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Jobplattform: Softwareentwickler bekommen weniger Gehalt angeboten

Eine große Jobplattform hat die angebotenen Gehälter für Softwareentwickler ausgewertet. Der Bereich sei vom Sparkurs der Unternehmen betroffen.
/ Achim Sawall
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Tag der jungen Softwareentwickler*innen 2018 der TU Braunschweig (Bild: TU Braunschweig)
Tag der jungen Softwareentwickler*innen 2018 der TU Braunschweig Bild: TU Braunschweig

Die Gehälter für Softwareentwickler in Stellenanzeigen sind im vierten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Das ergab der aktuelle Gehalts-Check der Jobplattform Indeed, die 20 relevante Berufsgruppen analysiert hat. Der Rückgang betrug 0,7 Prozent.

"Dass die Gehälter in der Softwareentwicklung sinken, hätten viele vor ein paar Jahren noch für unmöglich gehalten. Nach Jahren rasant steigender Gehaltsniveaus sind viele gut bezahlte IT-Jobs nun jedoch besonders von dem Sparkurs vieler Unternehmen betroffen" , erklärte Arbeitsmarktexpertin Virginia Sondergeld von Indeed.

Auch die Personal-Nachfrage in diesem Bereich ist rückläufig: Kein anderer Beruf verzeichnete im Jahresvergleich einen so drastischen Rückgang an Stellenausschreibungen auf Indeed wie die Softwareentwicklung. Insgesamt sind die Gehälter in Stellenanzeigen hierzulande im vierten Quartal 2024 jedoch um 3,2 Prozent gestiegen, wie die Analyse von Indeed zeigte. "Die Stellen für Softwareentwicklung sind in den letzten zwölf Monaten um 33 Prozent zurückgegangen" , sagte Indeed-Sprecher Felix Altmann Golem.de auf Anfrage.

Zuwachs aber bei Gehältern für IT-Supportler

Dagegen gab es im Bereich IT-Support & IT-Infrastruktur einen leichten Zuwachs der angebotenen Gehälter um 0,8 Prozent, wie die Indeed-Auswertung offenlegt.

Der größte IT-Branchenverband blieb dagegen zuletzt bei seiner optimistischen Prognose: "Die Zahl der Beschäftigten im ITK-Sektor soll laut Bitkom im Jahresverlauf 2025 um rund 20.000 auf 1,371 Millionen wachsen. Im Jahr 2024 sind 9.000 neue Arbeitsplätze entstanden" , erklärte der IT-Branchenverband im Januar 2025(öffnet im neuen Fenster) . Die Geschäfte der meisten Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche verlaufen den Prognosen zufolge 2025 positiv. Die Richtung in der IT stimme, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.

Bitkom sieht hohe Unsicherheit durch politische Entwicklung

Adél Holdampf-Wendel, Bereichsleiterin Future of Work beim Digitalverband Bitkom, sagte Golem.de: "Bitkom ist nicht Tarifpartner und erhebt keine Statistiken über die Gehaltsentwicklung in der IT-Branche." Man sehe in der Gesamtwirtschaft seit Jahren einen Anstieg der IT-Beschäftigten und zugleich eine stetig wachsende, strukturell bedingte Fachkräftelücke. "Wir sehen auch keine Anzeichen, dass es hier zu einer Trendumkehr kommt. Im Gegenteil, Bitkom erwartet sogar, dass die IT-Fachkräftelücke ohne entschiedenes Gegensteuern bis 2040 auf 663.000 steigen könnte" , erklärte Holdampf-Wendel.

Grundsätzlich sei es möglich, dass durch die konjunkturelle Eintrübung der vergangenen Monate und einer hohen Unsicherheit, etwa mit Blick auf politische Entwicklungen, die Unternehmen auch im IT-Bereich und insbesondere in der Softwareentwicklung zurückhaltend seien, was sich dann auch auf das Gehaltsgefüge auswirken könne. "Speziell für die Softwareentwicklung gilt, dass hier mögliche Auswirkungen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz besonders intensiv diskutiert werden" , sagte sie.

Grundsätzlich erwarte der Bitkom, dass angesichts der Bedeutung der digitalen Transformation für Wirtschaft und Gesellschaft der Bedarf an IT-Expertinnen und -Experten, auch für die Softwareentwicklung, in der Zukunft deutlich steigen wird, sowohl mit Blick auf die Unternehmen als auch auf die öffentliche Verwaltung.


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