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Jobinterviews: Gute Entwickler sind nie auf eine Sprache fixiert

IT-Bewerbungsgespräche lassen sich erfolgreich überstehen. Wir haben mit einem Experten gute Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

Artikel veröffentlicht am ,
Programmierer im Härtetest
Programmierer im Härtetest (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Bei Jobinterviews sollten Entwickler Aussagen wie "Ich bin Experte in Java und mag Scriptsprachen überhaupt nicht" vermeiden. Dies gelte besonders, wenn auch Ruby in der Stellenausschreibung steht. Das sagt Frank Geßner, Mitbegründer von 4Scotty, eines auf IT-Berufe spezialisierten Jobportals, Golem.de im Gespräch über die richtigen Antworten auf häufige Fragen in Vorstellungsgesprächen.

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Ein Bewerber oder eine Bewerberin solle lieber deutlich machen, dass er oder sie gerne neue Sprachen lernt und auch nebenbei immer wieder neue ausprobiert.

Generell gelte, der Bewerber solle niemals lügen oder etwas als besser darstellen, als es ist. Es sei völlig okay, zu sagen, dass man etwas nicht weiß oder damit noch nie zu tun hatte. Fachwissen sei immer nur einen Klick entfernt. Für Firmen sei eher die gesamte Persönlichkeit wichtig, besonders der Lernwille und die Teamfähigkeit.

Auf die Frage nach der größten eigenen Schwäche sollte keine ausweichende Antwort gewählt werden. "Die meisten nennen daraufhin eine Stärke, die sie als Schwäche formulieren. Da erfahrene Interviewer das Spiel kennen, sorgt das eher für Zweifel", erklärt Geßner. Besser sei, lieber eine echte Schwäche zu nennen und dann zu beschreiben, wie man diese bekämpft, etwa: "Manchmal verliere ich die Fahrt mitten in einem Projekt, nachdem die großen Themen gelöst sind und es nur noch abgearbeitet werden muss. Ich bekämpfe das, indem ich das Projekt in kleine Meilensteine zerlege und mit meinem Team jeden Teilerfolg feiere."

Einfach gut vorbereiten

Auf die Frage nach den eigenen Stärken stehe die Antwort in der Jobbeschreibung im Abschnitt "ideale Qualifikationen". Darauf könne sich jeder gut vorbereiten.

Auch Denkrätsel seien leider immer noch nicht ausgestorben, sagt Geßner. Diese sollen die Basisintelligenz testen, dienten aber eher dem Ego des Interviewers, denn ohne genügend Basisintelligenz wäre das Gespräch nicht zustande gekommen. Beispiele seien etwa "Wie viele Laternen gib es auf der Welt?". Beantwortet werden sollte die Frage im Plauderton. "Stelle klärende Fragen, sei neugierig, analysiere logisch und laut die verschiedenen Möglichkeiten. Sprich aus, wie du vorgehst, und gib schließlich die bestmögliche Antwort. Die genau richtige Antwort ist weitaus weniger wichtig als verbal, offen und analytisch zu wirken", sagt Geßner.

Niemals Firmennamen nennen

Auch die Frage, warum der Bewerber im Unternehmen arbeiten wolle, komme gewiss. Ehrliche Antworten über den kürzeren Anfahrtsweg von zu Hause oder Krach im alten Job wolle aber keiner hören. Hier könne man sich mit einem Blick auf die Website der Firma unter dem Punkt Mission gut vorbereiten, um inhaltlich etwas Interessantes zu sagen.

Auf die Frage, ob man zurzeit im Gespräch mit anderen Unternehmen sei, sollte die Antwort allgemein sein und niemals Firmennamen nennen. "Ich bin auf der Suche nach tollen Rollen wie dieser und schaue gerade die Angebote durch", gibt er ein Beispiel. Ein wichtiges Kriterium sei, welche Unternehmen zeitnah ein verbindliches Angebot machten.

Die Frage, welches Gehalt der Bewerber erwartet, sollte am besten im Vorfeld geklärt werden. "Auch hier sollte die Bewerberin auch lieber ehrlich sein: Wenn das Gehalt super wichtig ist, dann ist es gut, die Zahl nennen, die sie will. Die meisten gehen vom derzeitigen Gehalt aus und wollen sich etwas verbessern", rät Geßner.

Einige Arbeitgeber verlangen den Programmiertest bereits vor dem ersten Vorort-Gespräch, andere erst nach dem ersten Vorstellungsgespräch. Doch Programmiertests mit echter Aussagekraft wären viel zu aufwendig. Daher werden eher kurze und für die konkrete Stelle wenig relevante Aufgaben gestellt. Hier sei es oft eher Fleiß, der zähle. Sinnvoll sei, die Aufgabe nicht nur irgendwie zu lösen, sondern alles mit Unit-Tests und Source-Code-Kommentaren ordentlich abzuliefern.

Auf die Frage, warum der Bewerber die jetzige Firma verlassen wolle, suchten Personalchefs zwar Ehrlichkeit, aber nicht nach Gepäck. Wichtig sei, niemals schlecht von früheren oder derzeitigen Arbeitgebern zu sprechen. Sinnvoll seien Aussagen, nach denen man sich weiterentwickeln wolle, was in der neuen Rolle besser möglich sei.

Mit der Frage, woran die Bewerberin in der Freizeit Spaß habe, will der Interviewer die gesamte Persönlichkeit sehen, erfahren, was einen beschäftigt und antreibt. Geßner: "Technologieunternehmen suchen Menschen, die sozial kompetent und talentiert sind. Dein Interviewer versucht zu sehen, wie deine Persönlichkeit zu einer positiven, offenen Arbeitskultur beiträgt. Gut ist, einfach zu lächeln und zu sagen, was du gerne machst." Neue Restaurants entdecken, Sport zu schauen, Ausflüge mit Freunden zu machen, seien großartige Antworten.

Wichtig sei, dass die Augen natürlich aufleuchteten und der Interviewer sehe, dass der Bewerber lustig und freundlich ist. Personalverantwortliche müssten fühlen, dass sie für ein sympathisches Wesen des Bewerbers bürgen können.

Golem.de kooperiert mit 4Scotty. Unter dem Navigationspunkt "IT-Köpfe" in der grauen Leiste unter dem Golem.de-Header können Interessierte ihr Profil einstellen und sich von Arbeitgebern finden lassen.



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Hello_World 31. Mär 2018

Ich bin da anderer Ansicht. In ML gibt es keine NULL-Werte, dafür gibt es algebraische...

tomas_13 28. Mär 2018

Die Durchschnittsgehälter bei gleicher Qualifikation sind in Warschau deutlich niedriger...

a user 27. Mär 2018

Eher als Handwerker. Künstler unter Etnwicklern/Programmieren gibt es vieleicht 1 unter...

a user 26. Mär 2018

Hast du den Artikel überhaupt gelesen. Das passt ziemlich genau auf deine prozentuale...

sfe (Golem.de) 26. Mär 2018

Bevor der Thread noch weiter abrutscht wird er geschlossen. Sebastian Fels (golem.de)


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