Jiutian: Chinas Drohnenmutterschiff hebt ab

Die staatliche Aviation Industry Corporation of China (Avic) hat den erfolgreichen Jungfernflug der Jiutian-Drohne bekannt gegeben, wie The War Zone meldet(öffnet im neuen Fenster) . Der Test fand im Kreis Pucheng in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi statt. Das unbemannte Luftfahrzeug wurde erstmals 2024 auf der Zhuhai Airshow öffentlich vorgestellt.
Die Jiutian wiegt beim Start bis zu 17,6 Tonnen und gehört damit zu den schwersten unbemannten Fluggeräten weltweit. Zum Vergleich: Die chinesische Wing Loong 10 erreicht ein maximales Startgewicht von lediglich 3,5 Tonnen. Die schwereren Versionen der amerikanischen MQ-9 Reaper liegen bei knapp sechs Tonnen.
Das Fluggerät verfügt über eine Spannweite von etwa 25 Metern bei einer Länge von 16,35 Metern. Die Konstruktion umfasst einen Hochdecker-Flügel mit minimaler Pfeilung und ein H-förmiges Leitwerk. Ein einzelnes Strahltriebwerk sitzt in einer Gondel auf dem hinteren Rumpf.
Nach Angaben des Herstellers kann die Drohne bis zu 6.000 Kilogramm Nutzlast transportieren. Die Reichweite wird mit etwa 7.000 Kilometern angegeben, die maximale Flugdauer beträgt zwölf Stunden. Die Drohne erreicht Geschwindigkeiten zwischen 108 und 378 Knoten und kann bis auf 15.000 Meter steigen.
Modulares System für verschiedene Einsatzszenarien
Die Avic beschreibt die Jiutian als Mehrzweckplattform. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem modularen Nutzlastbereich. Bei der Präsentation in Zhuhai war dort ein chinesischer Schriftzug angebracht, der übersetzt Bienenstockmodul heißt.
Chinesische Staatsmedien bestätigten später, dass damit die Fähigkeit zum Start von Drohnenschwärmen gemeint ist. Ein Trägersystem für Schwärme bietet taktische Vorteile, da sich die kleineren Einheiten schnell über größere Gebiete verteilen können. Die einzelnen Drohnen lassen sich mit unterschiedlichen Sensoren oder Waffen ausrüsten.
Bei früheren Vorführungen wurde das Fluggerät mit acht Außenlaststationen unter den Tragflächen gezeigt. Die Bewaffnung umfasste radargelenkte Luft-Luft-Raketen vom Typ PL-12, TL-17-Marschflugkörper und präzisionsgelenkte Bomben. Ein Sensorturm unter der Nase enthält vermutlich elektro-optische und Infrarotkameras sowie möglicherweise einen Laser-Zielmarkierer.
Auf der Oberseite der Nase befinden sich ein Dom für Kommunikationssysteme und ein Radom. Letzteres deutet auf die mögliche Installation eines Radars hin, das zur Zielerfassung oder Navigation dienen könnte. Ob auch Selbstverteidigungssysteme an Bord sind, ist unbekannt.
Der große Modulbereich ermöglicht weitere Konfigurationen. Denkbar wäre der Einbau zusätzlicher Sensoren wie Seitwärtsradar, von elektronischen Kampfsystemen oder Kommunikationsanlagen. Die Avic wies auch auf Transportfähigkeiten hin. Die robuste Konstruktion des Fahrwerks könnte Einsätze abseits betonierter Pisten ermöglichen.
Der Hersteller hebt auch verschiedene zivile Anwendungsmöglichkeiten hervor. Dazu zählen Frachttransporte in entlegene Regionen, Notfallkommunikation bei Katastrophen sowie geografische Vermessungen.