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Job als Programmierer: Student baut KI-Tool zum Betrügen in Bewerbungsgesprächen

Mit Interviewcoder können angehende Programmierer schummeln, um möglicherweise den gutbezahlten Traumjob im Großkonzern zu bekommen.
/ Oliver Nickel
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"Ich kann wirklich programmieren, versprochen!" (Bild: Pixabay.com)
"Ich kann wirklich programmieren, versprochen!" Bild: Pixabay.com / Pixabay-Inhaltslizenz

Jobs in der Softwareentwicklung sind begehrt und versprechen oftmals gutes Jahresgehalt. Dazu müssen Interessenten aber erst einmal eine Reihe von Bewerbungsgesprächen und Programmieraufgaben bewältigen. Große Unternehmen wie Amazon, Google und Microsoft führen diesen Prozess gerne remote durch. Drin sah der 22-jährigen Informatikstudent Chungin Lee die Möglichkeit zu betrügen. Der Schlüssel für den Cheat: KI-Tools.

Mit seinem Tool Interviewcoder(öffnet im neuen Fenster) konnte er sich offenbar Praktikumsplätze bei Google und Amazon sichern. Statt bei den großen Unternehmen anzufangen, gründete Lee jedoch ein eigenes Start-up mit dem Ziel, KI-Cheats für IT-Bewerbungsgespräche zu entwickeln und an die Kunden zu bringen. "Alle programmieren derzeit mit KI" , sagt Lee im Interview mit dem US-Sender Cnbc(öffnet im neuen Fenster) . Mit dieser Aussage rechtfertigt der Student sein Produkt. "Es ergibt keinen Sinn, ein Bewerbungsformat zu haben, das nicht von der Nutzung von KI ausgeht" , sagt er.

Lees Software ist ein Tool, das anhand von getätigten Screenshots Code analysiert und passende Code-Schnipsel daraus generieren kann. Das Tool nutzt dabei etwa GPT o3-mini-high. Es soll zudem dabei helfen können, existierenden Code zu debuggen. Bis zu fünf Screenshots können gleichzeitig in die Zwischenablage des Tools gelegt werden. Das soll bei besonders langen Problemen hilfreich sein.

Betrügen für 60 US-Dollar im Monat

Die Software selbst ist laut Lee dabei versteckt und kann von Meetingteilnehmern nicht gesehen werden. Das zeigt der Student in einem Video(öffnet im neuen Fenster) und am Beispiel der Konferenzsoftware Zoom. Um nicht durch dubiose Mauscursorbewegungen auffällig zu wirken, kann das kleine App-Fenster, welches auch Ausgaben für Code generiert, mit der Tastatur auf dem Bildschirm verschoben werden. Die App gibt für Code-Schnipsel zudem Stichpunkte aus, die den Interviewpartnern vorgelesen werden können.

Günstig ist das alles nicht: Zunächst kostet der Zugang zu diesem Cheat-Tool 60 US-Dollar monatlich. Außerdem können nur eine begrenzte Anzahl an Anfragen pro Monat gestellt werden. Für 60 Dollar gibt es 50 Tokens. Sind diese aufgebraucht, können User 10 US-Dollar für weitere 50 Token ausgeben. Es werden diverse Sprachen unterstützt, darunter Python, Java, Javascript, C#, Rust, Ruby, C++, SQL, R und Swift.

Es sollte beachtet werden, dass mit solch einer Software zwar eine Ebene des Bewerbungsprozesses erleichtert werden kann, es oft aber viele weitere Etappen im Auswahlverfahren gibt. Früher oder später müssen Bewerber dann auch ohne KI-Cheat-Tool zurechtkommen.


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