Cobol aus IBM-Handbüchern gelernt

Aufzuhören und in den Ruhestand zu gehen, hat Bill Hinshaw mehrmals versucht. Er habe es aber nie länger als ein paar Monate durchgehalten, sagt seine Frau Eileen, die die Kommunikation der Firma leitet. Dafür habe er zu lange und zu gerne Geld verdient. Als Achtjähriger begann er in Indiana, in der Tankstelle seines Vaters auszuhelfen und trug Zeitungen aus - auch vor die Haustür eines Vertreters der Landesregierung. Mit 17 Jahren fragte er den Mann nach einem Verwaltungsjob: "Wir haben erst mal eine halbe Stunde über Basketball geredet. Dann zog er ein paar Seiten aus einer Schublade und sagte: Das sind alle Jobs, die es in der Finanzabteilung gibt. Ich sah IBM, wusste nicht wirklich, was es war, aber habe gehört, dass es ein großes Ding wird. Also habe ich dort angefangen und durfte Lochkarten-Maschinen bedienen. Ich habe mich immer für Computer interessiert und hatte das Glück, schon in einem sehr jungen Alter mit einem großen Teil der IT-Welt in Berührung gekommen zu sein. Timing und Gelegenheit sind alles!"

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Das Programmieren brachte er sich in den frühen Sechzigern selbst mit Hilfe von IBM-Handbüchern bei. Dann sollte er von Assembler auf Cobol umstellen: "Ich habe die Sprache geliebt, denn sie ist schön und man kann sie einfach wie Englisch lesen", erinnert er sich. "Es war wie ein Fingerschnipsen, verglichen damit, wie lange es gedauert hat, mir die Assemblersprache selbst aus IBM-Handbüchern beizubringen."

Als einer der Ersten, der Cobol beherrschte, war der Tankwartssohn Hinshaw plötzlich in der IT-Welt gefragt. Mit 21 Jahren arbeitete er als stellvertretender Direktor für Datenverarbeitung für den Staat Indiana, als er von einer Bank abgeworben wurde. Er begann, Cobol-Systeme für Banken im ganzen Land aufzubauen: "1970 wurde ich nach Ohio geschickt, um für eine Bank ihre erste Online-Software für Geldautomaten zu schreiben." Kurze Zeit später baute Hinshaw überall im Land Online-Geldautomaten-Software.

1976 gründete er seine erste eigene Firma. Bilder aus der Zeit gibt es leider nicht: "Wir saßen nur vor unseren Rechnern, tranken Kaffee und rauchten Zigaretten. Niemand wäre auf die Idee gekommen, das festhalten zu wollen." Hinshaw hatte 120 Banken als Kunden und 60 Mitarbeiter, als er diese Firma 1983 an ein börsennotiertes New Yorker Software-Unternehmern verkaufte. In den folgenden 30 Jahren arbeitete der mittlerweile wohlhabende Hinshaw als Berater und entwickelte für Banken und Regierungseinrichtungen Mainframe-Software. Sein letztes Projekt war eine Online-Software für 15 US-Staaten und Kanada zum Verkauf von Jagd- und Angellizenzen: "Nach so vielen Jahren in diesem Projekt war ich damit durch und bereit, etwas Neues zu machen. Das waren die Cobol Cowboys."

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 Job-Porträt: Die Cobol Cowboys auf wichtiger MissionBeim Alten bleiben oder Cobol abschaffen? 
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demonkoryu 18. Dez 2018

...um die fetten Stundensätze abzugreifen?

thorben 12. Dez 2018

Ich bin nur Anwendungsberater mit abap Skills und kein Programmierer...

mess-with-the-best 12. Dez 2018

will have a cost in blood.

TrollNo1 12. Dez 2018

Andernfalls wäre hier dem Kind das Lob auszusprechen!

RainerG 12. Dez 2018

Anfang der 90er auch noch Cobol auf einer Siemens BS2000 gelernt und dann noch einige...


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