT-Produkts.

"In großen Unternehmen ist deren Rolle klar und fest definiert. In kleinen Betrieben ist das Produktmanagement eine Aufgabe von mehreren, etwa dem Vertrieb", sagt Thiel. Diese IT-Produktmanager sind dann Vertreter und gleichzeitig auch Verkäufer ihres Produkts.

Stefan Siegl vertritt sein Produkt, aber er verkauft es nicht. Das machen die Kollegen aus dem Vertrieb. Sein Vorgesetzter ist der Vice President Products, Patrick Büch. Büch ist ein erfahrener Produktmanager und seit 20 Jahren im Geschäft. Zunächst bei IDS Scheer, dann bei der Software AG. Seit sechs Jahren ist er bei FNT für das strategische Produktmanagement verantwortlich.

"Ich habe sieben Produktmanager im Team, von denen jeder einzelne Produkte betreut. Ich gestalte das Produktportfolio", sagt Büch. Ein guter Produktmanager ist für ihn jemand, der intrinsisch motiviert, pragmatisch im Vorgehen, methodisch stark und in seiner Persönlichkeit ein Allrounder ist. Büch ist wie Siegl Produktmanager, allerdings in einer anderen Rolle.

  • Patrick Büch ist als Vice President Products vor allem für die längerfristige Strategie zuständig. (Bild: FNT)
Patrick Büch ist als Vice President Products vor allem für die längerfristige Strategie zuständig. (Bild: FNT)

Ein Beispiel: FNT wandelt sich gerade vom Produkt- zum Lösungsanbieter, stellt sein Geschäft auf Software as a Service (Saas) um. Kunden kaufen also keine Lizenzen für die lokale Nutzung von Software mehr, sondern nutzen Anwendungen und IT-Infrastruktur bei einem externen Dienstleister als Dienstleistung aus der Cloud.

Für Siegl und die anderen Produktmanager heißt das, dass sie stärker lösungsorientiert und integrativ arbeiten müssen, weil sie für eine Lösung verschiedene Produkte brauchen. "Ich sorge dafür, dass alle Produktmanager in dieselbe Richtung laufen", sagt Büch. Das bedeutet auch, dass in den Produkten Prioritäten für Saas entwickelt werden und das Produktmanagement darauf ausgerichtet wird.

Die Mitglieder seines Teams haben verschiedene Stärken und Schwächen, teilen aber die Begeisterung für ihre Produkte. Die ist unerlässlich für den Job. Fachliches, wie die neue Rolle als Lösungsanbieter, kann man schulen - Leidenschaft nicht.

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